CSI: Corvis – Ermittlungsmethoden bei Iron Kingdoms, Teil 2

Willkommen zurück zu unserem Blick auf kriminalistische Vorgehensweisen bei Iron Kingdoms! Eine weitere, oft übersehene Berufsfertigkeit ist Forensik, die bei der Tatortermittlung (offensichtlich) unglaublich vielseitig einsetzbar ist. Hiermit könnte man die Untersuchung der Spritzmuster von Blut durchführen. Stammen die Spritzer von arteriellen Blutungen? Stammen sie von einem Lebenden, einem bereits Toten oder gar einem Untoten? Auf diese Weise lässt sich viel über den Tathergang herausfinden, etwa darüber, ob der Angreifer Rechts- oder Linkshänder oder besonders groß oder klein war, ob er über große Kraft verfügt oder nicht, etc.

Welche Art der Munition und was für ein Kaliber kamen bei dem Vorfall zum Einsatz? Diese Frage ist unter Umständen ebenfalls sehr wichtig. Untersuchungen von Projektilen, Sprengpulver- oder anderen alchemistischen Rückständen könnten Charaktere mit der Fertigkeit Alchemie durchführen, wobei ich als Spielleiter durchaus auch erlauben würde, dass ein Charakter an dieser Stelle praktisches Wissen mit einbringen kann, das er aufgrund einer Fertigkeit wie Handwerk (Büchsenmacher) besitzt. Wird ein Projektil gefunden, könnte vielleicht sogar ein Charakter mit Handwerk (Metallbearbeitung) etwas über das Material und seinen möglicherweise charakteristischen/verräterischen Herstellungsprozess herausfinden, was wiederum mehr Informationen über den Täter enthüllen könnte.

Hand in Hand hiermit gehen auch Ermittlungen, die den Todeszeitpunkt eines Opfers bestimmen sollen, wobei auch die Untersuchung von Insektenlarven am Leichnam hilfreich sein könnten, die ein Charakter mit Fertigkeiten wie Wissen (Natur) oder auch Überlebenskunst identifizieren könnte.

In dieser Richtung bewegt sich auch ein in Alchemie ausgebildeter Tatortermittler. Das, was bei uns in der realen Welt mithilfe der Chemie analysiert wird, fällt in den Eisernen Königreichen der Alchemie zu. Verschiedenste Stoffe und Rückstände, die am Tatort gefunden wurden, könnte ein Alchemist analysieren und bei der Identifizierung magischer Gifte oder dem Zuordnen von Blut zu einem bestimmten Volk helfen. Im Falle eines Brandes könnte ein Charakter mit Alchemie auch herausfinden, wie sich das Feuer entwickelt hat, wo es gelegt wurde und welche Stoffe dabei zum Einsatz kamen.

Alchemie bietet allerdings natürlich auch eher übernatürliche Optionen. Alchemistische Substanzen wie Asche von Urcaen könnte mit den Spuren von beteiligten Geistern reagieren, finden sich Rückstände von Nachtschwarz (einem alchemistischen Stoff, der mit dem Iron Kingdoms: Stadtkompendium eingeführt wird), könnte dies ein Hinweis darauf sein, wie der Täter an sein Opfer herangekommen ist. Weitere, nach dem Ermessen von Spielern und Spielleitern frei erfundene alchemistische Substanzen könnten Spuren zurückgebliebener Emotionen andeuten oder Aufschluss darüber geben, welcher Art Magie sich ein Beteiligter bedient haben könnte.

Detektivcharaktere, welche die Karriere des Thamaritischen Advokaten besitzen (die sich ebenfalls im Stadtkompendium findet), könnte den ihm eignen Zauber Grabesflüstern einsetzen, um den Toten selbst zu Wort kommen zu lassen. Wurde ein untoter Knecht am Tatort gefunden, könnte der Thamarite auch auf seine Fertigkeit Knechte Erschaffen würfeln, um Hinweise an diesem Untoten zu finden, die mehr über seinen Schöpfer verraten, was zu weiteren Spuren führen könnte.

Der Fantasie von Spielern und Spielleitern sind an dieser Stelle keine Grenzen gesetzt. Iron Kingdoms ist mehr als nur ein elegantes Kampfsystem. Die Eisernen Königreiche bieten rollenspieltechnische Möglichkeiten, mit denen kaum ein anderes Setting in dieser Form aufwarten kann, und Tatortuntersuchung und die Aufklärung von Verbrechen sind nur zwei von vielen. Nach meiner Erfahrung ist es unheimlich schade, wenn Charaktere ausschließlich aus Kampffertigkeiten und -eigenschaften bestehen, denn dann entgeht den Spielern eine wunderbare Möglichkeit, mehr über ihre Umgebung zu erfahren und mit dieser zu interagieren. In diesem Sinne, lasst euch inspirieren und schreibt uns im Forum, welche Blüten daraus erwachsen!

Im nächsten Teil dieser Artikelreihe sehen wir uns ein paar Charakterkonzepte an, die in diesen kriminalistischen Rahmen passen und nach deren Vorbild ihr Spielercharaktere oder auch NSCs erschaffen könnt, die ihnen in ermittlungsbasierten Abenteuern begegnen können. Bis dann!

Teil 1 der Artikelreihe „CSI: Corvis“ findet ihr hier.

Inspiration und Pate für Teile dieses Artikels war ein großartiger Post von Chris Handley auf seinem Blog Darker Days Radio.

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2014 by Ulisses Spiele GmbH



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