Cthulhu Wars: Interview mit Sandy Petersen

H.P. Lovecraft wurde 1890 geboren und starb im Jahre 1937. Aber selbst 80 Jahre nach seinem Tod ist sein Cthulhu Mythos noch allgemein bekannt. Woran liegt das? Unter anderem an Sandy Petersen. Er ist ein großer Lovecraft-Fan und der Autor des allerersten Cthulhu-Rollenspiels "Call fo Cthulhu" – und viele Erweiterungen dafür. Nach vielen erfolgreichen Jahren als Computerspiel-Designer, ist Sandy mit einem Brettspiel in die analoge Welt zurückgekehrt. Wie kam es dazu? Das folgende Interview gibt ein paar Antworten. Die Fragen wurden von Andreas Buhlmann (Cliquenabend.de) eingereicht.

Und nebenbei: zur Cthulhu Wars Kickstarterkampagne geht es hier. 

 

Was ist Cthulhu Wars ganz allgemein?
 
Sandy: Cthulhu Wars ist ein Strategie-Spiel mit Lovecraft-Thematik, in dem es um das Ende der Welt geht. Es ist ein sehr schnelles Spiel mit fantastischen, riesigen Spielfiguren.
 
Was unterscheidet Cthulhu Wars von anderen Brettspielen?
 
Sandy: Das Spiel ist sehr asymetrisch aufgebaut. Jede Fraktion spielt sich sehr unterschiedlich und jede Partie läuft sehr offen ab. Und während die Grundregeln recht einfach sind, sind die Konflikte und Wechselwirkungen zwischen den Fraktionen, aber auch die Zauberbücher und die Kreaturen sehr fesselnd. Es gibt bereits eine riesige Fangemeinde und das wiederum hat dazu geführt, dass es jede Menge Erweiterungen gibt. 
 
In Cthulhu Wars ist die Bandbreite der Größe der Miniaturen ziemlich enorm (sie reicht von 20-180 Millimetern). Auf was muss man alles achten, wenn man solch detaillierte Miniaturen produziert?
 
Sandy: Normalerweise müssen Figuren dieser Größe immer vom Käufer zusammengebaut werden und sind aus zerbrechlichem Resin gefertigt. Wir wollten aber stabile Plastikmodelle haben, die schon fertig geliefert werden und mit denen man direkt losspielen kann. Unsere Fabrik musste im Grunde neue Techniken und neue Werkzeuge erfinden, um das überhaupt möglich zu machen – aber die Ergebnisse sprechen für sich, denke ich. 
 
Horrorspiele und Rollenspiele können durch den Einsatz von passender Musik enorm gewinnen. Planst du etwas in dieser Richtung, vielleicht innerhalb des aktuellen Kickstarters?
 
Sandy: Ich denke, die Leute da draußen kennen ihre jeweilige Spielgruppen und ihre Vorlieben am besten. Die eine Gruppe mag klassische Musik und lässt zum Beispiel gerne Orgelklänge von Bach laufen. Eine andere Gruppe hört lieber ein Album von "Bauhaus". Eine dritte bevorzugt es, einfach eine CD mit Halloween-Soundeffekten einzulegen (in den USA gibt es davon jede Menge). Jeder hat seinen eigenen Geschmack – und vor allem ist ja niemand auf nur einen Stil festgelegt. Menschen wollen an verschiedenen Spieleabenden auch mal unterschiedliche Musik. Mir geht es jedenfalls so. 
 
Welche Künstler, Alben oder Spotify-Listen würdest du denn für das Spiel vorschlagen?
 
Sandy: Meiner Meinung nach sind Film-Soundtracks eine gute Quelle für Gruselmusik, die viel zu wenig genutzt wird. Zum Beispiel die Musik, die "Goblin" in den 70ern udn 80ern für italienische Horrorfilme produzierte – die ist fantastisch! Eine andere Möglichkeit für passende Musik sind Akira Ikufubes Stücke für die alten Toho-Filme (er hat zum Beispiel den berühmtem Godzilla-Marsch komponiert, um nur ein Stück zu nennen). Aber viele gute Horrorfilme (und einige miese) enthalten echt großartige Soundtracks mit gruseliger Musik und unheilsschwangeren Soundteppichen.
 
Warum hast du dich bei diesem Projekt wieder für ein Crowdfunding entschieden?
 
Sandy: Cthulhu Wars ist natürlich als Luxus-Produkt konzipiert. Konservative Spielefirmen waren nicht in der Lage, sich vorzustellen, dass jemand so etwas haben will. Sie wollten das Risiko alle nicht eingehen. Indem wir das Projekt über Crowdfunding zum Zielpublikum bringen, konnte ich mich direkt an die Fans wenden. Sie haben meine Vision sofort verstanden. Dank des Erfolgs von Cthulhu Wars, Kingdom Death Monter und anderen, sind Luxus-Spiele natürlich inzwischen akzeptierter. Aber wie fühlen uns dennoch nach wie vor unseren Fans verpflichtet und verbunden. Das Konzept "Crowdfunding" war jedenfalls ein Segen für die Brettspielszene. Es hat den Designern die Möglichkeit gegeben, schräge und ungewöhnliche Spiele veröffentlichen zu können. 
 
Wie lange wird es dauern, dieses Spiel zu übersetzen?
 
Sandy: Das passiert bereits. Ich weiß, Cthulhu Wars wirkt wie ein riesenhaftes Produkt – aber wenn man alle Regeln zusammennimmt, sind das vielleicht 100 oder 150 Seiten an Text. Das kriegt ein Profi-Übersetzer in ein oder zwei Wochen hin. Dann geht es nur noch ums Layout, was auch wenig Zeit frisst, da im Grunde ja nur das Original-Layout übernommen werden muss.
Gibt es in der deutschen Version Änderungen, was das Spielmaterial angeht – verglichen mit der Originalversion?
 
Sandy: Wir denken darüber nach, die Print-Produkte in Europa drucken zu lassen und nicht in China. Das wird sich ein wenig auf die Materialien auswirken, aber ich gehe davon aus, dass sie dadurch eher besser werden. 
 
Ulisses ist ja eher ein Rollenspielverlag und weniger einer für Brett- oder Kartenspiele. Wie kam es zu der Partnerschaft?
 
Sandy: Stimmt. Ulisses ist vor allem für Rollenspiele bekannt – aber hier hat alles gepasst, denn wir kümmern uns um die Plastikfiguren, den Spielplan und all das – während sie für die Übersetzung und Adaption des der Texte ins Deutsche zuständig sind. Und davon haben sie natürlich eine Menge Ahnung. Besser geht es nicht!
 
Wird das Spiel nach dem Kickstarter frei im Handel zu kaufen sein – und falls nicht, warum nicht?
 
Sandy: Es war schon immer schwer, Cthulhu Wars in Spieleläden zu finden. Sogar Online ist das ein Problem. Das liegt nicht daran, dass wir es künstlich verknappen. Der Grund ist, dass das Spiel so beliebt ist, dass es immer sehr schnell ausverkauft ist. Schneller als erwartet. Wir hoffen, dass unsere Partnerschaft mit Ulisses hilft, das Spiel in deutschsprachigen Ländern leichter zu bekommen.

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2017 by Ulisses Spiele GmbH



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