[Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

[Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon Ju-mo » Donnerstag 28. Juli 2016, 12:59

Ich hab schon vor einiger Zeit mal angemerkt, dass ich über unsere aktuelle Kampagne einen Spielbericht schreiben werde.
Nur leider hat sich das aufgrund eines meiner Spieler, der es einfach nicht zusammengebracht hat seine Backgroundstory fertig zu schreiben, ein bisschen verzögert.
Wir haben derzeit schon 4 Sitzungen gehabt, ich schreibe allerdings noch an der 2ten. Die sind etwas länger geworden als ursprünglich gedacht.

Damit ist er der ich weiß nicht wie vielte Königsmacher Spielbericht, ich hoffe einfach das die Leute noch nicht genug davon haben.
Er ist allerdings etwas anders aufgezogen als die anderen und deswegen etwas länger. Einfach weil ich zum schreiben begonnen habe
und in mein alte "Schreiben wir eine Fantasy geschichte" Schreibweise gerutscht bin.
Deswegen kommen die Erklärungen aus dem off erst immer nach jedem Bericht als Fazit.

Es sind zu meinem Bedauern nicht nicht ganz 1:1 die Sachen die meine Spieler gemacht haben.
Einfach weil ich mich nicht mehr daran erinnern kann wer in der zweiten Sitzung wann mit was für einem Effekt wen getroffen hat.
Allerdings stimmt das meiste (auch was die Kämpfe angeht) da ich im Zweifelsfall immer meine Spieler frage und dann aus allen Informationen versuche die Stelle zu rekonstruieren.
Auch die wörtlichen Reden sind teilweise vergessen, ausgelassen oder gekürzt worden, aus selbigen Gründen. Alles merkt man sich einfach nicht.
Von der Aussage/dem Geschehen stimmt es allerdings immer.



Nun zu ein paar Feinheiten der Kampagne:
Erlaubt ist alles was Paizo herausbringt, verwendet wird effetkiv allerdigns fast ausschließlich das deutsche PRD und alle Regelwerke die wir haben.
Wir spielen prinzipiel mit den Unchained Klassen (auch wenn derzeit keine davon vorkommen).
Sowie mit dem "Backgroundskill"-System: +2 extra Fertigkeitsrängen auf eher unwichtige Fähigkeiten (Handwerk, Beruf etc.)
Dazu kommen auch die "Alternativen Handwerksregeln", wobei ich hier auch erlaube Stundenweise zu arbeiten. Also nach 6 Stunden Reise, noch mal 2 Stunden schmieden, wieso nicht.
Wir spielen auch mit den "Verletzungsstufen", hier allerdings mit der Anpassung, dass -1 immer Kampfunfähig ist und die KO nicht extra berücksichtigt wird.
Das geht dank einem "Excel-Lebensrechner" ziemlich einfach.
Krit und Patzerkarten werden verwendet.
Legendenregeln habe ich nicht vor zu verwenden.

Es sind 5 Spieler und sie wollen bis Stufe 20 kommen, heißt es werden ein paar extra Begegnungen drinnen sein, damit sie vorm Ende ihre 20zigste Stufe erreichen.
Dementprechend werden im laufe des Spieles die Gegner angepasst.

Konstruktive Kritik und Feedback sind sowohl zum Inhalt, als auch zur Schreibweise und etweiigen Fehlern sind erwünscht. :D
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
Ju-mo
 
Beiträge: 2134
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:45

Re: [Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon Ju-mo » Donnerstag 28. Juli 2016, 12:59

Andolin
Ritter des Schwertordens,
Archetyp: Bestienreiter

Volk: . . . . . . . . . . . . . . . . . . Suli
Alter: . . . . . . . . . . . . . . . . .30 Jahre
Größe: . . . . . . . . . . . . . . . .1,65 m
Gewicht: . . . . . . . . . . . . . .140 pfd/ 64 kg [BMI = 23,5]
Haarfarbe: . . . . . . . . . . . .Braun mit grauen Stellen. Bart in derselben Farbe.
Augenfarbe: . . . . . . . . . . helles Braun
Gewand: . . . . . . . . . . . . . . Schwarzes Hemd, rotes Gelee mit einem blauen Kapuzenmantel, für Offizieles. Leinenhemnd und Lederhose fürs Abenteuer

Lang ist es her. So endlos lange Tage sind vergangen, seitdem ich zu träumen aufgehört habe.
Ich erinnere mich noch an das herzhafte Lachen der anderen Kinder im Dorf.
An die halbernst gemeinten Rufe der Dorfbewohner sie sollen doch mehr aufpassen.
Daran wie ich mit meinen Freunden auf unseren stolzen „Rössern“ die schlammigen Straßen entlanggeritten bin.
Gerne würde ich mich an ihre Gesichter erinnern, doch diese waren nur graue Schemen in meiner Erinnerung. Auch ihre Namen waren mir längst empfahlen.
Hin und wieder veränderte sich die Erinnerung. Dann wurden aus wilden Verfolgungsjagten, edle Schlachten um den saftigsten Apfel.
Doch eines blieb immer gleich:
Die vier Reiter, die von dem Leichenberg in der Dorfmitte davon ritten.

Wir waren kein reiches Dorf, aber wir kamen meistens ohne zu hungern über den Winter. Die Ritter eines Barons kauften ihre Reittiere beim einen im Dorf lebenden Züchter.
Mein Vater erzählte mit immer, wie sie diese Tiere in seiner Jugend gejagt hatten, da sie angeblich Vorboten des Todes waren. Aber man lernte sie schätzen und letztendlich zu zähmen.
Und manch ein mutiger Ritter erkor dann ein Wolf zu seinem Reittier aus.
Meistens waren es Halb-Orks, die einen Wolf einem Pferd vorzogen, doch auch einige der menschlichen Ritter entschieden sich dafür.
Ich wollte auch immer eines Tages meinen eigenen Wolf haben.
Meine Mutter warnte mich allerdings immer vor ihnen. In ihren Augen waren sie alle Bestien.
Hin und wieder blieb einer der Ritter über Nacht und zeigte ein paar Tricks mit dem Schwert oder erzählte seine Geschichte.

Ich war wie fast jeden Tag mit meinen Freunden bei dem alten Züchter. Normalerweise herrschte eine freudige Atmosphäre in seinen Ställen. Aber heute war etwas anders.
Es lag eine fast greifbare Spannung in der Luft. Die Wölfe schienen nervös zu sein.
Es brauchte schon einiges, um diesen Tieren Angst zu machen.
Waren doch sie diejenigen, die normalerweise Angst in ihrer Beute hervorriefen.
Als dann der Regen kam, sahen wir sie. Vier Reiter kamen die einzige Straße zum Dorf entlang.
Wir sahen schon von der Weite, dass sie bewaffnet waren.
Der ganz links trug einen dunkelblauen Kapuzenmantel, dessen Kapuze er tief ins Gesicht gezogen hatte. Er war mit einer riesigen Kriegsaxt bewaffnet.
Der nächste trug ebenfalls einen Mantel wie der erste, nur war dieser von einem unnatürlich tiefem Schwarz. Er trug eine Sense, geschaffen nicht um Getreide, sondern Menschen nieder zu mähen.
Auch der Vorletzte trug denselben Kapuzenmantel wie seine Begleiter. Seiner war von einem ungesunden Grün. Im Gegensatz zu allen anderen, trug er keine Waffe, sondern nur einen Stab.
Dieser glich einer verdrehten Wurzel, an deren oberen Ende sich ein Auge befand.
Der Kapuzenmantel der letzte der vier Reiter hatte die Farbe von frischem Blut.
In seinen Händen hielt er zwei grausam aussehende Schlachtmesser.

Ich weiß nicht wie und warum ich der einzige war, der das Massaker überlebt hat.
Aber als ich aufwachte, sah ich die Reiter gen Horizont reiten. Zurück ließen sie einen Leichenberg, den sie in der Dorfmitte aufgetürmt hatten. Ganz oben sah ich meine fünf Jahre alte Schwester.
Sie war wie ein Stück Feuerholz in der Mitte zerteilt worden. Ich lief, so schnell wie meine kleinen Beine mich tragen konnten, nach Hause.
Ich dachte vielleicht wären sie nicht zum etwas abseits gelegenen Hof geritten. Doch alles, was ich fand, war eine schwellende Ruine, dort wo eigentlich unser Haus und Hof hätte sein sollen.
Das schlimmste allerdings waren die Leichen. Am Rande des Waldes waren meine Eltern aufgehängt und ausgeweidet worden, fast so als würde man eine Botschaft zurücklassen wollen.
Meine Knie brachen unter mir zusammen. Die Welt schien stillzustehen und alle ihre Farben zu verlieren.
Ich kann nicht sagen, wie lange ich dort kniete und ungläubig zu den Überbleibseln meiner Eltern hinauf schaue. Es hätte Stunden aber auch Sekunden sein können.
Als sich plötzlich etwas in den Büschen bewegte. Wie in Trance nahm ich das Messer aus meiner Tasche und nahm eine Kampfhaltung ein, die mir einer der Ritter einmal beigebracht hatte.
Doch aus dem Buschwerk stieg keiner der Vier Reiter hervor. Sondern etwas, was ich bis dahin nur aus Legenden kannte. Ein Greif! Auf dem Greif saß eine Gestalt in schwerer Rüstung.
Ich wollte sein Gesicht sehen, doch die Sonne riss in diesem Moment die Wolken auf und blendete mich. Ich hörte ihn etwas murmeln, danach schlief ich ein.

Als ich aufwachte, lag ich in einem Bett. Ja, ein richtiges Bett mit einer Matratze aus Federn und nicht Stroh, wie es bei uns im Dorf üblich war.
Als ich versuchte aufzustehen, fuhr mir ein Schmerz durch meinen Unterleib, als hätte man mir einen glühenden Schürhaken in den Bauch gebohrt.
An deiner Stelle würde ich mich nicht so viel bewegen“, kam es von einer rauen Stimme außerhalb meines Sichtfeldes.
Ich versuchte meinen Kopf zu drehen, um mir den geheimnisvollen Sprecher anzusehen,
doch wieder schmerzten mein Bauch und dazu nun auch mein gesamter Rücken, der in Flammen zu stehen schien.
Ich konnte es nicht länger ertragen und wollte schreien.
Das Ergebnis war aber nur ein schwaches Röcheln.
Was sagte ich dir gerade? Idiot.“, fuhr die Stimme mich an.

Als meine Schmerzen sich wieder legten und ich keuchend und schweißgebadet wieder still dalag, hörte ich, dass jemand Aufstand.
Das war auch kaum zu überhören, denn anscheinend trug besagter Jemand eine Rüstung. Ich bemerkte, dass sich am Ende des Bettes etwas bewegte.
Meine Augen weiteten sich, als mir klar wurde, dass mein Retter der Greifenreiter war.
Was sich dort am Ende meines Bettes bewegte, war nicht weniger als eine jener riesigen und zugleich majestätischen Raubtiere.
Mir wurde ein Wasserschlauch gereicht und da meine Kehle sich anfühlte, als würden dort Dornen wachsen, trank ich gierig einen großen Schluck.
Nur um sofort einen Hustenkrampf zu bekommen. Das in dem Schlauch war gar kein Wasser.
Es war starkes Honigbier, wie es die Nordländer in ihren Langhäusern zu trinken pflegten.
Einer der Ritter hatte einmal eine Kostprobe mitgehabt und uns die Geschichten dazu erzählt.
AHAHAHAHA! Ziemliches Leichtgewicht wie es aussieht, oder nicht Junge?
Und da sah ich zum ersten Mal das Gesicht meines Retters. Bereits graues schulterlanges Haar rahmte ein Gesicht ein, welches etliche Falten zierte.
Diese sahen allerdings mehr danach aus, als ob er öfters lachte. Dieses Gesicht trug Zeichen eines Kämpfers, eine mehrfach gebrochene Nase,
eine Narbe, die quer über die Nase verlief, und eine weitere Narbe, die ihm vom rechten Mundwinkel bis zum seinem rechten Ohr verlief.
Dies ließ es aussehen, als ob er ständig lächeln würde, aber nicht ein freundliches. Sondern eines der Sorte, wie es sonst nur der Dorfirre im Gesicht hatte.
Das einzige, was nicht zu diesem Gesicht passte, waren diese Augen, die die Farbe eines klaren Bergsees hatten. Diese Augen, aus denen so viel Edelmut und Intelligenz sprach.
Bist etwa stumm? Oder warum glotzt du mich so an! Deine Eltern wohl keine Manieren beigebracht wie? Na, das lässt sich korrigieren.
Ich beeilte mich zu antworten, denn er setzte an mir eine Ohrfeige zu verpassen.
Doch ich kann sprechen.
Er hielt inne. „Geht ja.
Ich hatte noch immer keine Idee, wo ich überhaupt war oder wer der Ritter war.
Wo bin ich hi-“ Da traf mich die Ohrfeige, die er vorher angefangen hatte und ich zuckte zusammen.
Du redest nur, wenn du gefragt bist.“ Es dauerte ein wenig, bis ich mein Schluchzen wieder unterbrechen konnte. Dann begann er wieder zu sprechen.
Ich bin hier der Herr im Haus. Ich gestatte dir hier zu bleiben, bis du gehen kannst. Danach bist du weg von hier, verstanden?
...
Ich fragte, ob du mich verstanden hast!?
Ja S-Sir“ war das einzige, was ich herausbrachte.
Du darfst mich Sir Barodan nennen.“ Danach verließ er mit seiner Bestie den Raum. Ich konnte ihr zum ersten Mal in die Augen sehen. Und beinahe hätte ich laut aufgeschrien.
Diese Augen waren das genaue Gegenteil von denen seines Herrn. Anstelle von dem Weißen im Auge war dort nur Schwarz. Dasselbe Schwarz wie der Mantel des Reiters mit der Sense.
Und die Pupille war von einem dunkelrot, welches dem von getrocknetem Blut ähnelte. Dann schlug die Tür zu.

Die folgenden zwei Wochen verliefen ereignislos. Doch fragte ich mich, woher meine Wunden kamen. Die Reiter, die mein Dorf von der Landkarte entfernten, waren es nicht.
Die sah ich nur auf einige Entfernung. Schließlich kam der Tag an dem ich wieder stehen konnte.
Nun Junge, hier hast du dein lächerliches Messer zurück.
Er gab mir mein Messer zurück, welches ich verloren glaubte.
Falls du denkst du könntest hierher oder zu deinem Dorf zurückkehren, irrst du dich. Dein Dorf ist Asche und wenn du hierher wiederkehrst, prügel ich dich eigenhändig wieder auf die Straße!
Wenn du nach Süden gehst, findest du ein paar Bauernhöfe. Vielleicht nehmen die ja einen wie dich auf.


Dann wandte er sich ab und ging. Also ging ich auch. Ich hielt mich nach Süden, so gut ich könnte, denn ich konnte den Sonnenstand nicht genau erkennen. Es war ein bewölkter Tag.
Und ich ging und ging und ging. Nach einem Tagesmarsch kam ich halb verhungert an einem Bauernhof an. Ich klopfte und kippte praktisch in dieser Sekunde um, in der die Tür aufging.

Wieder wachte ich in einem Bett auf. Diesmal war es ein sehr kleines mit Stroh als Unterlage und einer rauen Wolldecke. Auch mein Retter war ein anderer.
Er war ein streng dreinblickender, älterer Mann mit einigen Sorgenfalten im Gesicht. Ich setzte mich auf.
Gut, du lebst noch.“ sagte er. Hier nimmt was zu essen, und er gab mir eine Schüssel mit Eintopf. Ich schlang die den Eintopf so schnell es ging runter.
Na na, sachte mein Junge.“ sagte er nun etwas sanfter. Als ich fertig war, traute ich mich nicht zu sprechen, aus Angst er könnte wie mein letzter Retter sein.
Hat es dir die Sprache verschlagen oder was?“ Ich antwortete so schnell ich konnte
Nein Sir, ich kann sprechen.“ Der Alte brach in schallendes Gelächter aus. Ich sah ihn etwas verwirrt an schwieg aber.
Entschuldige es ist nur, das letzte Mal, das mich jemand Sir genannt hat, war vor einer Ewigkeit. Ich bin nur ein Bauer. Du kannst mich Brutaras nennen.

Er stellt mir ein paar Fragen, wer ich war, was ich mich hierher führt udn ähnliches.
Schlußendlich er mich, wo ich denn hinwollte.
Ich weiß es nicht.“, gestand ich ihm.
Der Alter runzelte zwar die Stirn, schwieg aber erstmal.
Mein Vater war auch Bauer. Ich hab nirgendwo mehr hinzugehen. Ich könnte dir bei der Arbeit helfen und dafür hier leben.
Nun ja, ich weiß nicht. Allerdings es ist mehr Arbeit, als ich allein bewältigen könnte und ich wollte mir sowieso eine Hilfskraft anheuern.
Also gut du hast 2 Wochen dich zu beweisen, danach entscheide ich.

Die zwei Wochen verliefen ereignislos.
Ich tat meine Arbeit und bereits nach 3 Tagen war klar, dass ich bleiben würde.

