Schreiben für Das Schwarze Auge (3/4)

Schreiben für Das Schwarze Auge (3/4)

Was gibt es schöneres, als sein Hobby zum Beruf zu machen? Das Fragen sich viele von euch und immer wieder erreichen uns daher Anfragen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um Autor oder Autorin für Das Schwarze Auge zu sein. In unserer 4-teiligen Serie möchten wir euch einen Guide näher bringen, der euch helfen soll Grundlegendes über den Ablauf der Zusammenarbeit mit der Redaktion zu erfahren.

 

In Teil 1 des Guides für DSA-Autoren haben wir über einen ersten Pitch an die DSA-Redaktion gesprochen. Nun gefällt der Redaktion deine Idee sehr gut und es geht an ein Exposé. Wie erstellst du ein Exposé? Was ist dabei zu beachten und wie überarbeitest du es effektiv und zielführend? All dies erfährst du in Teil 2 unseres Guides.

Mit Teil 2 unseres Guides für DSA-Autoren wollten wir euch die Grundlagen eines Exposès näher bringen. Nun geht es ans eingemachte. Die Outline stellt das Herz deines Textes dar und muss sitzen.

 

Die vier Schritte zum Erfolg:

Teil 1: Einen Pitch einreichen

– Heldenwerk-Abenteuer
– Der Pitch
– Formelle und inhaltliche Anforderungen an einen Pitch

Teil 2: Den Pitch zu einem Exposé weiterentwickeln

– Das Exposé
– Vorlage für ein Exposé
– Ein Exposé überarbeiten

Teil 3: Die Outline – Grundgerüst und Quintessenz

– Die Outline
– Aufbau und notwendige Bestandteile einer Outline

Teil 4: Von der Outline zum Manuskript: Die Übersetzung

 

3. Die Outline – Grundgerüst und Quintessenz

Mit der Outline entsteht das Herzstück eines Buches. Nicht im finalen Manuskript, sondern hier werden die schwierigsten Entscheidungen getroffen und die meiste Zeit investiert. Alle Abschnitte des Abenteuers werden hier bereits vorgeplant und mit geplanten Zeichenzahlen versehen, damit im Layout kein böses Erwachen droht und womöglich kurzfristig Inhalte gestrichen werden müssen, damit das Werk auf den verfügbaren Seiten seinen Platz findet.

Im Exposé bzw. Treatment zeichnet sich meist schon ein optimaler Aufbau für das geplante Abenteuer ab. Ein Herumblättern soll dem Spielleiter erspart bleiben, das schnelle Auffinden zentraler Information will erleichtert werden. In der Outline werden diese Erkenntnisse in einem ausführlichen Plan festgehalten, der allen als Checkliste, Nachschlagewerk und Referenz dient, die am Projekt arbeiten. Neben Redaktion und Autor kann es ebenso für Lektoren und Artdirektion hilfreich oder sogar notwendig sein, bestimmte strukturelle und inhaltliche Entscheidungen nachzuvollziehen und ggf. für ihre individuellen Aufgaben nötige Handgriffe abzuleiten. Damit dies reibungslos funktioniert, arbeiten wir mit bestimmten formellen Vorgaben, die dafür sorgen, dass sich Mitarbeiter in den internen Dokumenten, sowie Leserinnen später im Buch zurechtfinden. Auch das visuelle und strukturelle Design von DSA5 wird in der Outline-Phase berücksichtigt. Entsprechende Leitfäden und eine zugehörige Einweisung erhalten neue Autoren in der Regel mit ihrem Vertrag.

 

Die Outline

Eine gute Outline zeichnet sich vor allem durch einen sauberen und funktionalen Aufbau aus. Je nach Projekt können konkreter Aufbau und Umfang einer Outline unterschiedlich aussehen. Gewöhnlich ergibt sich aus der Arbeit am Exposé bereits ein gewisses Grundgerüst, welches das Rückgrat des Abenteuers bildet. Bei manchem Abenteuer lässt sich dieses grob mit dem Aufbau eines klassischen Dramas vergleichen, welches Einleitung, Höhepunkt und Katastrophe (oder Katharsis) als funktionale Stationen nutzt. Aber auch eine Sandbox mit oft nur zeitlich oder örtlich gebundenen Ereignissen kann nach verschiedenen Ordnungsprinzipien skizziert werden.

Da Pen&Paper-Abenteuer nicht wie Geschichten in Romanen funktionieren, deren Handlung sich für den Leser intransparent entwickelt und mit Wendungen überrascht, befinden sich Redaktion und Spielleiter in einer ähnlichen Position. Vielmehr soll nämlich im finalen Produkt das im Spiel umzusetzende Geschehen so präsentiert werden, dass von Anfang an deutlich wird, was wann geschieht, welche Auslöser dies ermöglichen und wie das Finale auf einem oder mehreren Wegen erreicht werden kann. Schließlich liegt es am Spielleiter, die Idee des Abenteuer-Autors auf eine Weise zu präsentieren, die den Spielern ein Mysterium des echten Abenteuers bietet, die Harmonie des Spielabends jedoch nicht durch Blättern, Rätseln und allgemeine Überforderung gefährdet.

Um dies zu unterstützen und möglichst vielen Spielstilen entgegenzukommen, muss in der Outline-Phase abgewogen werden, welche Information welchen Detailgrads in welcher Reihenfolge im finalen Manuskript zu finden sein wird. Welche Stationen sind obligatorisch oder unnötig für den Verlauf der Geschichte? Wie viel Freiraum kann für kreative Einfälle des Spielleiters gelassen werden, ohne dass andere subjektiv notwendige Information vermissen?

Ob der Prozess des Spielleitens komfortabel abläuft, hängt so meist von der Güte der Outline ab, auf der das Manuskript aufgebaut wurde. Insgesamt ist das Ziel eine effektive Informationsvermittlung. Vor den schönen Worten und mitreißenden Formulierungen steht also ein großer Batzen Arbeit, der sich später vielfach rentiert.

 

Aufbau und notwendige Bestandteile einer Outline

Eine Outline kann neben Basis oder Rückgrat eines Manuskripts auch als dessen Skelett umschrieben werden. Ihr Aufbau ist in vielen Fällen bereits mit dem Manuskript identisch, wobei sich statt der finalen Fließtexte, Kästen und Tabellen Platzhalter an entsprechenden Stellen befinden, die zusammenfassend festhalten, was dort später ausformuliert werden soll.

 

Heldenwerk-Outlines sind max. 25.000 Zeichen lang

Aus dem Exposé bzw. Treatment wurde die Übersicht zu den harten Fakten übernommen, also Zeit, Ort, Genre usw.

Eine Tabelle mit allen späteren Abschnitten und zugewiesenen Zeichenkontingenten ist integriert.

Zuvor mit der Redaktion und Artdirektion abgesprochene Illustrationswünsche sind angegeben. (Aber noch keine Beschreibungen! Diese werden erst nach Genehmigung mit dem Schreibauftrag bestellt.)

Alle auch im Manuskript geplanten Abschnitte und Unterabschnitte sind vermerkt und an ihrem späteren Platz verortet.

Bei jedem Abschnitt wird knapp geklärt, was später ausformuliert dargestellt werden soll.

 

 

Wie das Exposé wird auch die Outline in der Regel in mehreren Versionen weiterentwickelt. Dabei braucht es eine gewisse Ausdauer und Kritikfähigkeit. Wer diesen Prozess allerdings erfolgreich mit der Redaktion bestreitet, hat bald sämtliche grundlegenden Fähigkeiten erlernt, um an vielen weiteren DSA-Werken mitzuwirken. Zudem wird die Outline mit dem höchsten Vertragssatz pro Zeichen vergütet, die harte Arbeit zahlt sich also aus! In einem letzten Arbeitsschritt wird die Outline in ein Manuskript übersetzt und die sprachlich kreative Arbeit kann beginnen.