Entfesselte Freitage #14: Warlocks und personalisierte Warbeasts

Jede Gruppe Protagonisten braucht ordentliche Bösewichte, denen die sich entgegenstellen kann – je hinterhältiger und verrückter, desto besser. Zum Glück haben es Gullin, Zocha, Longchops und Lurk mit einem der wahnsinnigsten Farrow diesseits von Fürst Carver zu tun: dem selbsternannten Kriegsherrn Morrg.

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Kriegsherr Morrg hatte seine Donnerbüchse zurückgelassen. Er hatte seinen Sprengstoff zurückgelassen. Er hatte sogar seinen Mehrzweckgürtel zurückgelassen, sehr zu Knors Missfallen. Stattdessen hatte er nur einen kruden Schießprügel dabei und Knor lediglich erlaubt, zwei kleine Fleischermesser in seinen Gürteln zu verstecken.  Er wollte die Tharn Glauben machen, dass sie die Oberhand hatten. Sie zu töten würde viel einfacher sein, wenn sie dachten, die Farrow seien hilflos.

Vor ihnen konnte Morrg Rhydderk erkennen, der sich ihnen näherte, unterstützt durch drei seiner ersten Jäger. Morrg hatte den Weißschlund-Häuptling mit dem Versprechen, dass der Krieg enden würde, an die Grenze seines Territoriums gelockt. Der Anführer der Tharn glaubte wahrscheinlich, dass Morrg hier war, um sich zu ergeben. Sollte er.

Einen Moment lang fragte sich Morrg, warum er diesem Knochenmahler das Herz des Häuptlings versprochen hatte. Er war sich nicht sicher, dass von Rhydderk noch so viel übrig sein würde, wenn das hier vorbei war.

Rhydderk schnaubte, als er auf die Lichtung zwischen den von Schlingpflanzen bedeckten Bäumen trat. „Ich bin gekommen, um den Herrn der Schweine anzuhören.“

Ohne Umschweife sagte Morrg: „Der Weißschlund verlässt das Schwarzmoortal und kehrt nie wieder zurück, oder ihr sterbt.“ Sag, dass dein Stamm nicht gehen wird. Sag es. Sag es. Sag es.

Rhydderk blinzelte, sah sich zu seinen Kriegern um und zog die Stirn in Falten. Zufrieden sah Morrg, dass die Jäger beinahe belustigt wirkten. Nur der Häuptling schien die Drohung ernst zu nehmen. Rhydderk starrte den Farrow finster an. „Wie, glaubst du, kannst du uns alle töten, Kriegsherr? Mit einem Gewehr und einem halbblinden Ferkel?“ Knor leckte sich über die Lippen, als er sich eine Antwort zurechtlegte, doch Rhydderk fuhr fort: „Warlock oder nicht, ihr seid hier ohne Armee, ohne Warbeasts, ohne wirkliche Waffen. Ich habe euch umstellt. Ihr werdet diese Lichtung nicht wieder verlassen.“

Morrg sah zu beiden Seiten zwei weitere Jäger aus den Bäumen treten und hörte das Rascheln von Blättern, das darauf hinwies, dass sich ein weiterer hinter ihnen befand. Er zuckte eine massige Schulter und sagte: „Du hast uns umstellt, weil ich es gestattet habe.“

„Wenn sein Herz so dick ist wie sein Schädel“, knurrte Knor, „kann ich es nicht gebrauchen.“

Rhydderk ignorierte den Knochenmahler und blickte Morrg durch zu Schlitzen verengte Augen an. „Du hast keine Bestien oder Krieger“, wiederholte der Häuptling, doch Morrg konnte hören, wie seine Zuversicht nachließ. „Ihr seid allein. Ihr seid nichts weiter als hilflose Schweine.“

Der Warlock schüttelte den Kopf. „Sind wir nicht.“

„Schweine?“

„Allein.“

Er konnte spüren, wie seine riesenhaften Klingenkeiler im entfernten Busch warteten, unentdeckt dank der alchemistischen Tinktur, die Knor zusammengebraut hatte, um ihren Geruch zu maskieren. Caldon und Crommen waren mehr als nur einfache Warbeasts. Er hatte das Gefühl, dass sie ihn kannten. Durch sein mentales Signal – einen Farrow-Kriegsschrei – angestachelt, richteten sie sich zu ihrer ganzen, gewaltigen Größe auf und donnerten zur Antwort durch den Bewuchs.