Die Jahre vergingen und ohne Größere Ereignisse. Die Jahreszeiten kamen und gingen und immer mehr und mehr musste ich die Arbeit übernehmen,
da der damals schon nicht mehr junge Mann sich immer schwerer tat mit dem Aufstehen. Eines Tages kam es, wie es kommen musste und er wachte aus seinem Schlaf nicht mehr auf.
Ich begrub ihn im Hof und bedankte mich ein letztes Mal bei seinem Grab dafür, dass er mich aufgenommen hatte.
An diesem Tag verkaufte ich den Hof und zog mit dem Geld gen Süden.
Ich nahm mir ein Pferd aus den Ställen, die ich jahrelang pflegte und den Karren mit, dem ich in das Dorf fuhr, um Getreide zu verkaufen.
Nach ein paar Tagen Reise sah ich das ein junge Ehepaar, das auch nach Süden zog, so sah es zumindest aus, von ein paar Banditen überfallen wurde.

Schnell schnappte ich mir das Schwert, das ich ebenfalls aus der Hütte des Alten mitgenommen hatte.
Einmal erzählte er mir, dass er vor langer Zeit ein Schwertjunker gewesen war. Auch nahm ich mir den Schild, der noch kein Wappen zierte. Das änderte sich bald.

Zwei Banditen mit leichten Lederrüstungen umstellten das Paar. Der besser gerüstete war wahrscheinlich der Anführer. Er hatte einen Schuppenpanzer und stand etwas abseits.
Alle hatten den Rücken zu mir gedreht, also schlich ich mich so gut ich ging an und schlug dem Anführer den Knauf meines Schwertes in den Nacken.
Er brach wie vom Blitz getroffen zusammen, zu meinem Unglück verursachte seine Rüstung nun einen ziemlichen Lärm.
Die anderen zwei drehten sich sofort um und nach einer Schrecksekunde sprang der erste schon auf mich zu.
Der Dolch kam gefährlich nah an meine Kehle ran, bevor ich den Schild im Reflex nach oben stieß und den Unterarm des Banditen mit lautem Knacken brach.
Er schrie laut auf und ließ den Dolch fallen. Ein zweiter kam auf meine rechte Seite und bevor er mit seinem Messer nahe genug kommen konnte, schlug ich mit dem Schwert nach den Beinen des Banditen.
Er versuchte zu springen, was ihm nicht ganz gelang, denn mein Schwert traf mit der Breitseite seinen Fuß. Der Bandit stürzte offensichtlich nicht mehr in der Lage wieder aufzustehen.
Sein Fuß stand senkrecht von seinem Bein ab. Der letzte wirkte nicht mehr ganz so sicher. Er drehte den Schaft seiner Axt in der Hand und blickte nervös zu dem Pärchen.
Bevor er einen Schritt in die Richtung der beiden machte, stürmte ich bereits auf ihn zu und rammte ihm den Schild in den Unterleib. Er ging bewusstlos zu Boden.

Ich fesselte die Banditen und warf sie auf meinen Karren. Die Ausrüstung gab ich dem Ehepaar. Sie sollten sie verkaufen, um ein bisschen mehr Gold in der Tasche zu haben.
Nur den Schuppenpanzer behielt ich mir. Ich fuhr einen halben Tag, bis ich zu einer Stadteinfahrt kam. Von innen hörte man schon Herolde diverse Sachen ankündigen.
Auf dem Stadttor war ein einfaches Holzbrett in das der Name „Restow“ geschnitzt war....
Zuletzt geändert von Ju-mo am Donnerstag 28. Juli 2016, 20:21, insgesamt 1-mal geändert.
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
Ju-mo
 
Beiträge: 2134
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:45

Re: [Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon Ju-mo » Donnerstag 28. Juli 2016, 13:00

Argrion (Falkfeder)
Kämpfer
Archetyp: Bogenschütze

Volk: . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mensch
Alter: . . . . . . . . . . . . . . . . .17 Jahre
Größe: . . . . . . . . . . . . . . . .1,65 m
Gewicht: . . . . . . . . . . . . . .130 pfd/ 59 kg [BMI = 21,7]
Haarfarbe: . . . . . . . . . . . .Dunkelbraun, relativ kurz, Kinnbart
Augenfarbe: . . . . . . . . . . Grün
Gewand: . . . . . . . . . . . . . . Braunes, mit blauen Akzenten an verschiedenen Stellen
Hut: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dreispitz, ebenfalls Blau


Im südlichen Brevoy, zwischen Neu-Stetven und Restow, nicht weit vom Gronziwald, befand sich das Anwesen der Falkfeders, einer Familie niederen Adels, damals Landlords des anliegenden Dorfes.
Lord Arwin Falkfeder hatte nach seinen zahlreichen Abenteuern sich hier zur Ruhe gesetzt, gemeinsam mit seiner Frau, Ina, die ihm zwei Söhne gebar: Lorkin und 4 Jahre später Argrion.

Lorkin war immer schon der hitzigere der beiden gewesen. Er begann schon sehr früh mit Schwertkampfübungen,
und wenn er nichts zu tun hatte forderte zum Spaß gerne die nahe des Waldes lagernden Holzfäller zu Faustkämpfen heraus.
Seit der Geburt seines jüngeren Bruders, Argrion, fühlte er sich jedoch mehr und mehr benachteiligt.
Argrion durfte öfter im Dorf mit den anderen Kindern spielen, vor allem mit dem Sohn des im Dorf lebenden Bogenbauers, sein Vater ging öfter mit ihm in den Wald auf die Jagd,
und beschäftigte sich generell mehr mit ihm, obwohl letzteres möglicherweise mit Argrions Faszination für Bögen und andere Fernkampfwaffen zu tun hatte, die er von seinem Vater geerbt hatte.
Aber Lorkin war zunehmend verärgert, jedes Mal wenn seine Mutter Argrion einen Extrawunsch erfüllte, der Lorkin immer verweigert worden war, jedes mal wenn Lorkin auf ihn aufpassen musste.
Argrion war, im Gegensatz zu seinem Bruder, ruhiger, was man schon an seiner Vorliebe für Bögen erkennen konnte.
Lorkin hatte einfach nie die Geduld einen Bogen ruhig zu halten und dann auch noch ein Ziel zu treffen. Außerdem war er eine Niete in allen Dingen, die mit Lügen zu tun hatten.
Warum sollte er auch lügen? Die meisten Dinge, um die er bat, wurden ihm sowieso erlaubt. Sein Bruder hatte es damit schon schwerer.
Das eine Mal aus der Speisekammer gestohlen, das andere Mal in der Nacht weggeschlichen. Er hatte es satt von seiner Familie herumkommandiert zu werden.
Das führte logischerweise auch zu einigen Streitigkeiten, wenn er dabei erwischt wurde.

Als Argrion zwölf Jahre alt war erforschte er mit seinem Bruder den Keller des Anwesens. Der Keller war in mehrere Räume und Gänge unterteilt, jeweils zum Lagern unterschiedlicher Gegenstände konzipiert.
Einer der Räume war voll gestapelt mit Weinfässern unterschiedlicher Herkunft, ein anderer beinhaltete Bögen, Armbrüste und andere Waffen.
Aber ein Raum schien unpassend: Er war zum Großteil leer, mit einem Ziegelmuster auf der Wand, dass sich nicht an den anderen Wänden erkennen ließ.
Argrion untersuchte die Wand, er fand einen Stein, der sich leicht in die Wand drücken ließ. Ein leises Klicken ertönte.
Warst du das gerade, Argrion?“
„Ich hab nur den Stein hier hineingedrückt. Glaubst du, dass das eine Geheimtür ist?

Könnte sein.“
Nach einigem herum experimentieren schafften sie es, die Tür zu öffnen. Hinter der Tür befand sich ein dunkler Gang. Lorkin ging zuerst.
Nach einigen Schritten machte der Gang eine Linkskurve und gab einen größeren Raum frei, der zwar breiter, aber trotzdem nicht höher als die anderen Räume des Kellers war.
Der Raum war erhellt von leuchtenden Steinen, die leicht über dem Boden schwebten.
Ich habe mich immer schon gewundert, warum der Keller des Hauses so klein war“, sagte Lorkin. Er ging mit der Fackel in der Hand in den Raum hinein.
Hey Argrion! Schau dir das an, all diese Sachen… Das sieht irgendwie echt teuer aus, kein Wunder, dass Vater das ganze Zeug für sich behält[i]“
Argrion war ebenso fasziniert an der Vielzahl an unterschiedlichen Gegenständen, die im Raum verstreut herumlagen, unter anderem auch verzierte Bögen aus einem fremdartigen Holz.
„[i]Na, warum so sprachlos? Denkst du wir sollten was davon mitnehmen? Bei all dem Zeug wird er niemals bemerken, dass etwas fehlt.

Ich weiß nicht so recht… Vater wird sicher sauer, wenn er es bemerkt, und vielleicht…
Als ob der was merken würde; Klar, dass du nichts klauen würdest, verwöhnt, wie du bist. Aber MIR, mir schenkt niemand etwas.
Argrion, verärgert über Lorkins verächtliche Art von ihrem Vater zu sprechen, verlor seine Geduld und ging auf Lorkin los, der ebenfalls nicht sanft mit Argrion umging.
Nach einiger Zeit, es war klar, dass Lorkin die Überhand besaß, stieß er Argrion beiseite und schnappte sich einen der im Raum liegenden Gegenstände.
Dann drehte er sich zu Argrion um und sagte:
Eigentlich hab ich euch eh alle satt. Mal sehen wie ihr ohne mich auskommt. Vater hat sich sicher schon seit einiger Zeit auf eine Gelegenheit gewartet mich zu enterben.
Wenn ich fertig bin wird er wohl nicht mehr so viel zu vererben haben! Keine sorge, es wird dich schon jemand finden hier unten...

Daraufhin knockte er Argrion mit dem Knauf des Dolches, den er immer dabei hatte, aus und verließ den Geheimraum mit dem gestohlenen Gegenstand.

Einige Zeit später, Argrion war aufgewacht und befand sich in seinem Bett, hatte sein Vater ihm erzählt, dass Lorkin verschwunden war.
Argrion konnte sich nur mehr vage daran erinnern was im Keller vorgefallen war, sein Kopf tat ihm immer noch weh.
Sein Vater erklärte ihm bereits am zweiten Tag nach dem Vorfall als der Familie verstoßen und wie erwartet kehrte Lorkin auch in den nächsten Wochen nicht mehr zurück.

Einige Monate später, es war Argrion’s 14. Geburtstag, geschah es: Argrion war gerade im Wald auf der Jagd, als er das Donnern von Hufen hörte. Neugierig schlich er sich in die Näher der Straße.
Dort erblickte er eine Kolonne von vorbeireitenden Soldaten, die alle das Wappen der Feontils trugen.
Verwundert, was denn die Feontils bei ihnen zu suchen hatten und warum sie in voller Montur auf das Anwesen zuritten, schlich er sich im Schutz der relativ dichten Büsche neben der Straße näher zum Anwesen.
Als er am Waldrand angekommen war, erkannte er die gerade vorbeigerittene Gruppe Soldaten. Nachdem gut ein Dutzend Soldaten vorbeigezogen waren, erblickte er seinen Bruder unter ihnen,
etwas anders gekleidet als sonst, aber immer noch das Breitschwert an seiner Seite, das er damals aus dem Keller gestohlen hatte.
Was geht hier vor?“, dachte Argrion.
Was macht mein Bruder bei den Feontils, diesen geldgierigen Schweinen? – Obwohl, die Schatzkammer! Ich muss Vater warnen!“
Er machte auf der Stelle kehrt und rannte in den Wald zum Ausgang des Geheimgangs, für den Fall, dass das Anwesen angegriffen wurde.
Unterdessen hatte Lord Egion Feontil bereits das Haus gestürmt und war in der Haupthalle auf Arwin Falkfeder gestoßen. Egion stand mit einigen Soldaten nahe des Eingangs,
Mein Land und mein Anwesen euch übergeben? Niemals!“, sagte Arwin.
Dann werde ich nicht viel anderes tun können als euch zu töten, Lord Arwin“, erwiderte Egion.
Daraufhin stürmte er auf Arwin zu, Stahl traf auf Stahl. Die beiden lieferten sich einen harten Kampf, während die verbliebenen Anhänger Arwins gegen Egions Soldaten kämpften.
Arwin musste zusehen, wie im Hintergrund seines Kampfes sein Anwesen in Brand gesteckt wurde. Nach in etwa 20 Minuten verbitterten Kampfes war Arwin bereits ziemlich erschöpft.
Er war nicht mehr in Übung. Auf einmal machte Egion einen unerwarteten Schritt und traf Arwin bei der Hüfte.
Arwin zuckte zusammen und wollte zuerst weiterkämpfen, hörte dann aber Argrions Stimme:
Vater!
Erinnert an seinen Sohn machte er einen Satz nach hinten und rannte zu Argrion.
Wo ist Mutter?“, fragte Argrion.
Ich hoffe sie ist bereits draußen bei den anderen. Wir sollten ebenfalls fliehen, also los!

Nachdem sie durch den Geheimtunnel entkommen waren, suchten sie Ina, Argrions Mutter unter den anderen Überlebenden. Sie war nicht unter ihnen.
Verletzt, sowohl körperlich als auch emotional, aber dennoch am Leben, machten sich Argrion und Arwin auf den Weg. Sie mussten verschwinden, wohin, wo sie die Feontils nicht finden würden.
Die Stadt Restow im Süden des Landes schien perfekt dafür geeignet. Nach einer langen und beschwerlichen Reise waren sie am Stadttor angekommen.
Argrions Vater tat sein Bestes, seine Verletzungen zu verbergen, die Stadtwache ließ sie passieren. Sie fanden eine Bleibe im Elendsviertel der Stadt, denn viel Geld hatten sie nicht mehr.
Das meiste hatten die Feontils in die Finger bekommen.

Nach einigen Wochen schien es Arwin schon besser zu gehen, seine Wunden begannen zu verheilen, doch dann entzündeten sich seine Verletzungen
und da sie sich keinen Arzt leisten konnten, der genug von Medizin verstand um ihnen irgendwie helfen zu können, erlag Arwin nach einer ganzen Woche seinen Verletzungen.
An seinem Totenbett sagte er in seinen letzten Momenten zu Argrion:
Lebe, mein Sohn. Schau, dass du stärker wirst. Ich vertraue darauf, dass du eines Tages unsere Familienehre wiederherstellen wirst…“.
Die folgenden Tage verbrachte Argrion in Trauer. Er konnte sich keine angemessene Bestattung für seinen Vater leisten, denn das wenige, was an Geld übergeblieben war benötigte er selbst um zu überleben.
Als dieses dann auch knapp wurde, begann er öfter und öfter darüber nachzudenken, zu stehlen.

Argrion war heute bereits zum zweiten Mal auf dem Marktplatz. Er hatte nicht viel zu tun und sein Hunger plagte ihn. Seine Hosentaschen waren ungewöhnlich leer,
nur noch wenige Kupfermünzen befanden sich darin. Sein Magen knurrte beim Anblick der zahlreichen Stände auf dem Obstmarkt. Es war Sonntag, und demnach war viel los auf dem Markt.
Menschenmengen zwängten sich durch die schmalen Gassen zwischen den Ständen, einige kauften gerade ein. Viele hielten Körbe mit Äpfeln, Birnen und anderen Köstlichkeiten.
Es war ein trauriger Anblick, so vieles zu Essen auf Armenslänge entfernt, und doch konnte er nichts davon haben. Argrion sehnte sich nach den Zeiten mit seiner Familie,
damals war er niemals hungrig geblieben. Er erinnerte sich daran, einmal eine seltsame Frucht namens „Pfirsich“ gegessen zu haben, die ein fahrender Händler verkauft hatte.
Okay, Argrion. Trau dich.“, flüsterte er zu sich selbst. Er atmete einmal tief ein und aus und versuchte sich unauffällig dem Stand einer alten Dame zu nähern, die Äpfel verkaufte.
Während sie damit beschäftigt war einem älteren Mann Äpfel zu verkaufen, streckte Argrion langsam seine Hand nach einem der Äpfel aus.
„[/i]Komm schon, du schaffst das.[/i]“ Kurz bevor er den Apfel in seine Hände nahm, zuckte ein Bild von seinem Bruder durch seinen Kopf:
Klar, dass du nichts klauen würdest, verwöhnt wie du bist“. Argrion schreckte hoch, was leider die Aufmerksamkeit der alten Dame erregte.
Lass die Finger von meinen Äpfeln, wenn du welche kaufen willst, stell dich gefälligst hinten an!
Argrion erschrak und rannte weg von dem Stand und bog in eine dunkle Seitengasse ein, die weg vom Marktplatz führte.
Er setzte sich an die Hauswand und atmete heftig. Irgendwie war er echt nicht dafür gemacht. Nie war im etwas so schwer gefallen, wie diesen Apfel zu nehmen.
Aber er musste es tun. Irgendwie musste er an Essen kommen. Als er gerade aufstehen und es beim Birnenstand ein paar Stände entfernt versuchen wollte,
stand ein Mädchen mit silbrigen langen Haaren vor ihm, nicht viel jünger als er, aber erkennbar kleiner. In der Hand hielt sie den Apfel, den er stehlen wollte, und noch ein paar weitere.
Wenn du hier etwas stehlen möchtest musst du dich schon besser anstellen. Du bist nicht von hier, oder? Wenn ich dir schon helfe, würde ich auch gern wissen, wer du bist und woher du kommst.
Ich bin Argrion Fa- .. Argrion. Eigentlich bin ich adelig, ich lebe ich erst seit einiger Zeit hier in den Elendsvierteln von Restow, gemeinsam mit meinem Vater.
Wir mussten aus unserem alten Zuhause fliehen, als wir von einer verfeindeten Familie angegriffen wurden. Mein Bruder hat uns verraten…
Vor kurzem ist noch dazu mein Vater verstorben, und das restliche Geld das wir hatten ist auch aufgebraucht. Da blieb mir nicht mehr viel anderes übrig als zu stehlen...

