DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon Siebenstreich » Mittwoch 1. April 2015, 15:34

Bernard Craw hat geschrieben:- Er spielt in einer Zeit, in der auch viele Abenteuer angesiedelt sind, sodass die geschilderten Ereignisse unmittelbar im Spiel eingebracht werden können. Spielercharaktere könnten sie miterlebt haben, NSCs davon berichten.


Hier ist wieder das Problem mit der Aktualität. Da die meisten DSA-Romane eben keine weltenverändernde Umwälzungen bringen, ist es in meinen Augen sehr leicht, die Geschehnisse wiederzugeben. "Das erinnert mich an den Tatzelwurm, den wir bei Baliho erschlagen haben," ist ein Satz, der jederzeit fallen kann und den man auch leicht in die Geschichte einbauen kann (die Leute in Baliho sind den Helden gegenüber besonders aufgeschlossen, sie kriegen ein Empfehlungsschreiben...).
Gut, bei "Blaues Licht" ist das aufgrund der Vergangenheit schwer.

Bernard Craw hat geschrieben:Er spielt in einer Region, die für Abenteuer beliebt ist, sodass bspw. die Schilderung einer Stadt direkt vom Spielleiter übernommen werden kann - er kann entsprechende Passagen am Rollenspielabend vortragen und seinen Spielern ein Bild der Szenerie vermitteln. Dabei gilt: je spezieller, desto besser, denn der Spielleiter will in seinem Abenteuer bspw. die Runajasko en detail beschreiben, nicht einfach irgendeine generische Magierakademie.


Das eine beißt sich natürlich mit dem Anderen: je spezieller ein Ort ist, umso weniger Abenteuer werden dort spielen, insofern muss hier gut abgewogen werden.
Aber generell gebe ich dir Recht: wenn ich einen Al'Anfa-Roman lese, sollte es sich auch wie Al'Anfa anfühlen.

Bernard Craw hat geschrieben: Protagonisten sind NSCs, die in vielen Abenteuern auftauchen, sodass sich der Spielleiter durch die Lektüre in diese NSCs hineinversetzen kann. Das hilft ihm dann bei der Darstellung dieser NSCs in seiner Spielrunde.


Stimme ich auch zu.

Bernard Craw hat geschrieben: Protagonisten sind zudem typische Heldenfiguren, die gern gespielt werden - hier können die Spieler Anregungen für Hintergründe etc. übernehmen und sich auch Handlungsweisen abschauen (wie verhält sich ein typischer Rondrageweihter, wenn die Kameraden einen feigen Hinterhalt legen wollen?).


Anregungen übernehmen: ja. Typische Figuren: nicht zwingend.
Wie man einen Kämpfer spielen kann, dafür gibt es in der Literatur mehr als genug Beispiele. In DSA existieren aber sehr viele besondere Professionen, die sich auf den ersten Blick eben nicht als gruppentauglich erweisen, und gerade bei diesen fände ich es interessant zu sehen, wie man diese vielleicht als Spielercharakter führen kann. Der Rondrianer dagegen muss (!) seine Kameraden von ihrem schändlichen Tun abhalten, da gibt es wenig dran zu rütteln. Aber wie kann ich einen Firungeweihten, der per se lieber die Einsamkeit sucht, längerfristig in eine Heldengruppe einbauen?

Bernard Craw hat geschrieben:Die Handlung ist im Wesentlichen nachspielbar, also auch für ein Rollenspielabenteuer geeignet - somit erkennt sich ein Rollenspieler wieder: "So ähnlich hätten wir in unserer Gruppe das auch gelöst" - oder eben: "Wir hätten das ganz anders gemacht" - und in ähnlichen Situationen in einem Spiel kann er Anregungen aus der Romanhandlung nehmen und in Handlungen seiner Spielfigur umsetzen.


Im Prinzip auch wieder richtig, aber der Teufel steckt im Detail. Die meisten Romane hängen davon ab, dass der Protagonist genau im richtigen Moment die richtige Idee hat, und das ist in einem Rollenspiel natürlich schwer kalkulierbar.

Ich würde aber gerne noch einen weiteren Punkt ergänzen: Stimmigkeit. Das heißt nicht nur, dass die Kaiserin natürlich Rohaja heißt, sondern auch, dass es z.B. nicht möglich ist, mit einem Kettenhemd zu zaubern.
Siebenstreich
 
Beiträge: 230
Registriert: Donnerstag 13. September 2012, 16:41

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon Bernard Craw » Mittwoch 1. April 2015, 15:56

Siebenstreich hat geschrieben:Aber generell gebe ich dir Recht: wenn ich einen Al'Anfa-Roman lese, sollte es sich auch wie Al'Anfa anfühlen.
...
Ich würde aber gerne noch einen weiteren Punkt ergänzen: Stimmigkeit. Das heißt nicht nur, dass die Kaiserin natürlich Rohaja heißt, sondern auch, dass es z.B. nicht möglich ist, mit einem Kettenhemd zu zaubern.

