Pathfinder Society: Wir waren … Helden?

Der folgende Artikel wurde uns freundlicherweise von der Pathfinder Society zur Verfügung gestellt und stellt die Frage auf, ob die Spieler ihre Charaktere besser heroisch-draufgängerisch oder überlegt-taktisch spielen sollten. Lasst uns eure Meinung wissen und diskutiert im Forum (Link unten) mit!

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Wer kennt Sie nicht, die Stereotypen des Fantasyhelden. Von Conan, dem gefahrverachtenden Barbaren bis hin zu Tolkiens Buddy-Paar Legolas und Gimli haben sie alle etwas gemeinsam, was einen stereotypen Helden so ausmacht. Sie sind schlicht und ergreifend…….heldenhaft. Kein Abenteuer ist gefährlich genug und ein Kampf gegen eine unüberwindbare Übermacht gehört fast schon zum alltäglichen Geschäft, natürlich ohne sich auch nur den kleinsten Gedanken um das eigene Überleben zu machen.

So kennen und lieben wir unsere Helden und so stellen wir uns auch unsere Spielercharaktere vor. Sie alle sind furchtlos und trotzen mutig der Gefahr. Egal ob Magier oder Barbar, ich kenne keinen Spieler, der bei der Beschreibung seines Charakters „Feigheit“ in die Runde wirft. Jeder begegnet der Gefahr auf seine ganz spezielle Art, mit Zauberei, List und Tücke oder der guten, alten, geradlinigen Gewalt. Aber alle wollen Sie mutig und heldenhaft sein (und ihren Profit dabei machen, sind wir mal ehrlich). Könnte ich die Gesichter an den Bildschirmen jetzt sehen, würde ich bestimmt Zustimmung erkennen. Wahrscheinlich auch eine ordentliche Dosis "Komm schon, das weiß ich alles, was ist neu daran?“.

Nun, ich will ehrlich zu euch sein. Die allermeisten von uns (und ich schließe mich da beschämenderweise mit ein), die gerade zustimmend genickt haben, sind wohl das, was man einen Heuchler nennen würde. Kommt es hart auf hart, verwandelt sich sogar in der Pathfinder Society der prahlerische Barbar in einen schleichenden Schatten, der sich mehr darum kümmert, nicht flankiert zu werden, als sich ins Getümmel zu werfen. Da wird verzweifelt jede Chance auf Deckung gesucht und warum sollte man sich auch dem Feind im Nahkampf stellen, wenn man seinen Zweihänder vom freundlichen Magier von nebenan werfen lassen kann (talking to you, „Hand of the apprentice“)? Ist das wirklich unsere Vorstellung von Mut und Heldentum? Versteht mich nicht falsch, ich möchte niemanden dazu auffordern, kopflos in die nächste Drachenhöhle zu stürmen. Die Grenze zwischen mutig und tollkühn ist je nach Situation nicht sonderlich scharf gezeichnet. Aber warum führt sich die durchschnittliche Kundschaftergruppe meistens auf wie ein S.W.A.T-Team?

Der Grund ist erschreckend einfach. Wir haben Angst. Angst davor, den heißgeliebten Charakter zu verlieren, den man sich mühsam Level für Level erarbeitet hat. Während in der gemütliche Runde am heimischen Spieltisch der Tod eines Charakters oftmals nur ein kleines Hindernis ist, schließlich kann man sich ja irgendwie einigen und als Spielleiter auch einen Ausweg anbieten, so ist der Tod eines Society Charakters nicht so leicht rückgängig zu machen. Fehlende Ressourcen (Geld, Prestige) bzw. fehlende Unterstützung aus der Spielergruppe (was sich dann wiederum in fehlenden Ressourcen niederschlägt) führen zum endgültigen Ableben des Charakters. Dem Spielleiter sind die Hände gebunden, muss er sich doch an die Society Regeln halten. Diese Angst ist also durchaus verständlich, schließlich hat man eine Menge Zeit und Arbeit in jeden Charakter hineingesteckt. Aber ist es nicht genau diese Angst, die einem damit etwas Wesentliches am Rollenspiel nimmt? Warum schlüpft man für ein paar Stunden in die Rolle des Helden, wenn man sich dann nicht traut, diese Rolle auch zu spielen? So abgedroschen es auch klingen mag, aber das, was er tut, macht einen Helden aus, nicht das, was er auf dem Charakterbogen vorgibt zu sein.

Ich gelobe hiermit Besserung und werde versuchen, den Mut zu haben, meine Charaktere in die Gefahr zu stürzen und sie als das zu spielen, was sie in meiner Vorstellung sind……..echte, dreckige und vor allem mutige Helden. Und sollte mein Halbling alter Ego dann irgendwann das zeitliche Segnen, dann doch lieber umzingelt von den Leichen seiner Feinde anstatt kauernd mit dem Rücken zur Wand.

In diesem Sinne: Erforschen, berichten, zusammenarbeiten!

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2014 by Ulisses Spiele GmbH



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