Um damit durchzukommen, was du stehlen nennst, musst du aber noch gewaltig üben. Ich bin übrigens Iskara.
Das mag jetzt ein bisschen plötzlich kommen, aber du könntest dich der Gilde anschließen. Dann müsstest du nicht mehr verhungern, und vernünftiges Stehlen wird dir dort auch schon irgendjemand beibringen. Aber zu deiner eigenen Sicherheit, erwähne niemals das du vom Adel bist. Deinen ganzen Namen hast du ja aus gutem Grund gerade noch zurück gehalten. Ich brauch ihn auch gar nicht zu wissen.
Sieh es einfach als eine Art Neuanfang und vergiss den Rest, damit lebt es sich sicherer.

Argrion willigte ein, und nachdem er den Apfel verspeist hatte, zeigte ihm Iskara die Diebesgilde.

Argrion gefiel es in der Diebesgilde, er begann wieder fröhlicher zu werden, und er lernte einiges dazu, obwohl er es immer noch nicht schaffte, die simpelsten Diebstähle auszuführen.
Aber was solls, landete er halt nicht bei den Taschendieben. Sogar Iskara versuchte es ihm beizubringen, aber es half nichts.
Er verbrachte viel Zeit mit ihr, da sie eine der wenigen Mitglieder der Gilde in seinem Alter war. Im laufe der Zeit brachte er ihr auch das Lesen und Schreiben bei, teilweise, weil er sie relativ gern mochte,
teilweise aber auch um sich dafür zu bedanken, dass sie ihm geholfen und ihm die Gilde gezeigt hatte.
Nach ein paar Jahren gab es wieder einen neuen in der Gilde. Ein Tengu, mit schwarzem Gefieder, der bevorzugt mit einem Rapier kämpfte. Er hieß Nathaniel und war in der selben Gruppe der Gilde als Argrion.
Er hatte einige Zeit bereits bei einem Zwerg in Restow gelebt, den er „den Alten“ nannte. Dieser hatte ihm auch das Kämpfen beigebracht, und damit keine schlechte Arbeit geleistet.
Nathaniel kämpfte flink und geschickt mit seinem Rapier, was Argrion beeindruckte, der zwar wenn es sein musste mit Kurzschwerten oder Dolchen auch kämpfen konnte,
es aber bevorzugte, seinen Bogen zu benutzen. Mit der Zeit wurden die beiden Freunde, und unternahmen viel miteinander.
Gerade als Argrion und Nathaniel auf dem Weg zurück in ihr Versteck waren nach einem erfüllten Auftrag, rannte plötzlich Iskara an ihnen vorbei.
Ihr Gesichtsausdruck drückte Eile und Ungewissheit aus. Argrion schaute Nathaniel an, beide nickten und beschleunigten ihre Schritte um Iskara zu folgen.
Als sie beim Versteck ankamen, war Iskara gerade dabei, eilig ihre Sachen in ihren Rucksack zu packen. Iskara schrak auf, als sie die Tür öffneten.
Noch bevor Argrion etwas einfiel, was er sagen konnte, hatte Nathaniel die Situation bereits verstanden:
Ich komme mit!“, sagte er entschlossen, worauf Argrion ebenfalls zustimmte:
Ich auch. Außer euch kenne ich fast niemanden in der Gilde. Wenn ihr geht, dann gehe ich auch.
Iskara, sichtlich überrascht, packte weiter ihre Sachen ein, Argrion und Nathaniel taten dasselbe. Als sie fertig waren, verließen sie das Versteck und gingen gemeinsam Richtung Stadttor.
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
Ju-mo
 
Beiträge: 2134
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:45

Re: [Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon Ju-mo » Donnerstag 28. Juli 2016, 13:01

Iskara (Dranof)
Hexemeisterin
gekreuzte Blutlinie: Drachen (silber) - Elementar (Wasser/Eis)

Volk: . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mensch
Alter: . . . . . . . . . . . . . . . . .16 Jahre
Größe: . . . . . . . . . . . . . . . .1,54 m
Gewicht: . . . . . . . . . . . . . .107 pfd/ 48 kg [BMI = 20,23]
Haarfarbe: . . . . . . . . . . . .Silberweiß, schulterlang
Augenfarbe: . . . . . . . . . . Blau
Gewand: . . . . . . . . . . . . . . Dunkel mit langen Ärmeln, weite Kapuze und versteckten Taschen
Merkmal . . . . . . . . . . . . . . Mal in Form eines „X“ an der rechte Rückhand


Als der Norden von Brevoy noch als Issia bekannt war, kam ein Heimatloser zu den Raueiszinnen. Er war ein Krieger gewesen, der mit Ehre gekämpft und im Duell geschlagen wurde.
Er hatte alles, was er besaß verloren und da ihm nichts mehr blieb, suchte er nach einer neuen Heimat. Er durchstreifte die Täler, die Flüsse und die Gipfel, doch nirgends fühlte er sich Zuhause.
Und eines Tages kam mit dem Winter auch ein Blizzard. Ob nun durch Schicksal oder Zufall fand er, dem Tode nah, eine Höhle, die seine Rettung sein sollte.

Die Höhle war gewaltig. Am Eingang und am Weg tiefer in die Höhle fand er enorme Mengen an Blut. Ihm war klar, dass kein Humanoider auch nur Ansatzweise diese Menge an Blut verlieren konnte.
Am anderen Ende der Höhle fand er das blutverschmierte Wesen. Die silbernen Schuppen reflektierten das Licht seiner Fackel. Zwischen den gewaltigen Fängen schnellte eine raue Zunge hervor,
die über das zerrissene Fleisch der Drachin leckte.
Die Drachin war schwer verletzt und schaffte es kaum auch nur ein Brüllen von sich zu geben. Der Heimatlose wollte der Drachin helfen, doch die Aura der Kälte um die Drachin verhinderte,
dass er sich ihr nähern konnte. Also begann er zu reden. Zuerst von seiner Kindheit und Jugend und dann von seinen Kämpfen. Er merkte wie die Aura verschwand und nun eine verletzte Frau an der Stelle lag.
Er näherte sich der Frau und begann sich um ihre Wunden zu kümmern. Er erzählte weiter über die Reise, die er begann, als er alles verlor, was er seinen Besitz nannte.
Als er nichts mehr zu erzählen hatte, begann sie zu erzählen, wie sie in ihrer Heimat um ihr Überleben kämpfte und besiegt wurde.
Wie sie nach ihrer Niederlage sich über den großen See schleppte und schließlich in dieser Höhle landete.
Nachdem er sich um ihre Wunden gekümmert hatte, warteten die beiden bis der Sturm sich legte. Die Frau blieb bei dem Mann und zusammen fanden sie an den Ufern des Sees ein Zuhause.
Es kamen noch andere an das Ufer, auf der Suche nach einer Heimat und der Mann und seine Nachkommen führten sie an. Als der Mann starb verschwand seine Frau.

Nach einigen Generationen herrschten die Nachfahren des Mannes über das karge Land. Der derzeitige Herrscher hatte einen Sohn, Kardion Dranof.
Diesen vermählte er mit der Tochter, Flasara, eines Mannes, in dessen Stammbaum es mächtige Magie gab. Die beiden verliebten sich und sie gebar eine Tochter, die sie Iskara nannten.
Sie hatte die leuchtend blauen Augen ihrer Mutter und die silbernen Haare ihres Vaters, so wie das Mal in Form eines „X“ auf der Rückseite der rechten Hand, geerbt.
Drei Jahre danach wurde im Land eine Goldader gefunden. Die Nachbarn ihres Gebietes vielen daraufhin ein, um die Kontrolle über die Ader zu gewinnen.
Der Sohn wurde während der Kämpfe getötet und seine Frau und die Tochter flohen nach Rostow.

Dort lebte die Mutter und ihre Tochter Iskara in Armut. Die Mutter überlebte aber nicht lange und so war die 5 Jährige Iskara auf sich allein gestellt.
Da sie nicht wusste, was sie sonst machen sollte, um zu überleben, fing sie an zu stehlen. Es dauerte nicht lange, bis sie von jemandem stahl der gefährlich war.
Es war der Anführer einer Diebesgilde. Er ließ ihr zwei Möglichkeiten: Sie schließt sich der Gilde an oder er bringt sie um. Die Entscheidung war nicht besonders schwierig für Iskara.
In der Gilde lernte sie schleichen, stehlen und lügen. Bei größeren Aktionen der Gilde sorgte sie für Ablenkung.

Einige Jahre später traf sie auf einen seltsamen Jungen. Er stellte sich sehr blöd dabei an, sich etwas zu Essen zu stehlen. Er wirkte anders, als die Leute die sie sonst sah.
Seine Haltung, sein Gang und die Art, wie er seine Arme bewegte, waren ungewöhnlich elegant. Iskara stahl die Äpfel, an denen der Junge gescheitert war und bat sie dem braunhaarigem Kind an.
Dafür wollte sie aber wissen, wer er war und woher er kam. Er stellte sich als Argrion vor. Argrion erzählte ihr, dass er vom Adel war und sein Vater und er seit ein paar Jahren in Armut lebten.
Vor kurzem war auch sein Vater gestorben und ihm blieb nichts mehr übrig als zu versuchen sich Essen zu stehlen.
Als Argrion fertig erzählt und die Äpfel verputzt hatte, machte Iskara den Vorschlag, dass er sich ihrer Gilde anschließen sollte.
Wenn er sich dort nützlich machen würde, müsste er sich keine Sorgen machen zu verhungern. Sie riet ihm aber die Geschichte mit dem Adel für sich zu behalten.
Wie sich heraus stellte, passte er recht gut hinein. Argrion war ein guter Bogenschütze und war sehr hilfreich, allerdings blieb er eine Niete im Stehlen.
Iskara und Argrion wurden gute Freunde, es gab schließlich nicht viele Kinder im selben Alter in einer Diebesgilde.
Er brachte ihr lesen und schreiben bei und sie versuchte ihm das Stehlen bei zu bringen, allerdings erfolglos. Nach ein paar Jahren gesellte sich ein Tengu mit dem Namen Nathaniel zu der Gruppe hinzu.
Argrion und Nathaniel arbeiten häufig zusammen und wurden Freunde.

Eines Tages kam Sertes, ein alter Freund des Gildenanführers, zur Gilde zurück. Er war vor zwanzig Jahren ausgezogen um Reich zu werden.
Er ist mit einigem an Geld zurückgekommen und schmiss damit um sich. Viel davon, und seinen ganzen Charme, setzte er ein um Iskara zu beindrucken.
Die hübsche junge Dame war noch nie umworben worden. Sie reagierte ungewöhnlich schüchtern darauf. Sertes lud sie zu sich ein und sie nahm, unfähig nein zu sagen, an.
Als er sie schließlich in das Zimmer leitete, das er Schlafzimmer nannte, sah sie etwas Schockierendes. Als er die Tür öffnete, stach der Geruch von Blut in die Nase von Iskara.
Noch schrecklicher war aber der Anblick, der sich ihr darbot. Von der Decke hängten Ketten, an deren Enden Schnallen für Arme angebracht.
Diese waren an der Innenseite mit verkrustetem Blut und Haut bedeckt. Der Boden sowie die Wände waren voller Blutspritzer.
Neben den hängenden Ketten war ein Tisch auf dem Messer und Dolche in allen erdenklichen Größen. Allesamt blutverschmiert. Iskara konnte sich nicht rühren, bis Sertes ihren Arm festhielt.
Sie versuchte sofort sich aus seinem Griff zu befreien, aber dieser wurde nur fester. Panik erfüllt fing Iskara an zu schreien und um sich zu schlagen.
Er ergriff ihre zweite Hand und drückte sie in den Raum. Verzweifelt setzte Iskara ihre gesamte Kraft ein, um sich zu befreien, aber es reichte bei weitem nicht.
Gerade als sie aufgeben wollte, erwachte die Magie in ihrem Blut. Aus ihrer auf Sertes gerichteten Hand trat ein Strahl purer Kälte hervor. Es dauerte nur einen Augenblick, bis der Strahl ihn traf und einfror.
Als sie sich aus dem Griff befreite, fiel der leblose Körper zu Boden und als er dort aufschlug, hörte Iskara das Geräusch von zerspringendem Eis.
Es dauerte ein paar Sekunden, bis sie verstand, was gerade passiert war. Sie hatte Geschichten gehört, von Leuten die Magie im Blut haben und unter gewaltigem Stress ihre Gabe entdecken.
Eines haben alle diese Geschichten gemeinsam: Der Hexenmeister konnte die Magie nie wieder ablegen.
Und sie würde nie wieder in ihr altes Leben zurückkehren können, sobald der Gildenmeister von dieser Tat erfährt. Sie wusste, dass sie sofort aufbrechen musste.

Ohne zurück zu blicken, ließ sie das Zimmer hinter sich und eilte zu ihrem Versteck, um ihre Sachen zu hohlen.
Gerade als sie ihr Zeug zusammen gepackt hatte, bemerkte sie an der Tür Argrion und Nathaniel. Diese fragten Iskara, was sie tat, ob sie abhauen wollte.
Erschrocken überlegte sie, wie sie an den beiden vorbeikommen könnte. Sie war vollkommen perplex, als Nathaniel sagte: er möchte mitkommen.
Argrion erwiderte, dass ihn nichts mehr in der Gilde halten würden, wenn die beiden verschwinden und so würde er ebenfalls mitkommen.
Die beiden waren schon ein paar Schritte gegangen, als Iskara verstand was sich ereignet hatte.
Schnell folgte sie ihren Freunden, die nun ebenfalls die Gilde und die Stadt hinter sich lassen würden.
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
Ju-mo
 
Beiträge: 2134
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:45

Re: [Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon Ju-mo » Donnerstag 28. Juli 2016, 13:01

Nathaniel
Kämpfer
Archetyp: Freihandkämpfer

Volk: . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tengu
Alter: . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Jahre
Größe: . . . . . . . . . . . . . . . .1,32 m
Gewicht: . . . . . . . . . . . . . .80 pfd/ 36,2 kg [BMI = 20,66]
Haar/Fellfarbe: . . . . . . .Schwarz
Augenfarbe: . . . . . . . . . . Blau
Gewand: . . . . . . . . . . . . . . Hauptsache bequem
Merkmal . . . . . . . . . . . . . . Oranger Schnabel und orange Füße


Mitten im Gebirge, in der Nähe des Grozwaldes gab es ein kleines Tengudorf. Kaum einer wusste, dass es existierte und so mussten sich diese Wesen um sich selbst kümmern.
Von klein auf lernten sie sich anzuschleichen und mit Bögen oder mit Schwertern auf Jagd zu gehen.
Ein weiterer Grund, weshalb die Kinder den Umgang mit einer Waffe erlernten, war jener, dass die Tengus Angst hatten, dass sich Banditen in ihr Dorf verirren würden.
Nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche sollten sich wehren können. Bislang war dieser Fall nur selten eingetreten und die Feinde wurden jedes Mal erfolgreich vertrieben.
Aber die Furcht blieb. Während fast alle Tengus mit Bögen oder Schwertern trainierten, lehrte nur eine einzige Familie ihren zwei Sprösslingen, wie man mit einem Rapier umging.
Der Jüngste von ihnen war Nathaniel, welcher die Kampfübungen sehr genoss und auf die Tradition seiner Eltern stolz war. Meist trainierte er mit seinem Vorbild, seinem älteren Bruder Theodor.

Kurz nach seinem elften Geburtstag fanden Adelige das kleine Dorf. Zuerst wurden sie von den Bewohnern friedlich aufgenommen, wobei einige dies nicht gern sahen.
Aber nach dem ersten Mahl mit den Einwohnern des Dorfes wendete sich das Blatt.
Diese reichen Personen waren gekommen, um die Tengus zu vertreiben, da sich auf deren Grund wertvolle Rohstoffe befänden.
Die Adeligen machten den Bewohnern ein Angebot: Sie sollten wegziehen, dafür würden sie sich woanders niederlassen dürfen.
Der Ältestenrat der Tengus sah aber keinen Grund fortzuziehen, denn sie fühlten sich zu dem Dorf und dessen Natur verbunden.
So verneinten sie die Bitte ihrer Besucher, welche daraufhin zu den Waffen griffen. Diese Adelige töteten zuerst das Oberhaupt und dann jeden Tengu, welcher ihnen in die Quere kam.
Die Tengus wehrten sich mit aller Kraft gegen die Gefahr. Sie bissen, stachen mit immenser Kraft mit ihren Schnäbeln ins Fleisch der Gegner und kratzen diese, wenn Krallen vorhanden waren.
Jeder noch so kleiner Gegenstand fungierte als Waffe.
Jene Einheimischen, welche genug Zeit gehabt hatte, um ihre eigenen Waffen zu holen, stürmten mit diesen aus den Häusern und unterstützten tatkräftig ihre Mitbürger.
Auch Nathaniels Eltern unterstützen ihre Freunden und Bekannten.
Sie befahlen aber vorher ihren beiden Söhnen zu fliehen, da Nathaniel noch zu jung war, um ins Geschehen einzugreifen und einen Beschützer brauchte.
Auf der Flucht begegneten die jungen Tengus einem massigen Gegner, welcher auf die beiden losging und Theodor vor den Augen seines Bruders tötete.
Dann ging er auf Nathaniel los, welcher aus seiner Angststarre gerissen wurde und nach Instinkt handelte.
Er ergriff den Rapier seines ermordeten Bruders und rammte jenen in das Bein des angreifenden Adeligen. Dieser ging schmerzerfüllend zu Boden und Nathaniel konnte fliehen.
Außerhalb der Stadt trauerte er um seine Familie und um seine Freunde. Neuen Lebenswillen bekam er erst, als er die Gestalt seines Bruders wahrnahm. Dieser munterte ihn auf weiterzuziehen.
Theodor war aber eine Einbildung von Nathaniel, um die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten und neuen Mut zu sammeln.