Das sind Punkte, die nicht mit dem Rollenspiel unmittelbar zusammenhängen, sondern mit der Hintergrundwelt (die sich alle DSA-Medien teilen). In den Naturgesetzen dieser Welt kann man nicht in einem Kettenhemd zaubern, es sei denn, man hat dafür eine außerordentlich gute Erklärung.
Stimmigkeit speziell auf das Rollenspiel bezogen würde bedeuten, dass alle im Roman auftauchenden Figuren gemäß DSA-Charaktererschaffungsregeln generiert werden könnten, dass man Astralpunkte nachhält, wenn jemand zaubert, Lebenspunkte abstreicht, wenn jemand getroffen wird, etc. Damit macht man (meines Erachtens) einen Roman sehr schnell kaputt - man hört beim Lesen im Hintergrund die Würfel klackern, die der Autor geworfen hat. Romane müssen aber dramaturgischen Regeln folgen, die durchaus auch mal im Konflikt mit einer rollenspielerischen Umsetzbarkeit stehen können.

Rollenspiel-affin sind zum Beispiel die Uthuria-Romane (Die Rose der Unsterblichkeit-Trilogie): Die kamen genau zu der Zeit, als Uthuria auch für das Rollenspiel erschlossen wurde, und erzählen sogar eine Vorgeschichte, die zu den entsprechenden Abenteuern hinführt. Da hat man also bewusst eine enge Verzahnung gewählt. Viele Leute werden diese Abenteuer spielen wollen - also bietet man ihnen Romane, deren Schilderungen am Spieltisch verwendbar sind.
Benutzeravatar
Bernard Craw
 
Beiträge: 32
Registriert: Freitag 21. September 2012, 13:46
Wohnort: Köln

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon Pack_master » Mittwoch 1. April 2015, 15:57

Natürlich ist mit Stimmigkeit der Hintergrund gemeint und nicht die Spielregeln, Bernard ;)
When I was your age, Pluto was a planet!
Benutzeravatar
Pack_master
 
Beiträge: 5375
Registriert: Samstag 8. September 2012, 14:11
Wohnort: Dortmund

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon Christian S » Mittwoch 1. April 2015, 18:42

Ich bin zwar aktiver Rollenspieler, lese die Bücher aber nicht weil ich Rollenspieler bin, sondern weil Aventurien einfach ein cooles Setting ist.

Es gibt an sich auch keinen Grund wieso ein nicht-Rollenspieler mit einem DSA-Roman nichts anfangen können sollte. Es kommt halt darauf an wie viel Wissen der Welt nötig ist, um dem Roman gut folgen zu können. Aber dieses Problem hat jeder (auch nicht DSA-)Roman und muss irgendwie gelöst werden.

In einem Roman-Universum (wie DSA) kommt man halt immer in die Bredouille wie viel jetzt erklärt werden sollte/muss oder als gegeben genommen werden kann. Ich nehme an, dass sich für die Perry Rhodan Reihe eine ähnliche Problematik stellt, obwohl kein Rollenspiel zugrunde liegt.
Avatar by Rich Burlew
Autor von The Order of the Stick
Benutzeravatar
Christian S
 
Beiträge: 118
Registriert: Samstag 23. November 2013, 15:31

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon Bernard Craw » Mittwoch 1. April 2015, 19:55

Christian S hat geschrieben:Ich nehme an, dass sich für die Perry Rhodan Reihe eine ähnliche Problematik stellt, obwohl kein Rollenspiel zugrunde liegt.

Unter meinem Pseudonym Robert Corvus darf ich ab und zu auch etwas zu Perry Rhodan beisteuern, daher traue ich mir einen Vergleich zu. Bei den meisten Perry-Rhodan-Elementen, insbesondere bei der Hauptserie und bei NEO, gibt es eine verbindende Handlung zwischen den Heftromanen bzw. Taschenheften. Im Prinzip handelt es sich also um eine endlos laufende Erzählung (mit diversen Nebensträngen). Von daher muss jemand, der mittendrin einsteigt, nicht nur mit einem unbekannten Serienuniversum, sondern auch mit einer unbekannten Haupthandlung leben, die oft auch die Binnenhandlung der einzelnen Episode entscheidend beeinflusst. Das ist die größere Herausforderung.
Aus diesem Grund teilt die Perry-Rhodan-Hauptserie die Handlung in Zyklen, die in der Regel 100 Hefte umfassen, also ca. 2 Jahre Erscheinungszeitraum. Dann werden die wesentlichen Handlungsbögen abgeschlossen, und mit der glatten 100er-Nummer beginnen neue. Da die Handlungsbögen oft mit der Erforschung bestimmter Eigenheiten im Universum zu tun haben, ist deren Kenntnis im nächsten Zyklus oft nicht mehr allzu entscheidend, weil sich die Protagonisten dann in einem anderen Gebiet mit anderen Herausforderungen herumschlagen. Bei NEO gibt es alle 25 Taschenhefte (= ca. 1 x pro Jahr) einen ähnlichen Aufsetzpunkt. Bis Nr. 74 war man im Herzen des Arkonidischen Imperiums unterwegs, seit Nr. 75 ist man zurück auf der Erde. Die Eigenheiten des Settings im Arkon-System sind daher für das Verständnis der laufenden Handlung kaum noch relevant.
Aus diesem Ansatz folgt, dass die entsprechenden Nummern (glatte 100er bzw. 25er-Schritte) zum Einstieg empfohlen werden. Interessanterweise habe ich aber kaum jemanden getroffen, der wirklich mit einer solchen Nummer eingestiegen wäre. Die meisten springen ins kalte Wasser, "ertragen" die Unsicherheit bzw. erfreuen sich an dem neuen Universum, das sich vor ihnen auftut, lesen weiter und werden so allmählich vertraut mit dem Serienuniversum. Ich bin beispielsweise mit Nr. 507 eingestiegen.

