Iron Kingdoms – Glocks Hintergrundgeschichte

Die Grundregeln für das deutsche Iron Kingdoms sind noch nicht einmal erschienen, und schon bekommen wir Fanmaterial von Spielern zugeschickt. Hier findet ihr die Hintergrundgeschichte von Glock, einem menschlichen Priester / Ermittler der Menoth nahe steht.

Habt ihr bereits eigene Szenarien entworfen, neue Monster auf eure Spieler geschickt oder einen NSC, Spielercharakter oder Ort beschrieben? Lasst es uns wissen und schickt es an feedback@ulisses-spiele.de, wenn ihr es mit anderen teilen wollt. Gerne verlinken wir auch eure Seite, wenn ihr Fanmaterialzu Iron Kingdoms erstellt!

Magister Horatius Minutus Secundus Glock

Inquisitor templi menothi et frater de ordo ritualis tempi

Die Reiter des menothischen Spähtrupps hetzten ihre Pferde so schnell es ging den schmalen Waldweg entlang. Ihr Späher nahmen die kleine cygnarische Horde zwar wahr als sie mit ihrem Schiff anlandeten, jedoch verhinderte der aufgeweichte Waldboden ein schnelles vorankommen. Die bald darauf sichtbar werdende Rauchsäule ermutigte sie zwar ihre Tiere bis zur Erschöpfung zu hetzen, doch vergebens. Entsetzt zügelte der Kommandant sein aufbäumendes Pferd, als die Gruppe aus dem Wald auf den Vorplatz des Hofes brach. Blutlachen mischten sich mit den Pfützen, des unauf – hörlich niederprasselnden Regens, während kalter Rauch aus den Überresten des Hofes sich einen Weg in den wolkenverhangenen Himmel suchten. Er hieß seine Männer in Bereitschaft zu bleiben und stieg mit gezogenem Schwert von seinem Kriegsross. Aufmerksam untersuchte der schwer gerüstete Soldat den Vorhof, drehte den ein oder anderen Körper mit dem Fuße um und öffnete die verkohlte Tür des ausgebrannten Wohnhauses.

Erschrocken riss er sein Schwer in die Höhe und torkelte einige Schritte zurück. Beunruhigt zogen seine Begleiter ihre Waffen aus Scheide und Hohlster und starten in das dunkle Loch in den Überresten des Mauerwerks.

Der kleine rotblonde Junge trug ein schmutziges Nachthemd aus Hanf. Seine nackten Füße waren schwarz von den verrußten Wasserlachen und seine ausdruckslosen Augen starten in die Runde der Soldaten. Der Kommandant sammelte sich und trat auf den Jungen zu, sein Blick viel auf das hölzerne blutverschmierte Symbol des Menoth, welches dem Knaben mit einer einfachen Schnur um den Hals gebunden wurde.

Seine gepanzerte Hand fuhr dem Jungen über das angesengte Haar "Was Menoth nimmt, gibt er tausendfach zurück mein Junge".

Zwei Tage später übergab ein Bote der menothischen sechsten Infanterie den schweigsamen Knaben, sowie ein verschnürtes Bündel an den Abt des Klosters zur Gnade des Einzigen. Noch nie waren die zurückgezogen lebenden Brüder der Abtei gezwungen sich um einen knapp sechsjährigen Jungen zu kümmern. So kam es, dass der bleiche sommersprossige Knirps sich in eine Welt der Erwachsenen fügen musste.

Er erlebte Sprachen und Gesetze, wurde früh bewandert in Fragen der Theologie, zögerte jedoch auch nicht die schweren körperlichen Arbeiten zu vernichten, die den Novizen überantwortet wurden. Im Alter von nur 14 Jahren stand der Heranwachsende bereits vor seiner ewigen Profess im Orden. Doch es kam anders. Dem Abtprimas des Bundes kamen die herausragenden Leistungen des Jungen zu Ohren und er veranlasste dessen Einschreibung in die Inquisitor eigene Universität zu Imer.