Den Rapier behielt Nathaniel sich, da Theodor seiner Meinung nach in diesem Rapier wohnte und hin und wieder durch ihn sprach.
Durch die guten Ratschläge und Überlebenstipps von Theodor schlug sich Nathaniel bis zur nächstgelegenen Stadt Restow vor.
Dort wollte er ein neues Leben anfangen, aber aufgrund seiner Herkunft war dies nicht einfach.
Zuerst einmal gelangte er nicht einmal in die Stadt, da ihn die Wachen für ein „dreckiges Gesindel“ hielten und ihn nicht in die Stadt ließen.
Mit Theodors Ermutigungen schaffte es Nathaniel bei Nacht über die Stadtmauern zu klettern, um in die Stadt zu kommen. Er legte sich sofort in einer Nebengasse schlafen.
Der nächste Tag war auch nicht besser.
Nathaniel versuchte sich in die Gesellschaft zu integrieren, aber die Einwohner hielten an ihren Vorurteilen gegen das schmutzige und diebische Volk der Tengus fest und beschimpften ihn.
Am darauffolgenden Tag nahm ihn ein alter Zwerg in Schutz, als eine Gruppe Halb-Orks auf ihn losging und leicht aggressiv wurde.
Der Alte nahm ihn mit zu sich nach Hause, gab dem halbverhungerten Nathaniel etwas zu essen und fragte ihn nach seiner Geschichte.
Nach Beendigung dieser machte der Zwerg den Vorschlag, dass der junge Tengu bei ihm wohnen dürfe, wenn er ihm beim Haushalt und bei seinen Geschäften helfe.
Außerdem werde er mit Nathaniel auch das Fechten trainieren. Der Elfjährige stimmte dem erfreut zu und zwischen den beiden entwickelte sich eine große Freundschaft.
Durch den Alten wurde Theodors Stimme in Nathaniels Kopf immer leiser und sie mischte sich auch immer weniger in das Geschehen von Nathaniel ein.
Es machte dem Tengu immensen Spaß mit seinem neuen Meister zu trainieren und bei dessen Waffengeschäft beim Verkauf zu helfen, auch wenn die Einwohner ihn dabei immer seltsam ansahen.
Sie begannen ihn zu lediglich zu akzeptieren, da er für den Alten arbeitete.

Nach vier Jahren starb jedoch der Zwerg an Herzversagen und Nathaniel war sich wieder dem Ernst des Lebens bewusst. Es entstanden neue Gerüchte.
Vor allem das Vorurteil, dass sich Zwerge generell nicht mit Tengus verstehen sollen, weil sie keine Geduld mit ihnen hatten, blieb hartnäckig in der Gesellschaft.
Noch dazu soll Nathaniel den Zwerg nicht nur angelogen und betrogen haben, sondern ihn auch zum Schluss sogar umgebracht haben.
Nathaniels geflickte Welt wurde zerstört und er trauerte um seinen verlorenen Helden, welcher ihn aus der Armut hinausgezogen und wieder aufgebaut hatte.
Da die Angehörigen des Alten unauffindbar waren, hatte sich der junge Tengu gedacht, dass er das Erbe bekäme, aber die Bewohner versteigerten alle Besitztümer des Zwerges.
Selbst den Rapier wollten sie dem Tengu wegnehmen, aber er wehrte sich dagegen. So beschlossen die Einwohner, dass der Kleine diese Waffe behalten dürfe als Andenken an seinen ehemaligen Meister.
Kurz darauf kamen die Wachen und wollten den ungebetenen Gast aus der Stadt hinausschmeißen, doch Nathaniel stach mehrmals mit seinem Rapier zu und entwand sich geschickt seinen Angreifern.
Daraufhin floh er.

Die nächsten Tage verhielt er sich bedeckt und stahl, wenn er Hunger hatte.
Theodors Stimme kehrte langsam wieder in sein Leben zurück und zeigte ihm, wann der richtige Zeitpunkt zum Stehlen war ohne aufzufallen.
Trotzdem bekam Nathaniel immer Gewissensbisse, nachdem er etwas gestohlen hatte.
Als er eines Tages Zeuge eines größeren Raubüberfalls war, kam ihm der Gedanke, sich einer Gruppe anzuschließen, um besser überleben zu können und sich nicht mehr so einsam zu fühlen.
Er verfolgte heimlich diese Diebe und kam in den Untergrund dieser Stadt. Sogleich wurde er von einem Gnom und einem Menschen entdeckt, welche darauf bestanden, ihn zu ihrem Anführer zu bringen.
Dieser erkannte Nathaniel, da er viele Gerüchte über ihn gehört hatte. Auch dass Nathaniel stahl, bekräftigte die Entscheidung des Anführers, den jungen Knaben aufzunehmen.
Vorher testete er aber noch die Geschicklichkeit und das Kampfverhalten des jungen Tengus.
Zufrieden mit diesen Leistungen wurde Nathaniel zu vielen diebischen Aktionen geschickt, um dort für die Gilde zu kämpfen und zu stehlen.
Er war in beidem nicht so schlecht, im Kämpfen besser als im Stehlen, aber sonderlich viel Spaß machte ihm dies nicht.

Nach jedem Gegenstand, welchen er gestohlen hatte, und nach jeder Verletzung, welchen er jemandem zugefügt hatte, fühlte er sich schrecklich und bekam ein schlechtes Gewissen.
Er misstraute auch den meisten Dieben, da sie nicht vertrauenswürdig aussahen und dies bestimmt nicht waren. Öfters plagten ihn auch Alpträume, welche meist vom Tod handelten.
Aber dennoch konnte er niemanden von seinen Qualen erzählen, da er sofort wieder auf der Straße landen würde, ohne Nahrung, ohne Heim und ohne Freunde.
Nathaniel hatte sich in dieser Gilde zwei Freunde gemacht. Schon bei den ersten Überfällen hatte er ein junges, recht hübsches Mädchen gesehen.
Sie stach in der Menge der eher schon älteren Diebe hinaus mit ihrer fehlenden Größe, ihren stechend blauen Augen und ihren silbernen Haaren.
Dennoch durfte man sich von ihrem Aussehen und ihrer Größe nicht blenden lassen, denn sie war sehr taff und mutig.
Eine weitere Person in Nathaniels Alter war Argrion, ein etwas zurückhaltender Junge, welcher sich gut aufs Bogenschießen verstand, aber welcher umso schlechter stehlen konnte.
Dieser war Nathaniel sehr sympathisch. Die kleinen Gespräche häuften sich und schließlich bildete sich eine Freundschaft zwischen den beiden Knaben.

Da das Mädchen namens Iskara häufig mit Argrion abhing, fing auch Nathaniel an, sich mit Iskara anzufreunden, jedoch misstraute er ihr auch ein bisschen, weil sie schon sehr lang für die Diebe arbeitete.
Dies änderte sich abrupt, als Iskara eines Tages in ihr Versteck eilte, um ihre Sachen zu holen. Argrion und Nathaniel bemerkten sie, wie sie in ihr Zimmer rannte und kamen zu ihrer Tür.
Dort fragten die Knaben, was sie da täte und ob sie abhauen wolle. Als sie erschrocken zu den beiden schaute, erkannte Nathaniel, dass sie dies wirklich tun wollte. Sie wagte einen Schritt.
Diesen einen Schritt, welchen er vor langer Zeit auch wagen wollte, aber sich nicht getraut hatte. Nun verwirklichte sie seinen Traum.
Noch dazu konnte er ein so junges und hübsches Mädchen nicht allein in diese Welt hinauslassen. Sie kannte bis jetzt nur die Gilde, welche sie beschützt hatte.
So beschloss er sie zu begleiten, um frei zu sein. Seither respektierte Nathaniel sie und misstraute ihr nicht mehr. Argrion schloss sich den beiden ebenfalls an.
Die drei packten rasch ihre Sachen und verließen so schnell und unauffällig wie möglich die Gilde.
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
Ju-mo
 
Beiträge: 2134
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:45

Re: [Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon Ju-mo » Donnerstag 28. Juli 2016, 13:01

Peregig Drugg
Barde

Volk: . . . . . . . . . . . . . . . . . . Halbling
Alter: . . . . . . . . . . . . . . . . .32 Jahre
Größe: . . . . . . . . . . . . . . . .0,84 m
Gewicht: . . . . . . . . . . . . . .34 pfd/ 15,4 kg [BMI = 21,82]
Haarfarbe: . . . . . . . . . . . .Dunkelbraun, gewellt, schulterlang, Backenbart
Augenfarbe: . . . . . . . . . . Braun
Gewand: . . . . . . . . . . . . . . Einfach, aber in bunten Farben gehalten.


Peregig kam als drittes von fünf Kindern des wohlhabenden Händlers Tribin und dessen Frau Etune zur Welt.
Er hat eine ältere Schwester Tima, einen älteren Bruder Rorigoc und zwei jüngere Brüder Timil und Fredes.
Sein Vater Tribin ist einer der bekanntesten Kunsthändler in New Stetven
Er führte eine wohlbehütete Kindheit in seinem Elternhaus und genoss eine ausgezeichnete und umfangreiche Ausbildung, die dem eines Adelssprosses ähnelt.
Durch den Umgang mit den Handelspartnern seines Vaters hörte er schon in frühen Kindertagen Geschichten von Helden und Monstern aus aller Welt, die ihn immer schon faszinierten.
Auch den Adel und dessen Gepflogenheiten lernte er kennen.

Als er älter wurde, genoss er zunehmend die Feiern und was damit einherging: Spaß, Musik, Alkohol und Frauen.
Als sein ältester Brüder Rorigoc eine militärische Laufbahn einschlug, sollte Peregig das Handelsimperium seines Vaters übernehmen.
Sein sorgloser Lebensstil allerdings war Tribin ein Dorn im Auge, da er ein schändliches Licht auf das Hause Drugg warf.
Infolgedessen verbat Tribin seinem Sohn den exzessiven Genuss und trug ihm auf ein geordnetes Leben zu führen.
Als gut erzogener Sohn, der seinen Vater ehrte, wollte Peregig den Wünschen seines Vaters natürlich nachkommen und wandte sein Leben vollkommen.
Es war vorbei mit den Feiern und er beschäftigte sich intensiv mit den Geschäften seines Vaters.
Voller Stolz blickte Tribin auf den Wandel seines Sohnes und sah schon vor sich, wie sein erfolgreiches und mächtiges Handelshaus in naher Zukunft von Peregig geleitet wurde.

Doch die Freude hielt nicht lange, denn die Versuchung war groß und Peregig konnte ihr nicht widerstehen.
Eines Abends wollte er mit seinen Freunden auf ein Glas des köstlichen Weines des örtlichen Wirtshauses gehen.
Doch wie man es kennt, wurden aus einem Glas schnell zwei, dann drei und schlussendlich immer mehr.
Als die Anzahl an Getränken schon unüberschaubar war, wollte Peregig mit seinen athletischen Fähigkeiten begeistern. Er kletterte auf den Tisch und fing zu tanzen und zu turnen an.
So manches Glas ging dabei zu Bruch und Geschirr flog quer durch den Raum. Ein Teller traf auf diese Weise einen grimmigen Halbork am Kopf. Dieser nahm das nicht sehr gut auf und begann zu randalieren.
Wenige Augenblicke später hatte sich eine umfassende Kneipenschlägerei entwickelt.
Peregig, der immer versucht war körperlichen Auseinandersetzungen zu entgehen, schaffte es sich unbehelligt aus dem Wirtshaus zu schleichen.
Als er draußen in Sicherheit war, beschloss er den Heimweg anzutreten, um nicht doch noch in die Handgreiflichkeiten verwickelt zu werden.
Zuhause angekommen, erwartete ihn schon Tribin. Zornesrot und im Nachthemd, neben ihm ein Bote. Peregig habe durch seine Taten große Schande über das Hause Drugg gebracht.
Niemals würde er in die Fußstapfen seines Vaters treten können. Und er sei nicht mehr willkommen in diesem Haus.
So packte Peregig zusammen, was er brauchte und verließ sein Elternhaus noch in derselben Nacht.
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
Ju-mo
 
Beiträge: 2134
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:45

Re: [Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon Ju-mo » Donnerstag 28. Juli 2016, 13:02

1 Session
Tage 1-5

1.)

Die Geschichte unserer Helden startet in Restow.
Nathaniel schaute sich um, gut, noch war ihnen niemand gefolgt. Iskara wirkte noch immer ein wenig aufgebracht, hatte sich aber angesichts der Umstände schnell wieder gefasst.
Nathaniel selbst war aufgeregter als seine beiden Begleiter. Endlich war er aus der Diebesgilde raus. Er war noch nie ein Fan von Dieben gewesen, aber was macht man nicht alles in seiner Not.
Jetzt hieß es nur noch schnell untertauchen und sich nicht erwischen lassen. Als sie den Marktplatz überquerten, hörte er den Herold.
Nichts Ungewöhnliches, von Zeit zu Zeit ließen die Schwertjunker Restows ausrufen, dass sie Unterstützung bräuchten.
Am Anfang hatten sich viele junge Leute bereit erklärt in die Raublande zu ziehen und für Ordnung zu sorgen sowie Erkundigungen anzustellen. Doch niemand kam bis jetzt zurück.
Mit der Zeit schwand die Zahl der abenteuerlustigen Jünglinge und die Herolde, die einst ihre Ausrufe vor immensen Menschenmengen hielten, standen nun einsam am Marktplatz und wurden wie Bettler ignoriert. Da durchzuckte Nathaniel ein Geistesblitz. Ein Ort, an dem die Diebe sie nie suchen würden, weder in den nächsten Minuten, noch in den nächsten Jahren.
Und auch kein Auftragskiller würde ihnen in die Raublande folgen, zumindest keiner von jenen die sich die Gilde leisten wollte/konnte.
Ohne weiter darüber nachzudenken schritt Nathaniel über den Marktplatz in Richtung der Schwertjunkerhalle.
Er fing im Vorübergehen noch auf, dass sich alle neuen Rekruten um Punkt zwölf vor der Schwertjunkerhalle zu treffen hatten. Ein schneller Blick auf die Turmuhr zeigte ihm, dass es halb zwölf war.
Gutes Timing nennt man sowas“, dachte Nathaniel und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Nach ein paar Schritten fiel seinen Begleitern auf, dass er die Richtung geändert hatte.
Um nicht so aufzufallen, gingen seine Begleiter ein bisschen hinter ihm, weswegen Argrion ein paar Sekunden brauchte bevor er aufgeschlossen hatte.
Nathaniel, wohin gehst du? Das Stadttor befindet sich auf der anderen Seite“, flüsterte er ihm ins Ohr.
Zu den Schwertjunkern. Denk darüber nach, bevor du was sagst. Dort werden wir fürs Erste keinem der Diebesgilde über den Weg laufen.
Und wir kommen im Deckmantel der Schwertjunker mit deren Geleit aus der Stadt hinaus.“

Argrion hob zu einem Einwand an, doch ihm fiel nichts ein. Die Ersten ihrer ehemaligen Verbündeten würden wahrscheinlich schon die Tore der Stadt im Auge haben und es wäre besser, es bei den Schwertjunkern zu versuchen, als einen Kampf in der Nähe der Tore heraufzubeschwören. Denn selbst bei einem Sieg wäre die Stadtwache vor Ort.
Da es nicht so viele Tengus in Restow gab, und noch weniger, die mit der Diebesgilde in Verbindung gebracht wurden. Der Strick war ihnen damit gewiss, sollten sie erwischt werden.

Kurz vor zwölf erreichten sie die Halle der Schwertjunker. Von außen war die Halle, ein trostloses nüchternes Gebäude aus grauem Stein.
Das Grau des Himmels machte die Sache nicht gerade freundlicher. Außer ihrer kleinen Gruppe standen noch sieben weitere Leute vor den Toren und erwarteten den Einlass.
Drei davon trugen Schwert und Schild, so wie man sich Schwertjunker vorstellt, zwei weitere hatten eine schöne Ansammlung Dolche und je ein Kurzschwert an ihrer Hüfte hängen.
Ein alter Mann trug nur eine Stofftunika und schien ansonsten unbewaffnet zu sein.
Der letzte war ein Halbling, an seiner Hüfte baumelten eine Flöte sowie ein kleiner Rapier.
Ebenjener Halbling stand umringt von all den anderen und erzählte gerade eine Geschichte.
Es war die Geschichte eines Ritters, der von einer Bestie verschluckt wurde und keinen Weg fand, um dem Magen der Bestie zu entkommen. So war seinem mutigen Halblingsgefährten nichts anderes übrig geblieben, als ihm in den Rachen des Monsters nachzuspringen, damit er den Magen der Bestie von innen heraus mit seinem Dolch aufschneiden und dem Ritter das Leben retten konnte.
Sie gesellten sich unauffällig zum Kreis dazu und gerade als der Halbling zu einer neuen Geschichte ansetzen wollte, schlug die Turmuhr zwölf.
Mit einem unheimlichen Knarzen schwang das gewaltige Tor der Halle auf und offenbarte den Anwärtern einen Blick auf den gewaltigen Innenhof der Halle.

