Das Praiosfest – Teil 1 der Gewinnerbeiträge

Hier hatten wir euch eingeladen, einen kurzen Artikel, ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte zum Praiosfest zu schreiben. Die Gewinnerbeiträge präsentieren wir euch nach und nach in diesem Blog. Heute: Teil 1 der Beiträge.


Von Andreas Heid:

Wenn das ewige Himmelsfeuer nach den Nächten ohne Licht seinen höchsten Stand erreicht, feiern wir das Tanga-He-Sansa (ewiges Fest der aufflammenden Lichter) und erzählen wie Kamaluq den Tapam des finsteren Burdaqs raubte.

Den Auftakt stellt der Na-Waka-Nipa (Tanz des aufgebrachten Waldes) dar. Alle Sippenmitglieder tanzen wild und schnell durcheinander. Während die Baumtrommeln dröhnen wirbeln sie wie von bösen Satuul besessen umher und erzählen wie erzürnt der ewige Wald über die Taten Burdaqs war. Dann tanzen unsere Jäger den langsamen Na-Ti-To (Tanz des aufmerksamen Laufens) zu den leisen Tönen der Nasenflöten. Denn Kamaluq folgte dem Ruf seiner Schöpfung, nahm seinen Speer und seine List und schlich sich zur Hütte Burdaqs. Dort angekommen entbrannte ein fürchterlicher Kampf und unsere Stammeskrieger tanzen den Na-Haka-Tepe (Tanz der blutsuchenden Hände). Sie stampfen, schlagen ihre Hände gegen Brust und Arme und brüllen in Todesverachtung, während die Flöten schrill pfeifen und die Trommeln dumpf schlagen. Als nächstes tanzt alleine der Schamane den Na-Scho-Tapam (Tanz der den Tapam raubt) im Kreise unserer Jüngsten, von denen jeder ein kleines Palmöllicht trägt. Der Geisterrufer wiegt sich zum Gesang der Ahnen, den nur er hört von einem zum nächsten und löscht dabei ein Licht nach dem anderen. Denn auch Kamaluq löschte alle Lichter in Burdaqs Hütte, so dass sein Tapam nie wieder zu ihm zurückfinden könne. Deshalb ist dort, wo Burdaqs Hütte am Himmel steht nur Finsternis, während das Licht aus Kamaluqs Hütte stets hell erstrahlt.

Dann bricht auch schon der Abend an und wir entzünden unzählige Lichter im ganzen Dorf und lassen sie auch in Kokosnussschalen auf das Meer treiben. Wir schmücken uns mit den Blüten der Orchideen, legen alle bösen Gedanken ab, freuen uns, dass am Himmel wieder die Lichter aus den Hütten der guten großen Tapams strahlen und tanzen gemeinsam bis in die Nacht den Na-He-Sansa (Tanz der aufflammenden Lichter).

Aus: Gespräche mit einer Darna


Von Andreas Steffens

Ein innerer Monolog eines Phex-Geweihten Händlers (Erdoj Hurlemaneff) zum Praiosfest:

Oh Himmlicher Richter,

ich weiss, du bist in vielen Dingen anderer Meinung als dein Bruder Phex.
Doch mässige deinen Zorn gegen ihn und seine Anhänger, denn wir wissen, welch' Macht du verkörperst und respektieren deine Authorität.

Ich bitte dich nicht um viel, doch höre mich an:

Strafe die Mörder und Verräter,
doch strafe nicht die Emsigen, die deine heiligen Gesetze biegen, um für sich und ihre Liebsten ein Auskommen zu sichern.

Strafe den Adel, welcher deine heiligen Gesetze nicht achtet,
doch strafe nicht den Bettler, den die Not dazu trieb, deine Gesetze zu brechen um am Leben zu bleiben.

Strafe die Preistreiber und diejenigen, die ihre Macht nicht dazu nutzen den Hilfsbedürftigen zu helfen,
doch strafe nicht den Ehrlichen, der aus seinen Mühen einen fairen Lohn erringt.

So will ich dir auch weiterhin an deinem heiligen Tag ein Opfer bringen,
und den Ketzern unseren Glauben ans Herz legen.

Zuletzt aktualisiert: 27. Dezember 2012 by Ulisses Spiele GmbH



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