„Du hättest besser gesagt, dass ihr geht“, sagte Morrg.

„Ich werde niemals gehen!“ sagte Rhydderk.

„Jetzt nicht mehr.“

Das war lang genug. Einer, fünf, nicht einmal alle sieben Tharn waren eine Bedrohung für Bestien wie Caldon und Crommen, sobald Morrg erst seine Macht einsetzte, um die zu ihrer vollen Wildheit aufzustacheln. Er war in ihrem Verstand, als sie angriffen und lenkte ihre Hauer. Dann nahm er ihre Wut auf sich, um im Gegenzug seine Macht zu vergrößern. Runen umgaben Morrgs Hände und er schleuderte den Tharn, die noch am Leben waren, dunkle Energie entgegen. Er sorgte dafür, dass sie Rhydderk als letzten töteten.

***

Später, als die Farrow und die beiden Klingenkeiler weit genug gegangen waren, dass der Kriegsherr der Meinung war, dass die Tharn sie nicht mehr fanden, wandte sich Morrg seinem Knochenmahler zu. „Er hätte dich nicht so nennen dürfen.“

„Halbblind?“ fragte Knor.

„Ferkel“, verbesserte Morrg.

Knor schnaubte und auf den blutgetränkten Sack hinab, den er trug. Morrg verspürte einen schuldbewussten Stich. „Tut mir leid mit dem Herz“, sagte er. Die Menge, die der Knochenmahler hatte aus Crommens Kiefern hatte retten können, bevor die Bestie sie verschluckte, war nur die Hälfte dessen, was es sein sollte.

„Es ist nicht, was ich wollte, aber es wird genügen“, sagte Knor. „Ein bisschen ist besser als gar nichts.“

Morrg grunzte. „Ich werde nicht so leichtfertig mit dem sein, was ich will“, sagte er. „Ich werde den Verfall aus dem Schwarzmoortal ausbluten lassen, einen Trollsippling, Menschen und Tharn nach dem anderen, bis es vollständig mir gehört.“

 

Als Warlock ist Morrg ein gefährlicher Gegner für die Helden des Iron Kingdoms: Entfesselt-Abenteuersets. An zwei besonders bösartige Klingenkeiler, kann er einer Gruppe, die sich ihm nicht auf intelligente Weise nähert, eine ganze Menge Schaden zufügen. Spielleiter und Spieler, die Interesse daran haben, sich ihre eigenen Warlocks mit personalisierten Warbeasts zu erstellen, können dies mithilfe der Kreaturschablonen tun. Diese wurden zum ersten Mal im Iron Kingdoms Monsternomicon eingeführt und stellen ein Mittel dar, um Monster zu individualisieren – und Warbeasts. Wisst ihr, was noch bedrohlicher ist, als ein Düstertroll-Knochenbrecher? Ein Düstertroll-Knochenbrecher mit der Schablone Großes Exemplar.

Natürlich ist nichts ohne Risiken. Ein Warlock, der diese mächtigeren und gefährlicheren Warbeasts kontrollieren möchte, muss sie finden, fangen und irgendwie unterwerfen. Diese einmaligen und seltenen Warbeasts ausfindig zu machen, kann der Inhalt großartiger Nebenabenteuer einer Kampagne sein oder als Ausgangslage für eine Spielergruppe dienen.

Warlocks mit speziellen Warbeasts sind außerdem hervorragende Antagonisten. Selbst die kampferprobtesten HORDES-Veteranen werden überrascht sein, wenn sie sich einem Gorax stellen, der mit dreifacher Grund-Geschwindigkeit rennt, oder einem Knorrenhornsatyrn, der Satyrn in seiner Umgebung einen Bonus auf Angriffs- und Schadenswürfe verleiht!

Schaut auch an kommenden Entfesselten Freitagen vorbei und bereitet euch auf die Veröffentlichung des Iron Kingdoms: Entfesselt-Abenteuersets vor!

 

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2015 by Ulisses Spiele GmbH



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