Ein langer steiniger Weg führte vom Eingangstor durch den Innenhof bis zum Hauptgebäude.
Links und rechts des Weges erstrecke sich eine grüne Wiese, doch selbst das Grün vermochte es nicht wirklich Farbe in den sonst so grauen Tag zu bringen.
Am Ende des Weges führte eine kurze Treppe hinauf zur Eingangstür, davor stand ein älterer Mann mit dem typischen Waffenrock eines Schwertjunkers.
Den kurzen spitzen Ohren zu urteilen war er wahrscheinlich ein Halb-Elf.
Voller Ehrfurcht schritten die Anwärter auf ihn zu. Nur einer der drei schwer bewaffneten schien von dem Ganzen unbeeindruckt zu sein. Es war derjenige mit dem Wolfshelm.
Auf halben Weg kam ihnen ein Knappe entgegen und nahm eben jenem Recken sein Pferd ab. Seinem Blick nach zu urteilen, als er die Zügel übergab, musste ihm das Tier wirklich am Herzen liegen.
Der Halb-Elf bedeutete ihnen stehen zu bleiben, als sie die Treppe erreichten. Er musterte jeden mit seinen stechenden dunkelgrünen Augen. Augen die aussagten, dass er schon viel gesehen und erlebt hatte. Nachdem er mit seiner Musterung fertig war, begann er zu sprechen:
Im Namen der Schwertjunker Restows heiße ich euch willkommen.
Ich weiß jeder hier ist begierig darauf sich uns anzuschließen und die Welt zu erkunden, aber nicht jeder hier wird sich dafür eignen.
Um zu erfahren wer die Fähigkeiten besitzt um uns bei unserer Aufgabe zu unterstützen gibt es einen kleinen Test.
Bildet zwei Gruppen, eine rechts eine links von mir


Die Gruppeneinteilung war schnell getroffen.
Niemand der anderen wollte den Halbling oder den alten Mann im Team haben,
also gesellten diese sich zu Nathaniel und seinen zwei Gefährten.
Nathaniels und die anderen Mitglieder ihrer Gruppe wurden als erstes in das Gebäude hineingeführt.
Eine immense, aber dunkle graue Eingangshalle empfing sie, rechts und links führten zwei Treppen hinunter wahrscheinlich in den Keller.
Etwa zehn Meter vor ihnen befand sich eine gewaltige Tür aus dunklem Holz, vor der zwei Schwertjunker Wache standen.
Ihr Führer zeigte auf die rechte Kellertreppe:
Geht dort entlang, alles weitere erfährt ihr unten
Mit einem klammen Gefühl im Magen ging Nathaniel seinen Gefährten voran. In Unregelmäßigen Abständen beleuchteten Fackeln den Weg. Die ganze Treppe bog sich sanft nach links.
Nach einer Weile kamen sie vor eine kleine Holztür, unsicher was er machen sollte klopfe Nathaniel zaghaft an. Ohne einen Laut von sich zugeben schwang die Tür auf und die Helligkeit des Raumes dahinter blendete sie alle. Der Raum den sie nun betraten, war auf der einen Seite vollgestopft mit verschiedensten Waffenständern und den dazugehörigen Waffen, die andere Seite wurde von Werkbänken dominiert. Die Decke des Raumes musste magisch verzaubert sein, da sie dem Raum erhellte als wäre es Tag. Ein strahlender schöner Tag, nicht so ein trüber wie er es derzeit war. In der Mitte des Raumes stand ein zwergischer Schwertjunker und beäugte die fünf Neuankömmlinge.
Na dann, wollen wir euch mal erzählen was die ersten Prüfung ist, “ brummte der Zwerg in seinen Bart hinein.





2.)
Argrion betrachtete seinen Bogen. Er fühlte sich genauso an wie er es immer tat, trotz der komischen Schmiere die der Zwerg hinauf geschmiert hatte.
Die erste Prüfung, war ein Teamkampf, die zwei Gruppen gegeneinander.
Damit es zu keinen schwerwiegenden Verletzungen kam, waren alle Waffen so modifiziert worden dass sie angeblich keine blutenden Wunden schlagen konnten.
Argrion hatte bis dato noch nicht viel mit Magie zu tun gehabt, sie war einfach zu teuer für den einfachen Dieb.
Aus dem Augenwinkel betrachte er sorgfältig den alten Mann, er trug zwar nun ein Schwert an seiner Hüfte, hatte seine Waffe aber im Gegensatz zu allen anderen im Raum noch nicht gezogen.
Das wäre beunruhigend gewesen hätte er den Zwerg nicht gefragt wie es mit Zaubern aussah.
Zwar war der Zwerg nicht begeistert davon gewesen, dass jemand vorhatte Zauber einzusetzen, aber solange man niemanden umbrachte hatte er gesagt, stellte es kein Problem dar.
Sollte allerdings jemand aufgrund von Magie sterben, dann würde der betreffende Zauberkundige sich dafür zu beantworten haben.
Iskara hatte ihrem Gesichtsausdruck nach diese Nachricht mit gemischten Gefühlen aufgenommen.
Einerseits hieß es, sie durfte von ihrer neu entdeckten Begabung Gebrauch machen, andererseits war das alles neu für sie und sie musste es erst einsetzen lernen.
Argrion würde ihr gerne helfen, so wie sie ihm schon so oft geholfen hatte, wusste aber nicht wie.
Er schüttelte seinen Kopf, das würde schon gut gehen. Jetzt mussten sie sich erst einmal auf ihre Prüfung konzentrieren.
In gut zwanzig Metern Entfernung befand sich die andere Gruppe, ihre Gegner.
Im Gegensatz zu Argrions eher leicht bewaffneter Gruppe, strotzte diese nur so von Waffen und Rüstungen. Drei von ihnen trugen ein Schild und hatten vor den anderen zweien Aufstellung bezogen.
Argrion hatte noch nie versucht jemanden zu treffen, der ein Schild trug. Das und die Tatsache, dass er wusste, dass er im Nahkampf nie eine Chance hätte, halfen ihm nicht wirklich sich zu beruhigen.
Der einzige aus seiner Gruppe der im Nahkampf zu kämpfen möchte, war Nathaniel und dieser trug noch nicht einmal einen Schild.
Am beunruhigendsten aber war der Halbling, der meinte er würde auf seiner Flöte spielen und ihnen so den nötigen Mut für den Kampf verleihen.
Argrion hoffte nur das es eine Art von Magie und nicht der törichte Scherz eines Halblings war.

Als Schiedsrichter fungierten der Zwerg und ein Halbling, er war wahrscheinlich der Einweiser der anderen Gruppe gewesen.
Nachdem sie sich überzeugt hatten, dass alle bereit waren und jeder die Regeln verstanden hatte, erschallte ein gellender Pfiff.
Zwei der Gegner kamen über links, zwei über die Mitte, jeweils ein Schildträger und einer der Kurzschwertkämpfer und nur ein einzelner Schildkämpfer über rechts.
Argrion hoffte das Nathaniel die in der Mitte eine Weile lang aufhalten konnte und feuerte seinen ersten Pfeil gegen den linken Schildträger.
Zu dessen Überraschung und auch Argrions eigener Überraschung, schoss der Pfeil unter dem Schild hindurch und traf den Oberschenkel. Der Aufschrei des Getroffenen zeigte von der Wirkung des Pfeiles.
Auf einmal zuckten zwei silberne Strahlen links und rechts neben Argrion vorbei.
Einer traf den verletzten Schildträger und schicke ihn zu Boden, der zweite traf einen der in der Mitten heranstürmenden Feinde und ließ diesen kurz taumeln.
Der alte Mann wirkte selbstsicher und zufrieden, wohingegen Iskara verwundert und freudig überrascht wirkte.
Dann war es vorbei mit der Freude, die verbliebenden Gegner hatten Nathaniel erreicht und droschen auf ihn ein.
Gerade als Argrion zweiter Pfeil die Sehne verließ, hörte er ein leises, melodisches Murmel links von Iskara.
Der Halbling streckte seine Hand aus und auf einmal fing einer der Schildträger an ein unheimliches, falsch klingendes Lachen von sich zu geben. Lachend stürzte er zu Boden.
Nathaniel, abgelenkt von dem vor ihm am Boden liegenden lachenden Gegner, wurde schnell Opfer der verbliebenden drei Feinde und stürzte zu Boden.
Ein Eisstrahl durchzuckte die Luft und bohrte sich in die Brust eines der Kurzschwertkämpfer.
Noch bevor Argrion seinen dritten Pfeil nachladen konnte, huschte der alte Mann erstaunlich behände an Argrion vorbei, faltete seine Hände auseinander und schrie.
Kunterbunte Farbe löste sich von seinen Händen und besprühte die Gegner mit beißender Farbe, leider traf es auch den Halbling, der allerdings geistesgegenwärtig seinen Arm hochriss und seine Augen schützte. Einer der Kurzschwertkämpfer verdrehte die Augen und stürzte getroffen zu Boden. Der Schildkämpfer allerdings hatte ebenfalls regiert und seinen Schild als Schutz hochgerissen.
Der Halbling, kaum mehr als zwei Schritte vom Schildträger entfernt, strecke seine Hände aus murmelte die selben Worte wieder.
Anders als beim ersten Mal blieb dieses Mal jedoch die gewünschte Wirkung aus.
Argrion hatte ein ungutes Gefühl als er den gut gerüsteten Gegner vor dem Halbling sah und schickte seinen dritten Pfeil auf den Weg, nur um das nun bunte Schild des Kämpfers zu erwischen.
Leise fluchend angelte er sich seinen vierten Pfeil, als er einen Aufschrei und ein hässliches Knacken hörte.
Der alte Mann, der vor ihn getreten war um seine Farbe zu versprühen, stürzte zu Boden, das Rückgrat unnatürlich weit nach hinten gebogen.
Der letzte noch stehende der zwei Kurzschwertkämpfer ragte über ihm auf. Noch bevor er sich über seinen Sieg freuen durfte, schickte ihn Iskaras Eisstrahl zu Boden.
Da hörte Argrion den nächsten dumpfen Aufprall eines Körpers auf dem kalten Steinboden. Der Halbling war gefallen, und auf einmal merkte Argrion wie er sich schwächer fühlte.
Also war das Flötenspiel doch Magie gewesen.
Inzwischen hatte sich auch der vor Lachen zu Boden gestützte Schildträger wieder aufgerappelt und suchte nach einem neuen Gegner.
Zwei gegen Zwei. Nur das ihre Gegner vor ihnen standen und weder er noch Iskara für den Nahkampf geschaffen waren.
Sein vierter Pfeil sauste durch die Luft und wirklich, dieses Mal fand er seinen Weg am Schild vorbei auf die Brust des Kämpfers.
Dieser taumelte kurz und stürzte dann zu Boden. Die Faust vor Freude ballend jubelte er innerlich auf, als der letzte noch stehende Gegner auf Iskara zustürmte.
Wie in Zeitlupe sah er wie sie die Hände hochriss, wie das Schwert des anderen sich durch die Luft bewegte.
Der Eisstrahl löste sich von den Händen und verfehlte das Gesicht des Mannes um Haaresbreite. Dann fuhr das Schwert in Iskara Leib ein.
Oder besser gesagt wäre eingefahren, aber die Magie verhinderte, dass das Schwert die Haut durchbrach. Doch alleine die Kraft des Stoßes reichte aus, um Iskaras Körper kraftlos zu Boden sinken zu lassen.
Dann wandte der Mann sich Argrion zu. Kaum zwei Schritte trennten den Bogenschützen von seinem Gegner. Einen Augenblick lang starrten sie sich in die Augen. Keiner wollte den ersten Schritt machen.
Dann wie eine Sprungfeder katapultierte sein Gegner sich in Reichweite, das Schild vor dem Körper, das Schwert weit ausgeholt.
Ein mächtiger Hieb pfiff knapp über Argrions Kopf hinweg. Noch halb geduckt sprang er einen Schritt zurück und feuerte seinen Pfeil ab.
Durch den Schwung aus dem Gleichgewicht gekommen schaffte es der Schwertkämpfer nicht rechtzeitig seinen Schild zur Abwehr hochzureisen und der Pfeil landete sauber in seinen Rippen.
Wie ein nasser Sack stürzte Argrions Gegner zu Boden.

Argrion ließ seinen Blick über das „Schlachtfeld“ schweifen. Zwei Heiler waren zu dem alten Mann gerufen worden.
Ihrem kritischen Blick nach zu urteilen, war es trotz der magischen Paste auf den Waffen eine nicht ungefährliche Verletzung.
Zwei weitere Heiler durchstreifen das Schlachtfeld und erzeugten Wogen heilender positiver Energie über den Anwärtern.
Nicht einmal eine Minute später standen alle außer dem alten Mann wieder auf ihren eigenen Beinen. Obwohl sie sich bis zu Ohnmacht geprügelt hatten, waren noch nicht einmal blaue Flecken zu sehen.
Der alte Mann wurde unter den Blicken aller mithilfe einer Trage aus dem Raum gebracht.
Erst ein Räuspern des Zwerges lenkte ihre Aufmerksamkeit von ihm weg.
Ja es schaut schlimm aus bevor jemand fragt. Aber was erwartet ihr euch?
Glaubt ihr das Leben als Schwerjunker ist angenehm?
“. Ein kaltes Lächeln huschte über seine Lippen.
Nein das ist es nicht, ihr werdet Kameraden sterben sehen, ohnmächtig etwas dagegen zu tun.
Findet euch damit ab, oder geht durch diese Tür und lasst euch nie wieder Blicken.

Nach seinen Worten musterte er jeden einzeln, als würde er nur auf ein verräterisches Zeichen der Schwäche warten. Er wirkte fast schon ein bisschen enttäuscht als er keines fand und fuhr fort:
Okay, wenn das so ist, dann sammeln sich jetzt alle außer dem Ritter mit dem Wolfshelm im linken Waffenraum. Das ist der aus dem die zweite Gruppe kam.
Ihr werdet dann einzeln zur zweiten Prüfung aufgerufen






3.)
Andolin wartet angespannt bis auch der letzte seiner Rivalen den Raum verlassen hatte.
Bitter lag ihm noch seine Niederlage auf der Zunge. Er schüttelte den Kopf, wie um aus einem schlechten Traum zu erwachen.
Na wartet. Euch werde ich schon noch zeigen zu was ich fähig bin“, schoss es ihm durch den Kopf.
Nachdem der Zwerg mit den anderen in der Waffenkammer verschwunden war, schritt der Halbling in die Mitte des Raumes. Lächelnd zog er zwei Dolche und winkte Andolin damit zu sich.
Nun musste auch Andolin grinsen, ein Mann gegen Mann Kampf also. Er baute sich vor dem Halbling auf und zog sein Schwert. Hier würde er punkten können.
Der Schiedsrichter belehrte ihn noch schnell zu den Regeln des Kampfes. Zauber und ähnliche Effekte waren verboten, das Duell würde erst enden sobald einer beiden Kontrahenten bewusstlos am Boden lag.
Dann gab er das Zeichen, dass sie beginnen konnten. Der Halbling bedeute Andolin, mit einer Geste seines Dolches, dass er auf ihn wartete.
Andolin schnellte vor und lies sein Schwert auf den Kopf des Halbling zu sausen.
Dieser duckte sich gewandt darunter hinweg, grinste ihn an und zuckte kurz mit den Schultern.
Da zuckte auch Andolin Schwert wieder nach vorn, doch auch dieses Mal ging der Schlag ins Lehre. Noch bevor Andolin zu einem neuen Schlag ausholen konnte, prasselten zwei Dolchhiebe auf ihn ein.
Einer wurde durch sein Schild abgefälscht, der Zweite allerdings traf ihn kurz oberhalb der Leistengegend. Noch während der Schmerz ihn durchzuckte, kam ihm eine Idee.
Der Halbling war zu flink und beweglich als das er ihn treffen würde, das musste er unterbinden.
Also ab auf den Boden mit dem Halbling. Was konnte den daran schon so schwer sein?
Der Halbling hatte inzwischen schon wieder ein bisschen Distanz gewonnen und bereitete sich auf einen erneuten Angriff vor, als Andolin vorschnellte und die Beine des Halblings wegfegte.
Zumindest so der Plan, allerdings erwischte Andolin als er zutrat nur die Luft und die Wucht seine Trittes beförderte ihn unsanft auf den Boden.
Noch ehe Andolin verstanden hatte, dass sein Plan nach hinten losgegangen war, sprang auch schon ein hämisch lachender Halbling auf ihn und bohrte ihm zwei Dolche in die Brust.
Ihm wurde schwarz vor Augen und gerade als sein Bewusstsein sich verabschieden wollte, durchlief ihn eine Welle heilende Energie. Schlagartig war er hellwach und sprang auf seine Füße.
Der Halbling stand lächelnd zwei Schritte entfernt und schaute auf ihn herunter.
Guter Kampf, ihr hab schnelle eure Taktik geändert. Aber das hilft nichts, wenn man dann etwas versucht was man noch nie geübt hat.
Ihr könnt drüben auf der Bank Platz nehmen und den anderen zuschauen

Bitter enttäuscht, dass er zweimal hintereinander verloren hatte, trotte Andolin zu der Bank und hoffte, dass die anderen Teilnehmer genauso schlecht abschnitten wie er.

Als nächster wurde der Tengu hineingebracht. Das war das erste Mal, dass Andolin ihn näher betrachtete. Es war wirklich eine Krähe.
Rabenschwarze Federn bedeckten jede sichtbare Stelle seines Körpers, ein Schnabel saß dort wo eigentlich seine Nase und sein Mund sein müssten.
Nachdem auch ihm die Regeln erklärt worden war, zog er seinen Rapier und bezog gegenüber des Halblings seinen Platz.
Wieder winkte der Halbling geringschätzig mit seinem Dolch um seinen Gegner zu provozieren.
Schneller als Andolin es ihm zugetraut hatte war die Kreatur bei ihrem Gegner und stieß mit dem Rapier zu. Gewandt wich der Halbling dem Stoß nach hinten und zwei Stöße gingen ins Leere.
Gerade als der Tengu zum dritten Schlag ausholen wollte, sprang der Halbling nach vor.
Sein linker Dolch der auf das Bein des Tengus gezielt hatte, fand sein Ende an der Klinge des Rapiers.
In dem Moment als der Dolch geblockte wurde, stieß der Halbling mit seinem zweiten Dolch zu.
In letzter Sekunde riss der Tengu sein Rapier schützend vor sein Gesicht, doch es war nicht seine Waffe die den Treffer verhinderte.
Das umständliche Hochreißen seines Rapiers, hatte den linken Arm des Halblings ebenfalls in die Luft befördert, genau zwischen dem Gesicht des Tengus und den darauf zielenden zweiten Dolch.
Blut spritze auf das Gesicht des Tengus und fast hätte ihn der durch den Unterarm stoßenden Dolche ebenfalls noch erwischt.
Ohne sich weiter davon beirren zu lassen zog der Halbling langsam seinen Dolch aus der Wunde.
Andolin sah schon den Schiedsrichter auf den Platz laufen, als der Halbling ihn mit einem Wink zu verstehen gab das alles in Ordnung war.
Anscheinend schien ihn die Tatsache das der eigentliche wirkende magische Schutz auf seine Waffe die ernsthafte Verletzungen vermeiden sollte, ausgesetzt hatte nicht sonderlich zu beunruhigen.
Ohne auf die Verletzung des Gegners Rücksicht zu nehmen, stieß der Tengu abermals seinen Rapier nach vorne.
Diesmal traf er und seine Waffe schrammte über die rechte Schulter und ließ den Halbling kurz taumeln.
Bevor er das jedoch ausnutzen könnte, hatte der Halbling sich schon wieder gefangen und ließ seine Dolche auf seinen Kontrahenten niederhageln.
Dieses Mal gelang er dem Tengu nicht mehr rechtzeitig seinen Rapier hochzureißen und der Dolch prallte ihm voller Wucht ins Gesicht.
Bevor er sich von dem Treffer erholen konnte, beendete der Halbling es souverän und stieß ihm beide Dolche in die Brust. Wie ein nasser Sack klappte der Tengu zusammen.
Und schon eilten die Heiler aufs Feld. Es war erstaunlich anzusehen, wie der durchbohrte Unterarm binnen Sekunden wieder geheilt war.

Nachdem der Tengu aufgeweckt worden war nahm er neben Andolin Platz und wartete gespannt auf die anderen Kämpfe. Ihm schien die Niederlage nichts auszumachen
Die restlichen Kämpfe waren für Andolin nichts Neues.
Die ersten paar Sekunden eines jeden Kampfes wich der Schwertjunker nur aus und provozierte seinen Gegner, dann schnellte er vor und ihn kürzester Zeit hatte er seine Gegner überwältigt.
Einzig die zwei Freunde des Tengus, die Frau hatte Andolin sich gemerkt, man sah nicht oft so eine Schönheit in Begleitung eines Rabenmenschen, waren erfinderisch.
Beide zogen sich zurück und warfen ihren Dolch als sie erkannten, dass sie im Nahkampf keine Chance hatten. Sehr zu Andolin Befriedigung gefiel das dem Halbling gar nicht.
Und er hielt beiden eine Standpauke das sie gefälligst keinen Dolch zu werfen hatten, wenn sie keine weitere Waffe bei sich trugen.
Der Mann schaute verlegen weg, doch die Frau zuckte nur mit den Schultern und gesellte sich zu ihnen.
Typisch Frau“, dachte Andolin, „Hält sich für etwas Besseres“.

Als die Mann gegen Mann kämpfe fertig waren, wurden Andolin und die restlichen acht Mitbewerber in den Hinterhof gebracht.
Auf die Nachfrage wie es dem alten Mann ging, wurde ihnen mitgeteilt, dass dieser schwerwiegende Verletzungen am Rücken davon getragen hatte, aber am Leben sei.
Im Hinterhof angekommen, sah Andolin etwas das ihm nicht gefiel. Bögen. Wahre Krieger sollte sich nicht feige aus der Ferne abschießen, sondern sich mit Schwert und Schild gegenüber stehen.
Die Regeln waren einfach, jeder bekam einen Langbogen und man konnte zwischen 3 Zielen wählen. Nah, Mittel und Fern.
Man musste mit 4 Pfeilen so viele Punkte wie möglich schaffen, wobei das erste Ziel einen Punkt, das mittlere Ziel drei Punkte und das am weitesten Entfernte Ziel sieben Punkte wert waren.
Allerdings musste der Pfeil auch stecken bleiben, sodass der Schuss zählte.

Auch dem Rest schien dieser Wettstreit nicht zu gefallen. Nur der Freund des Tengus grinste von einem Ohr zum anderen. Argrion war sein Name, wenn Andolin sich richtig erinnerte.
Er war auch schon beim Gruppenkampf mit einem Bogen anwesend gewesen. Kein Wunder das er sich freute.

Vier Pfeile später war Andolin sich sicher, Bögen waren einfach nicht seine Art zu kämpfen.
Argrion ging als Sieger vom Platz, gefolgt von Iskara, das war der Name der schönen Frau, wie Andolin in Erfahrung hatte bringen können.
Allerdings war er nicht der einzige der nie getroffen hatte. Sowohl der Tengu als auch noch zwei weitere Mitstreiter hatten alle ihre Pfeile in den Boden gesetzt. So kam es zu einem Stechen.
Jeder bekam einen Pfeil. Wer mit dem Pfeil die meisten Punkte machte gewann.
Sollten zwei oder drei Leute gleich viele Punkte haben, gab es keinen Sieger sondern nur Verlierer und die Sieger mussten noch einmal stechen.
Drei weitere Pfeile später ging Andolin in Begleitung Nathaniel, der Name des Tengus wie er eben erfahren hatte, wieder in das Gebäude hinein. Und ließen ihrer zwei Mitschützen draußen stehen.
Am Eingang fing ein Diener sie ab und führte sie zu einem Wartesaal.
Entgegen des tristen Graus, der nur von Fackeln beleuchteten Steine, dass die Flure und die meisten Räume einnahm, durch sie sie bis jetzt gegangen waren, war dieser Raum gerade zu farbenprächtig.
Die gleiche Magie wie auch unten im Keller beleuchte auch diesen Raum.
Es strahlte als wäre es helllichter Tag und die roten Wandteppiche sowie die mit Blattgold verzierten Stühle wirkten freundlich und wohlgesonnen.
Nur der Halbling mit seiner Flöte war in dem Raum anwesend spielte mit sich selbst Karten. Wo auch immer er die auf einmal herhatte.
Er blickte kurz auf und lächelte sie an, dann wandte er sich wieder seinen Karten zu.
Wir werden einzeln aufgerufen. Da drinnen findet irgendeine Art Bewerbungsgespräch statt“, klärte er sie auf ohne noch einmal von seinen Karten hochzuschauen.
Kaum das sie Platz genommen hatten schwang die Tür am anderen Ende auf und der Halbling, Peregig Drugg, wurde aufgerufen.
Schweigend warten Andolin und Nathaniel auf ihren Aufruf.

Nach längerem Warten, wurde schließlich Nathaniel aufgerufen und noch ein paar Minuten später wurde endlich Andolin zu seinem Gespräch gebeten.
Er betrat einen pompös geschmückten Raum, an den Wänden hingen Wandteppiche mit den unterschiedlichsten Motiven.
Die gleiche Magie wie im Wartesaal tauchte alles in helles Licht sodass selbst die feinen Details gut zu erkennen waren.
In Jeder Ecke stand eine aufwendig verzierte Rüstung mit dem Wappen der Schwertjunker auf ihrer Brust.
An der linken Wand befand sich ein großer Kamin, in dem ein flackerndes Feuer brannte um die Kälte aus dem Raum zu verbannen.
In der Mitte dieses Raumes stand ein gewaltiger, mit aufwändigen Schnitzereien und reichlich Blattgold verzierter Schreibtisch.
Dahinter saß der Halb-Elf der sie ganz zum Beginn auf der Treppe begrüßt hatte. Er bedeutete Andolin ihm gegenüber Platz zunehmen.
Das Gespräch verlief nicht besonders ereignisreich. Es wurden nur Standartfragen wie: Woher er kam, was er früher so gemacht hatte und was sein Ziele und Motive seine gefragt.

Nachdem es nichts mehr zu Fragen gab, wurde er gebeten im Speisesaal Platz zu nehmen.
Er würde eine warme Mahlzeit bekommen und nach dem Essen würden sie Erfahren wer alles im Auftrag der Schwertjunker den Grüngürtel erforschen darf.
Nach einem faden, aber nahrhaften und vor allem sättigenden Eintopf wurde Andolin wieder in den gleichen Raum zurückgeführt, in dem er das Gespräch hatte.
Im Raum standen um den Schreibtisch herum, der Tengu seine zwei Freunde, sowie der Halbling.
Nun gut, da nun auch der letzte von euch eingetroffen ist, können wir offiziell beginnen“, erschallte die Stimme des Halb-Elfen.
Ihr fünf seid von uns dazu auserwählt worden den Grüngürtel zu erforschen und etwaigen Bedrohungen durch Monster oder Banditen im Keim zu ersticken oder unschädlich zu machen.
Der beste unter euch soll das Kommando haben und die anderen sollen auf ihn hören und seinen Vorschlägen und Befehle befolgen

Er ergriff einen am Tisch liegendes Schreiben und setzt sein Siegel darunter, dann überreichte er es Argrion:
Nehmt dies Argrion. Ihr habt unter all den Prüfungen am besten Abgeschnitten und werdet von nun an diese Mission leiten. Ein Karren mit allem notwendigen für eure Reise steht unten bereit.
Folgt der Straße Richtung Westen bis ihr zu
“Olegs Handelsposten“ kommt. Von dort aus sollt ihr eure Erkundung beginnen.
Möge euch das Glück hold sein.

Mit diesen Worten entließ er sie aus seinem Büro.
Die restlichen Vorbereitungen verliefen reibungslos und gegen Abend hin verließen sie im Deckmantel der Dunkelheit und unter Geleit der Stadtwache die Stadt.
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
Ju-mo
 
Beiträge: 2134
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:45

Re: [Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon Ju-mo » Donnerstag 28. Juli 2016, 13:05

4.)
Nathaniel schaute sich um. Die Kapuze hatte er sich trotz der Dunkelheit tief ins Gesicht gezogen. Sein Schnabel war einfach viel zu auffällig.
Die Stadtwachen die sie begleiteten, wussten nichts von ihrem Ziel oder wer sie waren.
Sie hatten von den Schwertjunkern nur den Auftrag bekommen, eine Gruppe wichtiger Persönlichkeiten unbehelligt aus der Stadt zu bringen.
Wahrscheinlich wollten sie vermeiden das, sollte die Expedition fehlschlagen, wieder zu viele negative Gerüchte die Runde machen.
Das konnte ihnen nur recht sein. Die Diebesgilde würde es wahrscheinlich nicht wagen eine von der Stadtwache begleitenden Konvoi aufzulauern. Nicht wenn sie dazu keinen Grund hatten.
Und Nathaniel wollte nicht herausfinden ob sie mutig genug dazu wären, wenn er ihnen einen Grund liefern würde. Argrion und Iskara handhabten es genauso.
Den Blick auf den Boden und die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, trotten sie der Wache hinterher.

Die Schwertjunker hatten ihnen einen kleinen Wagen und ein Maultier mitgegeben, damit sie ihr Gepäck ohne Probleme mitnehmen konnten.
Eigentlich sollten es zwei Maultiere sein, doch eines hatte sich noch bevor sie das Tor durchquerten den Knöchel verknackst. Mangels Ersatz übernahm Nathaniel dessen Part beim ziehen des Wagens.
Das mochte ihm zwar den einen oder anderen komischen Blick der nachtaktiven Bevölkerung einbringen, doch war ein in Kapuze gehüllte Gestalt neben einem Esel nicht wirklich etwas Sehenswertes.
Die meisten Blicke zog wohl Andolin auf sich. Hoch zu Ross überragte er sie alle um mehrere Köpfe.
Er trug als einziger keine Kapuze, sondern seinen aufwendig verzierten Wolfshelm. Der Schein der Fackeln spiegelte sich im blankpolierten Metall des Helmes und seiner Rüstung.
Auch beleuchteten sie sein schneeweißes Pferd, sodass dieses sich merklich vom tristen Grau der Umgebung abhob.
Wie ein wahrer Ritter ritt er der Wache hinterher und wohl kaum ein Mitglied ihrer Gilde würde vermuten, dass sie sich in solcher Gesellschaft befanden.
Trotz der günstigen Vorzeichen wollte die Anspannung nicht ganz von Nathaniel weichen.
Erst als sie das Tor passierten und die massiven Torflügel hinter ihnen zuschlugen, verließ ein Seufzer der Erleichterung seinen Schnabel.
Die Schwertjunker hatten ihnen noch gesagt, dass sie noch während der ersten Nacht eine schöne Distanz zwischen der Stadt und sich bringen sollten. Etwas das nur sehr gut zu ihren Plänen passte.
Argrion und Nathaniel wechselten sich damit ab, ihren Esel beim Ziehen des Karrens zu unterstützen und bildeten den Abschluss ihrer kleinen Gruppe.
Vor ihnen gingen Peregig und Iskara und an der Spitze ritt Andolin. Während Iskara und Andolin größtenteils schwiegen, erzählte der Halbling ununterbrochen irgendwelche Geschichte.
Manchmal waren es nur Kindermärchen die sie alle schon einmal gehört hatten, manchmal irrwitzige Erzählungen von denen sie annehmen, dass sie größtenteils erfunden waren.
Und hin und wieder erzählte er auch Geschichten die er persönlich erlebt haben will. Auch wenn Nathaniel die meisten Geschichten für Märchen hielt, so waren sie doch alle recht unterhaltsam.
Die Zeit verflog wie im Flug und als die Dämmerung hereinbrach, schlugen sie ihr Lager neben der Straße auf.

Nathaniel überredete mit Hilfe von Iskara und Argrion, ihre beiden Mitreisenden nur eine kurze Rast zu machen und anschließend weiter zu reisen.
Dafür konnten sie ihr Abendlager früher aufschlagen und wären noch weiter weg von der Stadt, was sicher im Interesse der Schwertjunker wäre.
Dass sie insgeheim befürchteten, von einem übermotiviertem ehemaligen Kollegen verfolgt zu werden, erwähnte keiner von ihnen.
Man wusste nie, wer unbedingt auf Nummer sicher gehen wollte und so jede Gruppe überprüfen würde. Andolin und Peregig mussten nicht erfahren, dass sie alle drei ehemaligen Diebe waren.
Iskara hielt Wache während der Rest sich eine Mütze Schlaf gönnte. Zum Glück verlief die Rast ereignislos und noch vor der Mittagszeit brachen sie wieder auf.
Iskara bekam das Recht zugesprochen ihren versäumten Schlaf auf dem Wagen nachzuholen. Sie hatte einen sehr unruhigen Schlaf und Argrion machte sich zunehmend Sorgen um sie.
Sie murmelte komisches Zeug und wälzte sich immer wieder unruhig hin und her. Nathaniel konnte sich denken wo her das kam.
Ihm ging es genauso, als er damals als Einziger das Massaker an seinem Dorf überlebte. Es dauert immer einer weile bis die Albträume einen verließen.
Im Laufe des Tages lichtete sich die Wolkendecke und die Sonne brach hervor und badete die Landschaft vor ihnen in helles warmes Licht.
Als würde das Wetter selbst ihnen mitteilen, dass sie nun in Sicherheit waren und ein neues Leben beginnen konnten.

Die Reise verlief erstaunlich ereignislos. Wahrscheinlich spielte Andolin dabei eine große Rolle.
Die wenigsten Wegelagerer hielten es anscheinend für eine gute Idee einen vollgepanzerten Ritter zu überfallen. Zwar war die Aussicht auf reiche Beute gegeben, doch auch die Aussicht auf einen schnellen Tod.
Und die Lanze, die so an der rechten Seite des Sattels befestigt war, dass sie schnell in Position gebracht werden konnte, verstärkte den Eindruck eines baldigen Ablebens dummer Wegelagerer noch.

Am Beginn des vierten Tages erreichten sie „Olegs Handelsposten“.
Er lag etwas abseits der Hauptstraße, war aber von dieser gerade noch zu erkennen.
Ein zu weiter Umweg um einfach einmal Rast zu machen, aber ein Zufluchtspunkt, wenn man dringendst Unterschlupf brauchte, sei es vor einem Unwetter oder Banditen.
Man musste nur schnell genug dort sein, zumindest schneller als alles andere.
Er war nicht viel mehr als eine 30 mal 30 Meter große, viereckige Fläche, eingerahmt von einer drei Meter hohen Holzpalisade an deren Ecken sich Türme befanden.
Eine Abzweigung der Hauptstraße führte direkt zu dessen Tor. Es stand offen und statt des Stimmengewirrs, dass sie erwartet hatten, empfing sie ein melodisches Klopfen.
Nathaniel bemerkte, wie Argrion seinen Bogen hervorholte und ihn lässig in der Hand trug.
Auch Andolin überprüfte, ob seine Waffen ja auch alle am rechten Fleck waren.
Dann durchquerten sie das Tor, Andolin voran, danach Argrion, hinter ihnen Nathaniel mit dem Esel und ihrem Karren.
Nun gesellte sich zum Klopfen noch ein leises Murmeln dazu, wenn man genau hinhörte erkannte man, dass es Flüche waren.
Links hinter dem Tor, befand sich ein großes Gebäude, dem Aussehen nach ein Stall, davor parkte ein unbeladener Wagen.
Direkt vor ihnen in gut 15 Metern Entfernung befand sich ein großer Pferch, wahrscheinlich um Waren zu lagern.
Rechts hinten befand sich das erste von zwei vernünftigen Gebäuden, ein massives Holzhaus.
Das andere Gebäude war gleich zu ihrer rechten, ein schmaler, aber ebenfalls solider Holzbau.
Dort kam auch das Fluchen her, besser gesagt von dessen Dach.

Ein Mann versuchte gerade das Dach zu reparieren, was auch das Fluchen erklärte.
Zwischen den zwei Gebäuden befanden sich zwei große Holztische mit Bänken, in deren Mitte eine Feuergrube ausgehoben worden war.
Noch bevor einer von ihnen etwas sagen konnte, huschte eine blonde Frau im Beginn ihrer mittleren Jahre aus dem Hauptgebäude heraus und begutachtete sie.
Der Einmarsch einer gut gerüsteten Truppe schien sie nicht zu beunruhigen, ganz im Gegenteil.
Ein Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht als sie ihnen zurief:
Endlich seid ihr hier. Wir haben euch schon erwartet. Nehmt Platz, euer Essen kommt gleich.
Dabei zeigt sie auf die Tische, die vor dem Gebäude standen, dann drehte sie ihren Kopf in Richtung des Dachdeckers:
Oleg, wir haben Gäste. Komm runter und stell ihre Reittiere in den Stall
Dann verschwand sie auch schon wieder im Hauptgebäude.
Verdutzt schaute Nathaniel ihr nach, als sie ebenso schnell wie sie gekommen war wieder verschwand. Ein klein wenig verwirrt, ließ Nathaniel den Karren los.
Aus dem Augenwinkel fiel ihm auf, wie auch Andolin von seinem Ross abstieg, nicht minder verdutzt als er.
Auch dem Rest von ihnen ging es nicht besser.

Inzwischen hatte das Fluchen aufgehört und dem Ächzen einer Leiter Platz gemacht.
Oleg war ein breitschultriger Mann, ebenfalls in seinen mittleren Jahren. Er hatte dieselbe Haarfarbe wie die Frau und ein Backenbart zierte die Wangen eines ernsten, harten Gesichtes.
Oleg warf ihnen einen mürrischen Blick zu und machte Anstalt Andolins Pferd zu nehmen.
Andolin warf ihm zuerst einen skeptischen Blick zu, bevor er zögernd die Zügel seines Pferds übergab. Auch den Esel mitsamt dem Karren nahm Oleg mit und führte die Tiere in den Stall.
Währenddessen kam ihm nur ein kurzes, knappes „Hallo“ über die Lippen.
Da sie nichts anderes zu tun hatten, gingen sie zu den großen Holztischen und nahmen Platz.
Die Frau war anscheinend gesprächiger als Oleg, vielleicht wurde sie sie aufklären was los war.
Es dauerte nicht lange, da kam sie auch schon wieder hinaus und brachte für jeden von ihnen eine Schüssel Eintopf mit.
Erst als Nathaniel der feine Geruch des Essens in den Schnabel drang, merkte er, wie lange es her war, dass er etwas gegessen hatte.
Die Frau stelle sich, während sie alles ihren Eintopf aßen, als Swetlana vor. Sie war die Ehefrau von Oleg und die Köchin ihres kleinen Heimes.
Nathaniel entging nicht, wie sie darauf wartete, dass sie alle fertig mit dem Essen waren.
Sie versuchte zwar das Thema bei etwas Unverfänglichem zu halten, doch war es offensichtlich, dass ihr etwas am Herzen lag.
Gerade als Nathaniel fertig war mit seiner Schüssel, kam Oleg aus dem Stall. Er steuerte auf sie zu, stellte sich hinter seine Frau und legte ihr sanft seine Hand auf ihre Schulter.
Inzwischen hatten auch alle anderen ihr Essen beendet.
Gespanntes Schweigen machte sich breit.

Ein kurzer Rippenstoß von Iskara erinnerte Argrion daran, dass er vielleicht etwas sagen sollte, Immerhin war er offiziell ihr Anführer.
Ähm... ja wir kommen von den Schwertjunkern aus Restow und sollen hier ein bisschen den Grüngürtel erforschen“, sprudelten die Worte aus ihm hervor, während er Swetlana die Charta überreichte. Aufmerksam lasen sich die Eheleute durch was dort geschrieben stand.
Während Olegs Gesicht eine kleine Palette von Zufriedenheit bis zu Unsicherheit ausdrückte, wurde das Lächeln seiner Frau immer heller.
Siehst du Schatz, ich wusste sie werden uns helfen“, sprach sie freudestrahlend zu ihrem Ehemann.
Noch bevor dieser antworten konnte, mischte sich Peregig ein:
Pardon Madam, aber bei was genau sollen wir ihnen helfen? Haben sie den ein Problem?
Jetzt drückten beide Gesichter der Eheleute das gleiche aus, niedergeschlagene Verwunderung.
Hat man euch nicht davon berichtet, was hier vor sich geht?“, hackte Swetlana zögerlich nach.
Nein. Man hat uns eigentlich nur diese Charta gegeben, mit dem darauf stehenden Auftrag den Grüngürtel zu erforschen. Was für ein Problem bedrückt sie beide denn?“, schaltete sich nun auch Andolin in das Gespräch ein.
Einen Fluch ausstoßend drehte Oleg sich um und verschwand ohne ein weiteres Wort im Hauptgebäude.
Swetlana hingegen schaut sich zögerlich um, bevor sie resignierend ihre Geschichte erzählte. Gespannt lauschte Nathaniel ihr.

Vor drei Monaten waren sie das erste Mal aufgetaucht. Banditen, gut ein Dutzend. Zehn Schläger wurden von einer Frau angeführt und einem Mann angeführt.
Es war aber offensichtlich, dass sie mehr zu sagen hatte als er. Sie war eine grausame Frau, die zu ihrem Vergnügen fast Olegs rechte Hand, mit einer ihrer zwei Beile, abgeschlagen hätte.
Auch drohte sie, den Handelspostern niederzubrennen und Swetlana zu ihrem Vergnügen mitzunehmen, sollte Oleg ihr und ihren Leuten nicht freiwillig die gelagerten Felle und sonstigen Überschüsse des letzten Monats überlassen.
Zähneknirschend und um das Leben seiner Frau besorgt, willigte Oleg ein und übergab ihnen ihre „Steuern“. Seitdem sind sie zweimal wiedergekehrt, jeweils am Anfang des Monats.
Beim zweiten Mal waren es aber nur noch der Mann und sechs seiner Schläger, beim dritten Mal wurde er sogar von nur vier seiner Männer begleitet.
Sie hatten schon ein paar Mal in Restow um Hilfe angesucht, aber bis jetzt war keine gekommen.
Und morgen würden sie das nächste Mal kommen um ihre Steuern einzutreiben.

Während Swetlana dies alles erzählte, war ihre Stimme immer wieder gebrochen.
Nachdem sie fertig erzählt hatte, konnte sie auch ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.
Leise schluchzend fingen diese an ihre Wangen herunterzurollen.
Sie alle hatten ihr aufmerksam zugehört und wussten nicht was sie sagen sollten.
Indem Moment donnerte Andolins Faust auf den Tisch und riss sie alle aus ihrer Starre.
Wir werden helfen! Es kann nicht sein, das irgendwelche Leute sich einbilden, über das Leben anderer Menschen entscheiden zu dürfen. So etwas darf einfach nicht passieren. Niemals!
In seiner Stimme schwang eine solche Entschlossenheit mit, dass keiner sich traute etwas zu sagen.
Etwas sanfter sprach er, sich zur zusammengezuckten Ehefrau drehend:
Macht euch keine Sorgen. Ich habe einen feierlichen Eid geleistet, das einfache Volk vor jeglichem Schaden zu bewahren. Und ich werde ihn einhalten.
Schnell versicherten ihr auch die anderen ihre Hilfe. Voller Freude bedankte Swetlana sich und rannte ins Haus, um ihrem Mann die freudige Botschaft mitzuteilen
Nathaniel spürte wie Andolins Entschlossenheit ihn ansteckte, auch den anderen schien es so zu ergehen. Da trat auch schon Oleg aus dem Hauptgebäude heraus und gesellte sich zu ihnen.
Er schlug ihnen vor, sich zu verstecken und wenn die Banditen dabei waren ihre Ware einzusammeln, sollten sie hervor stürmen und den Banditen den Gar ausmachen.
Eigentlich ein guter Plan, nur Andolin war dagegen. Er wollte hinter dem Tor warten und sobald die Banditen hereinritten, wollte er sich dem Kampf stellen und sie bezwingen.
Seiner Überzeugung nach, war dies der Weg eines wahren Mannes. Argrion und Peregig waren alles andere als begeistert von diesem Vorschlag und versuchten ihn zu einem Hinterhalt zu überreden.
Noch während sie diskutierten schaute Nathaniel sich um. Wichtig war es, dass sobald die Banditen den Handelsposten betreten hatten, sie ihn nicht mehr verlassen konnten.
Man müsste also die Tore hinter ihnen zu machen und dann jemanden davor postieren, damit niemand durchkam.
Argrion und Iskara sollten sich links oberhalb des Tores verstecken, dazu mussten sie nur ein paar Holzbretter als improvisierte Zinnen hinaufnageln und schon würden sie von unten nicht mehr gesehen werden. Nathaniel entdeckte auch noch ein Katapult auf jedem Wachturm, nur waren diese schon ziemlich lange nicht mehr gewartet worden.
Es würde wahrscheinlich Wochen dauern sie wieder einsatztauglich zu machen.

Es dauerte fast eine halbe Stunde bis Argrion und Peregig es schafften, Andolin zu überzeugen, sich mit ihnen zu verstecken.
Schlussendlich überzeugte ihn das Argument, dass wenn auch nur ein Bandit fliehen konnte, das Leben der Eheleute in großer Gefahr sei und er diese doch um jeden Preis beschützen müsse.
Den Plan zum Verschließen des Tores hatte Peregig. Die Tore würden so weit wie möglich offen stehen, damit die Banditen ohne große Probleme durchreiten konnten.
Im Schatten des rechten Torflügels würde Peregig sich verstecken, im Schatten des linken Torflügels Nathaniel.
Sobald der letzte Bandit durchgeritten und abgestiegen war, würden sie die Torflügel zumachen und Nathaniel würde mit gezogener Waffe davor Aufstellung beziehen. Eine Vorstellung die Nathaniel nicht wirklich
behagte, vor allem da er nicht wusste wie viele Banditen eigentlich kamen.
Andolin würde hinter dem Stall warten und dann mit seinem Ross um die Ecke reiten und neben Nathaniel, vor dem Tor, Aufstellung beziehen.
Der Versuch, ihn dazu zu überreden ohne sein Pferd zu kämpfen und gleich neben Nathaniel zu stehen, scheiterte kläglich.
Nachdem sie noch die letzten Feinheiten besprochen hatten und Nathaniel mit Hilfe von Argrion die improvisierten Zinnen auf der Innenseite der Palisade angebracht hatten, legten sie sich zu Ruhe.
Oleg führte sie in das Gästehaus, dessen Dach hatte er inzwischen fertig repariert.
Da es nur vier Betten gab, schnapsten sie sich aus wer auf dem Boden schlafen musste. Zum Glück hatte Peregig immer genug Würfel und Spielkarten mit.
Argrion war schlussendlich derjenige der das schlechteste Blatt hatte und somit seinen Schlafsack auspacken musste. Nathaniel lag noch lange wach.

Er konnte einfach keinen ruhigen Gedanken fassen. Er wusste, dass er kein unbeschriebenes Blatt war, er hatte gestohlen und geraubt um zu überleben. Hin und wieder war auch der eine oder der andere verletzt worden. Aber noch nie hatte er einen Hinterhalt gegen eine bewaffnete Gruppe ausgeführt, mit dem Ziel alle zu töten oder, sollte es Überlebende geben, sie nachher hinzurichten.
Irgendwann wurden seine Augenlieder schwer und trotz all dieser Sorgen schlief er ein.





5.)
Argrion wachte als erster auf. Sanft kitzelten ihn die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster fielen, ihn auf der Nase. Er streckte sich kurz und sprang dann auf.
Sonnenstrahlen hießen sie hatten nicht mehr so viel Zeit. Schnell weckte er seine restlichen Kameraden. Dann legte er sich seine Rüstung an, ergriff seinen Bogen und begab sich auf den Wachposten.
Von dem Turm aus sah er auf den Wald aus dem die Banditen bis jetzt immer gekommen waren.
Nathaniel würde ihn ablösen, sobald dieser mit dem Frühstück fertig war.
Angespannt warte Argrion auf die Banditen. Er versuchte sich einzureden, dass das Ganze nicht unähnlich einem Raubüberfall war.
Aber der Gedanke seinen Bogen bewusst zum Töten einzusetzen, bescherte ihm ein mulmiges Gefühl im Magen.
Wie die andern wohl damit zurechtkommen“, schoss es ihm durch den Kopf. Nathaniel hatte ausgeschaut als hätte er eine unruhige Nacht gehabt.
Allerdings war das schwer zu sagen, so ganz vermochte er dessen Gesichtszüge noch immer nicht zu deuten.
Plötzlich merkte er, wie in der Nähe des Waldes eine Staubwolke aufstieg. Pferde.
Sie bewegten sich schnell auf sie zu, das mussten die Banditen sein.
Schnell stieg Argrion von seinem Posten herab. Auf dem Weg hinunter begegnete er Nathaniel, der ihn gerade ablösen kommen wollte. Zusammen alarmierten sie die anderen.
Dann öffneten sie das über die Nacht zugemachte Tor und bezogen die jeweils ausgemachten Posten. Dort legten sie sich auf die Lauer.
Argrion kam es wie eine Ewigkeit vor, die er da lag. Vielleicht waren es auch gar nicht die Banditen, sagte er sich mehrmals, nur um sich dann zu widersprechen. Wer sollte es den sonst sein?
Minuten kamen im wie Stunden vor, während er regungslos da lag. Irgendwann begann er die Maserungen des Holzes zu betrachten und zählte die Anzahl der Äste darin.
Eigentlich war er gut darin in einem Hinterhalt zu warten, doch heute wollte es ihm nicht gelingen seine Ruhe zu finden.
Gerade als er sie zum zweiten Mal durchzählte, hörte er das Donnern der sich nähernden Hufen. Endlich. Er widerstand dem Drang sich aufzurichten.
Dann ritten die Banditen auch schon durch das Tor hindurch. Er hörte ihr lautes Grölen als sie unter ihnen vorbeiritten. Sie kamen sich gut vor, bei dem was sie machten.
Sie deckten Oleg mit allerlei Schimpfwörtern ein und machten anzügliche Bemerkungen gegenüber Swetlana.
Sie war zum Glück im Haus in Sicherheit war, eine Tatsache die die Banditen nicht sehr zu freuen schien.

Er und Iskara hatten sich inzwischen halb aufgerichtet, dass sie sofort reagieren konnten wenn Peregig und Nathaniel das Tor schlossen.
Dann hörte er auch schon ein lautes Knarzen, gefolgt vom zufallen des Tores. Schnell richtete er sich auf. Am Hof unten sah er fünf Banditen.
Sie alle waren von ihren Pferden abgestiegen und starrten voller Überraschung das zugefallene Tor an. Vier standen in der Mitte des Handelspostens, einer stand vor der Tür des Lagerraumes.
Noch bevor sie verstanden was überhaupt passiert war, ließ Argrion seinen ersten Pfeil von der Sehne. Immer wieder hatte er sich eingeredet, dass sie so oder so sterben würden.
Selbst wenn sie die Banditen gefangen nahmen, würden sie diese danach hinrichten müssen. Und Andolin wäre wahrscheinlich nur allzu gerne bereit das Urteil zu vollstrecken.
Trotzdem fühlte er sich nicht so wohl dabei, als seine Pfeilspitze mit einem dumpfen Laut die Lederrüstung des Banditen durchdrang und aus dessen Rücken herausragte.
Ungläubig schaut er zu Argrion hinauf.
Iskara feuerte indessen einen Eisstrahl auf einen zweiten Banditen, dieser schrie zwar auf, doch so wie auch Argrion sein Ziel flog er nicht um.
Von unten hörte Argrion wie Andolin sich auf seinem Pferd nun ebenfalls, neben Nathaniel, vor dem Tor positionierte. Gerade als er seinen zweiten Pfeil einlegte, ertönte ein Flötenspiel.
Ein Lächeln schlich sich auf sein Gesicht, was auch immer der Halbling machte, es gab ihm Zuversicht.
Dann schoss Argrions auch schon zum zweiten Mal. Dieses Mal beendete sein Pfeil das Leiden des Banditen. Er brach auf die Knie und kippte vorne über.
Zwei Pfeile ragten aus seinem Rücken hervor. Neben ihm schoss der nächste Eisstrahl vorbei und durchbohrte den anderen verwundeten Banditen.
Doch im Gegensatz zu seinem Mitstreiter, wurde er nicht von seinem Leiden erlöst, sondern starrte Iskara voller Hass an.
Die restlichen Banditen hatten inzwischen ihre Bögen gezogen und erwiderten das Feuer. Iskara sackte leblos neben Andolin zu Boden, als zwei Pfeile ihren zierlichen Körper durchbohrten.
Von unten Drang das klirren von gekreuzten Schwertern zu ihm herauf.
Ein kurzer Seitenblick auf seine Gefährtin offenbarte ihm, dass sie noch lebte.
Ihr Brustkorb hob und senkte sich noch, doch blutenden ihre Wunden stark.