Der inzwischen fünfzehnjährige verließ seine vertraute Umgebung nur ungern, jedoch war für den tiefgläubigen Jungen ein Befehl des Abtprimas nicht anzuzweifeln. Als jüngster Student aller Zeiten immatrikulierte er an der Universität im Fach der menothischen Jurisprudenz und Inquisitionslehre. Drei Jahre bemühte sich der Junge Mann den Erwartungen an ihn in nichts nachzustehen. Und tatsächlich gelang es dem aufgeweckten Studenten diese noch zu übertreffen, lediglich seine strickten Ansichten wurden des öfteren Thema der ein oder anderen Auseinandersetzung mit seinen Kommilitonen, oder so manchem Professor. Sein Ruf als religiöser Fanatiker ver – breitete sich bis in die dunkelsten Kammern der Universität und wurde schließlich von einer kleinen Gruppe erhöht, deren Namen bis heute nur flüsternd ausgesprochen wird.

Die Bruderschaft vom Ritual der Zeit war eine uralte kleine Gemeinschaft, die das Privileg genoss ihre eigene kleine Fakultät in den Kellern eines Nebengebäudes der Universität zu besitzen. Unter dem persönlichen Schutz seiner Heiligkeit stehend gab sich diese Gruppe religiöser Extremisten Lehren hin, die selbst Inquisitoren in Schauer der Furcht versetzten. Es brauchte nicht lange bis die Brüder in Horatius ein formbares Werkzeug für ihre Sache erkannten . So kam es, dass der junge Mann ein Jahr vor seinem Studienabschluss ein Schreiben vom hohen Kirchenrat erhielt, welches ihm befahl sich umgehend der Bruderschaft anzuschließen und seine Ausbildung an ihrer Fakultät zu beenden. Wie auch die wenigen anderen Studenten vor ihm, denen diese Aufgabe aufgebürdet wurde verschwand auch der junge Horatius in den Kellern der Universität. Erst drei weitere Jahre später, seine ehemaligen Kommilitonen verrichteten schon längst die ihnen zugeteilt Aufgabe, trat ein junger rotblonder Mann aus den Kellern des Nebengebäudes, seine hellblauen Augen verdeckt von den bernstein – farbenen Gläsern einer Sonnenbrille trug er nun die Insignien der Macht. Er streifte den weißen Mantel, der ihn durch zahlreiche, mit silbernen Fäden ein gestickte, Uhren als Mitglied der Bruderschaft zu erkennen gab, über sein leeres Holster. Langsam öffnete er mit agilen Fingern die Kordel des Bündels, welches der Soldat seinerzeits dem Abt überreichte. Er Schlug das Tuch auseinander und hielt die Pistole seines Vater, die Waffe mit der er verbissen um das Leben seiner Familie Kämpfte hervor. Horatius lies die lange Messingkette, welche am Griffende befestigt war durch seine Finger gleiten, bis er an an deren Ende angekommen war. Fast feierlich befestigte er das eine Ende an einem Knopfloch seiner silberfarbenen Weste und steckte die Waffe selbst in das Holster, so dass jeder den groß auf dem Griff eingravierten Namen seiner Familie lesen konnte, „GLOCK“.

Ordo ritualis tempi / Der Orden vom Ritual der Zeit

Die Bruderschaft vom Ritual der Zeit entstand während der dunkelsten Zeit, die die Kirche je erlebt hatte. Priester bereicherten sich, Kirchenväter verfielen Praktiken, die kaum mit Worten zu beschreiben sind und  sogar Inquisitoren gaben sich düsteren Ritualen hin, um ihre persönliche Macht zu stärken. Während dieser Zeit war es der später heiliggesprochene Eremit Cornephilus von Amam, der nach eine Vision, welche er im Gebet erfahren hatte, ein Lehrbuch schrieb. Darin forderte er die Gründung einer Gemeinschaft, die sich von allen weltlichen Belangen befreien sollt. Ihre Aufgabe sollte es sein über die Tugendhaftigkeit und über das theologische Fundament des Klerus zu wachen. Dabei, so Cornephilius, sollten die Mitglieder während ihrer Ausbildung eine Nähe zu Menoth erfahren, die sie unempfänglich für Fehlleitungen und menschliche Schwächen mache. Eine Anklage durch einen Bruder musste bar jeder Zweifel und Widerlegbarkeit sein. Doch Cornephilius sah auch die Liebe, die Menoth gegenüber den Menschen. Daher überlieferte er ein Ritual, welches dem Fehlgeleiteten Klerus unter der liebenden Hand eines Bruders vom Ritual der Zeit Vergebung gewährleisten sollte, das Ritual der Zeit. Seine Heiligkeit, wohl wissend um die Umtriebe in seiner Kirche gewährte dem Eremiten die Gründung der Bruderschaft unter einer Auflage. In dem Bewusstsein, dass sich diese Gemeinschaft zu einer Sammelstelle Religiöser Hardliner entwickeln würde wurde ihren Mitgliedern untersagt in der Kirchenhierarchie jemals über den Status eines Priesters hinaus zu streben. Auch die weltliche Macht wurde rigoros beschnitten, bis heute darf ein Mitglieds der Bruderschaft maximal den Status eine Bürgermeisters im Protektorat einnehmen und selbst dies nicht in der Stadt Imer und nur auf ausdrückliche Anordnung seiner Heiligkeit.