Summa Summarum: Bei DSA ist der Einstieg noch vergleichsweise leicht, weil es (von überschaubaren Reihen wie Isenborn, Galotta, Die Türme von Taladur abgesehen) keine verbindende Handlung zwischen den Romanen gibt.
Benutzeravatar
Bernard Craw
 
Beiträge: 32
Registriert: Freitag 21. September 2012, 13:46
Wohnort: Köln

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon zakkarus » Mittwoch 1. April 2015, 20:21

Daher finde ich die Kurzgeschichten-Sammlungen so reizvoll - alles grundverschieden und können überall in Aventurien spielen - da sie nur die Oberfläche ankratzen - oder ergänzen (wie "Garadan" oder "Greifax's Vermächtnis").
Benutzeravatar
zakkarus
 
Beiträge: 4887
Registriert: Sonntag 9. September 2012, 19:40
Wohnort: Hamburg

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon Marco Gall » Samstag 2. Mai 2015, 08:32

Ich würde mehr Geschichten gerne lesen, die aus Sicht von Personen mit eingeschränkten Gedankengut oder anderer Rassen, also mit deren Gedankengut geschrieben worden ist, ähnlich wie "Westwärts Geschuppte". Ich mag es, wenn die Taten der Hauptpersonen nicht nur beschrieben werden, sondern auch aus deren Blick- und Gedankenwelt beschrieben ist. Sei es ein "Barbar" in der Zivilisation, wenn zwei Rassen aufeinander Treffen oder auch mal ein Stadtbewohner auf dem Land oder gar andere Kultur. Es bleibt viel zu häufig in den Geschichten auf der Strecke, das diese sich dort erst Orientieren müssen und (ggf auch falsch) Schlussfolgerungen aus dem Richtig und Falsch ziehen müssen. Meist ist das immer in einen Nebensatz "Die verhalten sich irgendwie seltsam" abgeschert und weiter geht es mit der Haupthandlung. Aber auch der Grund, warum sich eben jene Fremden so verhalten, deren Gedanken, wird zu selten beschrieben...
Wer einen Fehler findet... der darf ihn behalten.
Marco Gall
 
Beiträge: 154
Registriert: Montag 17. September 2012, 11:01
Wohnort: Osnabrück

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon zakkarus » Samstag 2. Mai 2015, 17:57

Wenn ich den Hinweis im "Die verlorene Lande" (S.6) nicht mißverstehe, kommt ein Roman zu Leonardo. :D
Benutzeravatar
zakkarus
 
Beiträge: 4887
Registriert: Sonntag 9. September 2012, 19:40
Wohnort: Hamburg

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon Karabustel » Montag 11. Mai 2015, 09:09

Weiß eigentlich zufällig jemand, ob noch ein Roman mit der Reihennummer 11083 in Vorbereitung ist? Der neueste Band ("Der Pfad des Phex") hat ja bereits die Nummer 11096 erhalten...
Die Nummern 11087 und 11090 sind ja dankenswerterweise an die gedruckten Ausgaben der zunächst als pdf erschienenen Anthologien "Das Echo der Tiefe" und "Schattenlichter" vergeben worden, sodass die Nummer 11083 die derzeit einzige 'Lücke' in der fortlaufenden Nummerierung darstellt - aber die besteht schon ziemlich lange.

[Ich bin mir bewusst, dass für die meisten Szene-Insider die DSA-Nummern entscheidend sind und nicht die Reihennummern; da ich jedoch für ein Szene-externes Medium bibliographisch tätig bin muss ich mich an den Reihennummern orientieren.]
Karabustel
 
Beiträge: 18
Registriert: Donnerstag 13. September 2012, 21:57

Re: DSA Romane - Was wollen wir gerne lesen?

Beitragvon Rekki Thorkarson » Dienstag 12. Mai 2015, 15:22

zakkarus hat geschrieben:Wenn ich den Hinweis im "Die verlorene Lande" (S.6) nicht mißverstehe, kommt ein Roman zu Leonardo. :D


Argh, ich hab den Band noch nicht. Was steht denn da? :)
Rekki Thorkarson
 
Beiträge: 468
Registriert: Mittwoch 10. Oktober 2012, 11:27
Wohnort: Breitenburg

VorherigeNächste

Zurück zu Ulisses-Romane



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast