Gareth-Box: Schöne Stadt, schöne Pläne

Die Gareth-Box wäre ohne Hannah einfach nicht dieselbe – zumindest hätte sie dann keine riesengroße, farbige Karte der Kaisermetropole. Zeichnerin Hannah Möllmann plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen und erzählt von den Überlegungen und der Umsetzung dieses Plans mit geradezu phantastischen Ausmaßen.

Ich hätte es besser wissen müssen.

Wenn solche Begriffe wie „riesengroß“, „in Farbe“ und „so richtig austoben“ in der E-Mail einer gewissen Das Schwarze Auge-Redakteurin fallen, kann das ganze ja eigentlich nur eine gemeine Falle sein, um mir viele Stunden meiner kostbaren Lebenszeit zu rauben. Supernovagleich blitzten jedoch folgende Einwände gegen diese schändliche Anschuldigung in meinen Gedanken auf:

170.000 Einwohner! Dämonenbrache! Kholak-Kai! Farbe! A1!

Die logische Reaktion war also:

  1. Hirn ausschalten
  2. begeistert zusagen.

Von der lästigen Tatsache, dass mein Laptop schlichtweg zu langsam ist, um die komplette Karte in einer Datei in einer annehmbaren Zeitspanne zu öffnen und zu speichern, ließ ich mich selbstredend nicht abhalten. Somit entstand das Magnum Opus also zunächst in drei Einzelteilen und die ersten Wochen waren pures, von gigantischer Motivation geschwängertes Kritzeln.

Meine Vorgehensweise bei Karten – insbesondere bei größeren – muss der Tatsache Rechnung tragen, dass es auch sehr langweilige, geradezu nervtötende Abschnitte gibt. Der 32ste bürgerliche Straßenzug oder das 185ste Weizenfeld sind nicht unbedingt der Stoff, aus dem Planzeichnerträume gestrickt sind. Der Trick ist es also ein gesundes Gleichgewicht zwischen interessanten – weil individuellen – Einzelobjekten und dem ganzen Gekritzel dazwischen zu schaffen. In weiser Voraussicht habe ich mich bei Gareth also zunächst einmal auf ganz viele langweilige Häuserzeilen beschränkt. Der Supergau kam dann, als ich etwa ein Drittel Alt-Gareths (OHNE die spannenden Stellen!) fertig hatte und meine Festplatte sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedete. Egal wie viele Autoren mir versichern, dass es nach so einem Datencrash ja viiiieeel schneller geht, den verlorenen Text noch einmal zu schreiben, lasst euch gesagt sein: Bei Karten ist das anders. Bei Gareth ist das anders.

Wenn man sich tagelang auf die Paläste, Türme, Parkanlagen und Tempel der Metropole aller Metropolen gefreut hat und sich deshalb mit pädagogischer Weitsicht auf die öden Ziegeldächer beschränkt hat, haben sich nicht nur einfach ein paar hundert Quadratmeter einer fiktiven Stadt in Luft aufgelöst, auch die Motivation liegt niedergeknüppelt und um Gnade winselnd am Boden.
Aber Gareth wäre nicht Gareth, wenn es mich nicht nach einigen Tagen absoluter Auszeit wieder in seinen Bann gezogen hätte. Ich hätte zwar nicht gedacht, dass die ersten schüchternen Annäherungsversuche ausgerechnet mit den verstockten Praioten der Stadt des Lichts stattfinden würden, aber sie taten ihren Zweck und bald war mein zeichnerisches Nervenkostüm wieder so gefestigt, dass ich mich den Feldermosaiken von Rosskuppel und schließlich sogar den Mietskasernen-Schluchten des Südquartiers stellen konnte.

Eine große Hilfe waren bei dieser Mammut-Aufgabe die tatkräftigen Dämonen Copy und Paste, deren unermüdliches Schaffen größenteils unentdeckt blieb, und auch ich selbst habe inzwischen einige Schwierigkeiten einen Beleg für ihr unheiliges Treiben zu finden. Ebenso erwähnenswert ist allerdings auch die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen für diesen Backstein namens Gareth-Box. Nie war jemand genervt von meinen unzähligen E-Mails mit Nachfragen nach Straßenführung in Armenvierteln oder der Fließrichtung von Bächen. Sogar meine aberwitzigen Recherchen zu mysteriösen Zhayad-Sigillen in der Dämonenbrache wurden klaglos ertragen. (Mache ich jetzt jemanden neugierig?)

Besonders reizvoll sind bei einer großen Stadt wie Gareth die vielen, vielen unterschiedlichen Viertel, die dank ihrer Einwohnerstruktur und der Ausstattung der Häuser kleine Städte in der Stadt bilden. Es war eine Herausforderung jedes einzelne dieser Viertel so zu gestalten, dass es als Einheit erkannt werden kann, ohne dass es sofort so aussieht, als ob sich der Baustil der Garether in den letzten Jahrhunderten mehrmals grundlegend verändert hat.

Ich hoffe jedenfalls sehr, dass euch Gareth gefällt, und dass auch diejenigen unter euch, die im Zuge einiger Abänderungen von der alten zur neuen Karte die mühsam erarbeitete Heimstatt ihrer Helden nicht mehr finden können, sich ein neues Häuschen zu eigen machen. Ich war jedenfalls noch nie so stolz und glücklich eine Karte fertig zu sehen und hoffe, sie bereichert euer Spiel in dieser vielfältigen und großartigen Stadt.

Habt Spaß!
Eure Hannah

Zuletzt aktualisiert: 4. Dezember 2012 by Ulisses Spiele GmbH



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