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Savage Worlds – Pinebox Middle School – Werkstattbericht

5. August 2025

Mit Pinebox Middle School erscheint nun bald ein neuer Settingband für Savage Worlds, der die Spieler Schüler einer amerikanischen Mittelstufe spielen lässt. Was schon gruselig genug klingt, wird in der Realität merklich gruseliger, wie Michael in diesem Blogartikel schildert.

Die meisten von uns werden eine Schule besucht haben. Für viele war es vielleicht nicht die beste Zeit ihres Lebens. Nun stellt euch vor, dass ihr dazu noch gegen Monster in der Nachbarschaft vorgehen müsst und euch keiner der Erwachsenen glaubt. Das ist Pinebox Middle School!

Kinder zu verkörpern, bietet einiges an Herausforderungen, denen sich die erwachsenen Spielercharaktere in anderen Settings nicht stellen müssen: sie sind körperlich unterlegen, man nimmt sie nicht ernst und sie haben keine Autonomie über ihre Zeit! Sich abends aus dem elterlichen Haus schleichen zu müssen, während man Hausarrest hat, um die Klassenkameradin, für die man schwärmt, von einem Traumdämon zu befreien, gibt dem Abenteuer eine ganz neue Dimension an Problem. Vor allem, wenn der nervige kleine Bruder bestochen werden muss, weil er mitmöchte oder droht einen bei den Eltern zu verpfeifen!

Pinebox ist nun nicht gerade das kleine idyllische Örtchen in den USA, wie das Tourismusbüro gerne behauptet. Die Bedrohung durch Monster ist in der Middle School noch nicht so groß wie an der Universität der Stadt, aber bereits in der 6. Klasse werden sich die Helden des Settings mit übernatürlichen Bedrohungen herumschlagen müssen. Da es für den Kontext des Settings etwas zu einfach wäre, einfach nur das Handicap Jung zu verteilen, wachsen die Kinder im Rahmen der Kampagne (und ihrer Zeit an der Schule) vom Beginn der 6. Klasse bis zum Abschluss der 8. Klasse jedes Halbjahr regelseitig, verlieren Nachteile und gewinnen neue Vorzüge. Und da es selbst für eine amerikanische Schule ungewöhnlich wäre, Kinder bereits mit Waffen auszustatten, müssen sie sich mit „sanften Waffen“ und Notlösungen wie Feuerwerkskörpern aushelfen, um dem Übernatürlichen gegenüberzutreten. Das Ganze ist auch eher sanfter als andere Settings, wobei die Spielleiterin (die hier Schulleiterin genannt wird), das Ganze mit einigen Tipps aus dem Buch auch an die Bedürfnisse der Runde anpassen kann. Zudem werden bei allen Gegnern bestimmte Schwächen beschrieben, wodurch man sie nicht einfach mit Gewalt ausschalten muss, sondern cleverer vorgehen kann (und sollte!), um den Konflikt zu lösen.

Neben allgemeinen Szenarien aus dem Abenteuer-Generator oder generischeren Savage Tales gibt es aber natürlich auch eine neunteilige Plot-Point-Kampagne, die als Rahmen für das Setting und die Geschehnisse in Pinebox dient. „Der Abstieg ins Inferno“ konfrontiert die Schüler dann mit einer konkreten Bedrohung in der Schule, die mehrere übernatürliche oder unerklärliche Ereignisse miteinander verknüpft, aber natürlich beliebig ausgebaut werden kann.

Pinebox Middle School ist ein ungewöhnliches Setting, dass in vielen Fällen eine ganz andere Herangehensweise an Probleme erfordert, als man das aus anderen Rollenspielen und sogar Savage-Worlds-Settings gewohnt ist. Und ob man nun die rollenspielerische Herausforderung des neuen Ansatzes sucht, oder vielleicht noch einmal den Schrecken des Übernatürlichen gegen das Grauen des Erwachsenwerdens ausspielen möchte, Pinebox Middle School bietet für alle Spielarten viel unverbrauchtes Material.

Mit fantastischen Grüßen,
Michael Mingers

Michael Mingers
ÜBER DEN/DIE AUTORIN

Ulisses' allwissende Müllhalde. Seit einer Dekade quer durch die Firma in diversen Positionen unterwegs und aktuell zuständig für Earthdawn, Savage Worlds, Warhammer in redaktioneller Hinsicht, sowie Botenabos, digitale Produkte und Miniaturen.

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