War die Anklage durch einen Bruder vom Ritual der Zeit und dessen Vollstreckung in den Anfangsjahren lediglich auf Inquisitoren erlaubt änderte sich dies später unter neuer geistlicher Führung. Heute darf diese auch auf normal sterbliche ausgedehnt werden, wenn dieser sich des versuchten oder vollendeten Mordes auf ein Mitglied des menothischen Klerus schuldig gemacht hat. Aufgrund der speziellen Nähe der Bruderschaft zu Menoth geht der hohe Kirchenrat bis heute davon aus, dass die Anklage durch einen Bruder vom Ritual der Zeit gleichbedeutend mit tatsächlicher Schuld ist.

Die Mitglieder der Bruderschaft unterliegen einer Vielzahl von  Restriktionen, die Teils auf Tradition und Teils auf theologischen Überlegungen basieren. So ist bis heute die einzig zugelassene Rüstung des Ordens eine spezielle Form der Alchemistenrüstung.

Die weiß eingefärbte Schutzkleidung hat ihren Ursprung in einer Zeit in der es für die Mitglieder der Ordens notwendig war sich vor dem beißenden Rauch der vielen lodernden Scheiterhaufen zu schützen. Des weiteren nehmen die Mitglieder täglich spezielle Medikamente ein, die ihnen behilflich sein sollen sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren. Da diese Mittel als heilig gelten wird ihre Rezeptur nicht veröffentlicht und ihre Herstellung findet nur in den Kellern der Universität zu Imer statt. Die Mittel töten zum einen den Sexualtrieb der Brüder ab, zum anderen führen sie einen Brechreiz herbei, falls der Geistliche sich nachlässiger weise dem Alkoholkonsum hingibt. Selbstverständlich sind auch strenge und ausgiebige Gebetszeiten, zu denen nicht selten ein sporenbewehrter Gebetsriemen um den Oberschenkel getragen wird, um im Schmerz die Vergebung für etwaig begangene Sünden zu erfahren. Theologische Handlungen gegenüber nicht klerikalen sind den Brüdern nur in Notfällen erlaubt, wenn sich beispielsweise kein regulärer Kleriker in Reichweite befindet. Jedoch ist es den Brüdern erlaubt als Verteidiger vor Kirchen- und Zivilgerichten aufzutreten, was i.d.R. Großen Eindruck auf den Richter macht. Jedoch wird von diesem Recht höchst selten Gebrauch gemacht.

Das Ritual der Zeit

Im Protektorat von Menoth ist das Ritual der Zeit weithin bekannt, da es in der Regel auf einem öffentlichen Platz praktiziert wird. Von dem Gedanken beseelt, dass Schmerz dem Delinquenten ermöglicht seine Taten zu bereuen und seine Seele zu retten ist es das Ziel der Brüder den Verurteilten eine möglichst lange Hinrichtung erleiden zu lassen. Dabei werden dem Opfer einzelne Bestandteile des Körpers nach und nach extrahiert. Nicht selten dauert eine solche Hinrichtung mehrere Tage und der Delinquent wird dabei durch verschiedene Tinkturen vor einer Ohnmacht bewahrt.

Als Nebeneffekt dieser Ausbildung sind die Brüder vom Rituale der Zeit auch durchaus begabte Chirurgen, wenngleich sich kaum jemand finden dürfte, der sich freiwillig einer Behandlung durch eine Person unterziehen dürfte, die Schmerzen für einen Weg spiritueller Erlösung hält.

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2013 by Ulisses Spiele GmbH



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