Aus dem Augenwinkel sah er wie Peregig sich an der Stallwand entlang drückte und sich dem Banditen näherte der neben dem Lagergebäude stand.
Jetzt wo Argrion darüber nachdachte, war das wahrscheinlich der Anführer. Er wusste nicht genau was Peregig vorhatte, doch wäre es sicher nicht gut, wenn der Anführer ihn sehen würde.
Also schoss Argrion seinen dritten Pfeil auf den vermeintlichen Anführer ab.
Mit Genugtuung sah er dessen schmerzverzerrtes Gesicht, als der Pfeil seine Schulter durchschlug und zitternd im Gebäude hinter ihm stecken blieb.
Der Anführer erwiderte das Feuer und dies Mal half Argrions Rüstung ihm nicht. Ein höllischer Schmerz durchzuckte ihn als der Pfeil in seinem Oberkörper einschlug.
Mit tauben Fingern legte er seinen dritten Pfeil an die Sehne. Alle Geräusche wurden dumpf. Ganz deutlich hörte Argrion seinen eigenen Herzschlag.
Sein Gegenüber legte ebenfalls einen Pfeil auf die Sehne, doch er war zu langsam, bevor er seinen Bogen noch richtig spannen konnte, schickte Argrion seinen Pfeil auf die Reise.
Die Wucht des Aufpralles riss sein Gegenüber vom Boden. Dann gaben Argrion seine Knie nach und er fiel auf seinen Allerwertesten.
Auf einmal hörte er wieder normal und es prasselten die verschiedensten Geräusche auf ihn ein.
Das klirren von Schwertern, das nervöse Schnauben der Pferde, das Schreien von Verwundeten, alles eingerahmt von einem wunderschönen, ermutigenden Flötenspiel.

Trotz seiner Schmerzen richtete Argrion sich auf und kniete sich neben Iskara.
Vorsichtig zog er ihr ihre Stofftunika aus und schnitt ein paar Streifen von ihrem Untergewand ab.
Normalerweise hätte es ihn gefreut, sie ausziehen zu können, aber in dem Fall vertrieben die Sorgen um sie und sein eigner Schmerz jeglichen derartigen Gedanken.
Er brach den ersten Pfeil beim hinteren Ende ab und zog ihn dann hinaus. Schnell umwickelte er sie mit den Stoffstreifen, damit sie nicht zu viel Blut verlor. Schon verfärbte der provisorische Verband sich rot.
Ein kurzer Anfall von Panik überkam Argrion. Er nahm einen tiefen Atemzug und versuchte sich zu beruhigen. Da hörte er ein scharfes Einatmen.
Peregig war zu ihnen auf die Mauer hinaufgeklettert und starrte auf das viele Blut dass sie umgab.
Lass mich mal machen“, sagte er erstaunlich ruhig, als er näher kam.
Vorsichtig legte er ihr eine Hand auf die Brust und murmelte ein paar Worte.
Ein helles leuchten umgab seine Hand und die Wunder schloss sie wie von selbst. Selbstzufrieden grinste er Argrion an.
So macht man das. Und jetzt zieh ihr den zweiten Pfeil hinaus, damit wir auch ihre zweite Wunde schließen können
Ein Heiler“, schoss es ihm durch den Kopf, während er Iskara Körper auch vom zweiten Pfeil befreite.
Ein kurzes Murmeln und ein helles Leuchten später schlug Iskara ihr Augen auf. Verwundert schaut sie sich kurz um, dann fiel ihr auf in welchem Zustand sie da lag.
Schnell richtete sie ihre Kleider, sodass das nötigste bedeckt war, murmelte ein schnelles „Danke“ und verschwand die Leiter hinunter.
Und wieder einmal rettet der Halbling den Tag“, hörte Argrion Peregig sagen, während er Iskara nachschaute.
Zusammen verließen sie die Mauer. Unten angekommen, sah Argrion was Nathaniel und Andolin mit den Banditen gemacht hatten, die versucht hatten siech den Weg mit dem Schwert freizukämpfen.
Wirklich lebendig sah von denen keiner mehr aus. Während Nathaniel einen eher nachdenklichen Ausdruck auf dem Gesicht hatte, strahlte Andolin förmlich.
Argrion hätte zu gerne gewusst, was dem Ritter in seiner Jugend wiederfahren ist.
Die Nachwehen es Kampfes, bekam Argrion nur halb mit. Oleg und Swetlana freuten sich riesig über die toten Banditen und Argrion wurde ins Haupthaus geleitet um seine Wunder zu versorgen.
Seine Sorge um Iskara hatte ihn vollkommen vergessen lassen, dass ihm ein Pfeil in der Brust steckte.
Leider war Swetlana im Gegensatz zu Peregig nicht mit heilender Magie vertraut, sodass er sich mit einem Verband und einigen Kräutern zufrieden geben musste.
Als er wieder hinaus trat, war der Handelsposten schon gesäubert worden. Die Pferde hatte man in den Stall gebracht die restliche Ausrüstung der Banditen in das Lager.
Oleg hatte der Gruppe beides zugesprochen und sich angeboten die Ausrüstung der Banditen an den Mann zu bringen und ihnen dann das Gold dafür zu geben.
Beim kurzen Überfliegen der gesammelten Beute nahm Argrion sich die Pfeile der Banditen sowie einen der Bögen an sich.
Er war von der Machart fast identisch mit seinem eigenen. Nur erforderte das Aufziehen mehr Kraft, etwas was den Pfeilen mehr Wucht verlieh.
Nach einigen Probeschüssen auf das Tor entschied er sich ab sofort diesen Bogen zu benutzen und gab Oleg seinen alten, damit dieser ihn verkaufen konnte.

Für einen Teil der Ware gab Oleg ihnen auch schon im Voraus das Gold, ebenso gab er ihnen drei Tränke dafür, dass sie ihn von den Banditen befreit hatten.
Andolin wollte die Tränke am Anfang gar nicht annehmen, da er es als seine Pflicht sah geholfen zu haben.
Doch schlussendlich siegte der erfahrende Händler und Peregig verstaute die Tränke in seinem Rucksack.
Auch Iskara war wieder da. Im Gegensatz zu Argrion dem fast jeder Schritt schmerzte, wirkte sie als wäre sie erst frisch aufgestanden.
Während die anderen die Leichen beseitigt und den Platz gesäubert hatten, hatte sie sich etwas Neues angezogen und sich das Blut hinuntergewaschen.
Peregig überreichte ihm ein silbernes Amulett eines Hirschkopfes.
Hatte der Anführer der kleinen Schar hier bei sich. Laut Oleg gibt es Gerüchte über einen mächtigen Banditen der sich der Hirschkönig nennt.
Keinen Plan, aber vielleicht hat das Amulett etwas damit zu tun
“, informierte er Argrion.

Argrion hatte während seiner Behandlung bei Swetlana genug Zeit seine Gedanken zu ordnen.
Es waren wahrscheinlich zwölf Banditen im Ganzen. Fünf davon waren tot, blieben sieben übrig.
Wenn die fünf nicht zurückkehrten würden sie wahrscheinlich misstrauisch werden und nachschauen gehen.
Bevor das passiert, sollten sie den Banditen einen Besuch abstatten. Das wäre besser als während der Erkundung plötzlich auf sie zu stoßen.
Alle waren mit dem Plan einverstanden und zu ihrem großen Glück, waren die Spuren die die Pferde der Banditen hinterlassen hatten mehr als nur gut zu erkennen.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen zu Stärkung würden sie sich auf den Weg machen.





6.)
Peregig war stolz auf sich. Nicht das er während des Kampfes viel gemacht hatte, außer seinen Kumpanen ein aufmunterndes Lied zu spielen.
Aber er hatte der wunderschönen Dame das Leben gerettet. Nicht etwa, dass er etwas von Menschen wollte, aber es tat gut zu wissen, jemanden das Leben geredet zu haben.
Er fühlte sich wie ein richtiger Held. Sie waren den Spuren nun schon eine ganze Weile gefolgt, als sie auf den Waldrand trafen.
Ab hier ritten sie besonders vorsichtig weiter, keiner wusste ja wie weit das Banditenlager entfernt lag.
Andolin hatte die Spitze übernommen, seine Rüstung hatte in im letzten Kampf vor dem meisten Schaden bewahrt. Argrion hingegen hatte schon bessere Zeiten gesehen.
Peregig war der Pfeil in seiner Brust gar nicht aufgefallen, als er Iskara heilte. Wahrscheinlich hätte ein Zauber gereicht damit sie über den Berg gewesen wäre.
Dann wäre ihm einer für Argrion übrig geblieben. Aber so war es auch nur halb so schlimm. Er hatte überlebt und schien heilfroh darüber zu sein das es Iskara gut ging.
Als das durch den dichten Wald gedämpfte Licht wurde immer dunkler und ihr vorankommen immer schwerer wurde, beschlossen sie bei der nächsten Lichtung ein Lager aufzuschlagen.
Da hörten sie das Rauschen eines Baches. Wie der Zufall es wollte führten die Spuren der Banditen sie auf eine kleine Lichtung, die auf der anderen Seite durch ebenjenen Bach begrenzt wurde.
Sie führten dem Bachverlauf entlang, allerdings war es schon zu dunkel um Näheres zu erkennen.
Während sie alle ihre Schlafsäcke auspackten und Nathaniel ein Feuer entfachte, staunten sie nicht schlecht, als Andolin ein Zelt hervorholte.
Es war ein kleines Zelt, gerade einmal groß genug für ein oder zwei Mann.
Peregig beneidete ihn darum, er hätte auch gerne in einem Zelt geschlafen. Er dachte daran Oleg zu fragen ob dieser noch eines auf Lager hatte oder eines besorgen konnte, sobald sie zurück waren.
Sie entschlossen sich, die Nachwache aufzuteilen jeder sollte zwei Stunden wachen und die restliche Zeit schlafen. Iskara bot sich an die erste Wache zu übernehmen.
Nach einem gemeinsamen Abendessen zog sich jeder in seinen Schlafsack zurück und Andolin ging in sein Zelt.
Peregig schlief schnell ein, die Aufregung des Kampfes und das Zaubern hatten ihn mehr erschöpft als er zuerst gedacht hatte.
Ein bösartiges Knurren schreckte ihn aus seinem Schlaf. Der Rest schlief friedlich, nur Iskara schaute angestrengt in den Wald. In ihrer Hand eine Fackel, die sie Richtung Wald streckte.
Lange konnte er noch nicht geschlafen haben, wenn Iskara noch Wache hielt. Er schälte sich aus seinem Schlafsack und gesellte sich an ihre Seite.
Was ist den los“, flüsterte er ihr zu. Sie nickte mit dem Kopf in den Wald.
Da war ein Eulenbär. Glaube ich. Er hat einmal laut geknurrt.
Ich habe mich umgedreht und ihn schemenhaft gesehen und als ich die Fackel holte um genauer hinzuschauen ist er verschwunden. Und egal wie sehr ich mich anstrenge ich sehe ihn nicht mehr

Alarmiert wollte Peregig schon seine Gefährten aufwecken, als ihm etwas auffiel was wahrscheinlich auch schon Iskara aufgefallen war. Die Blätter waren vollkommen intakt.
Es gab auch keine abgebrochenen Zweige oder sonstige Hinweise darauf, dass ein Eulenbär jemals dort war.

Verdutzt holte sich jetzt auch Peregig eine Fackel, seine Neugier obsiegte gegen seine Vernunft.
Nichts. Egal wie sehr er sich anstrengte, er fand nichts was darauf hindeutete.
Vielleicht hat mir auch nur mein Geist einen Streich gespielt“, bemerkte Iskara.
Wir sollten versuchen die Nacht so gut wie möglich zu nutzen und uns wieder hinzulegen und nicht wegen Hirngespinsten wachbleiben
Peregig gab ihr Recht und legte sich wieder in seinen Schlafsack, doch es ließ ihm keine Ruhe.
Von einem Hirngespinst wachte er doch nicht auf. Oder hatte er auch nur einfach ungut geträumt?
Es dauerte eine Weile bevor er wieder einschlafen konnte.

Kaum hatte er die Augen zugemacht erschütterte ein bis ins Mark gehender Schrei den Wald. Dieses Mal schreckte alle aus ihrem Schlaf hoch.
Auch kam der Schrei diesmal aus genau der entgegengesetzten Richtung, als Iskaras Sichtung vorher.
Argrion hatte seinen Bogen schon in der Hand und auch Nathaniel und Andolin hatten ihre Waffen einsatzbereit in ihren Händen.
Schnell streckte Peregig seine Hand in Richtung des Zeltes aus und murmelte einen Zauberspruch. Heller Fackelschein ging vom Zelt aus und verschaffte ihnen so ein bisschen mehr Licht.
Angespannt starten sie alle in das Waldstück hinter dem Zelt aus dem der Schrei gekommen war.
Peregig sah wie Nathaniel seine Ionenfackel auspackte und aktivierte und sich mit Andolin langsam an die Lichtungsrand begab.
Eine nervenzerreißende Spannung lag in der Luft. Meter um Meter näherten sich die zwei dem Waldrand, die Waffen einsatzbereit in den Händen.
Neben Peregig hatte auch schon Argrion einen Pfeil in seinen Bogen gelegt.
Die zwei Nahkämpfer erreichten unterdessen den Waldrand und schauten sich, im Schein der Ionenfackel, um. Da sie anscheinend nichts fanden, gingen sie ein paar Meter in den Wald hinein
Hier ist nichts“ rief Andolin schließlich.
Noch nicht einmal ein zerbrochener Ast
Peregig versuchte sich zu erinnern was er in den Bibliotheken seines Vaters gelesen hatte. Eulenbären waren bekannt dafür extrem aggressiv zu sein und auch ohne Provokation sofort anzugreifen.
Das ein Eulenbär zweimal in die Nähe ihres Lagers kam nichts tat erschien ihm komisch.
Langsam näherte er sich selbst dem Waldrand. Weit konnte der Eulenbär nicht entfernt sein, dazu war der Schrei zu laut gewesen.
Er sah wie Argrion und Iskara ihm folgten und als sie alle fünf versammelt waren, wagten sie sich noch ein bisschen weiter in den Wald vor.
Doch auch nachdem sie gut zwei Dutzend Meter zurückgelegt hatten, fanden sie nicht die geringsten Spuren eines dieser großen Tiere.
Verwirrt und aufgeschrocken kehrten sie ins Lager zurück. Peregig entschied sich die nächste Wache zu halten, wenn hier dann doch ein Eulenbär sein Unwesen trieb, wollte er lieber wach sein.
Um sich abzulenken, erschuf er einen kleinen Tisch, indem er die Erde anhob, und vertrieb sich die Zeit mit einem Kartenspiel.
Mangels Uhr wusste er nicht wann genau seine Wache zu Ende ging, aber als seine Augenlieder immer schwerer wurden, beschloss er, dass es Zeit für eine Wachablöse war.
Müde taumelte er zu Nathaniels Schlafplatz und weckte den Tengu auf, dann legte er sich hin.

Wie lange er geschlafen hatte wusste er nicht, diesmal weckte ihn kein Geschrei einer Bestie, sondern das Klimpern seiner Spielwürfel neben seinem Ohr.
Erschrocken fuhr er hoch, nur um zu sehen wie Andolin seinen Rucksack durchwühlte.
Kurz schauten sich beide überrascht an, dann sprang Peregig auf und schrie laut:
Was zum Teufel machst du bei meinen Sachen?
Ich hole mir zurück was du mir gestohlen hast du kleiner dreckiger Dieb.
Völlig Perplex schaute Peregig ihn an. Er hatte noch nie etwas mit Andolins Sachen zu tun gehabt.
Keiner Ahnung wovon du redest, aber geklaut habe ich dir sicher nichts.
Und wenn hier jemand ein Dieb ist dann du. Wühlt einfach in meinen Sachen herum.
Haben deine Eltern dir keine Manieren beigebracht?

Inzwischen waren die anderen durch ihr Geschrei auch aufgewacht und gesellten sich verschlafen zu ihnen.
Auf Einschreiten Argrions, erklärte Andolin sich. Als seine Wachschicht begonnen hatte, hatte er gemerkt, dass sein Goldbeutel fehlte.
Auch nachdem er sein ganzes Zelt auf den Kopf gestellt hatte war dieser nicht aufgetaucht. Da hatte Andolin eine Goldmünze neben Peregigs Schlafsack gefunden.
Und jedes Kind weiß doch wie gerne Halblinge Sachen klauen. Also hatte beschloss Andolin, Peregigs Rucksack zu durchsuchen und seinen Goldbeutel zurückzuholen.
Dabei war Peregig aufgewacht und jetzt waren sie hier.

Auf die an ihn gerichteten fragenden Blicke, erwiderte Peregig:
Glaubst ihr wirklich wenn ich jemanden beklauen würde, würde ich eine Münze auf den Boden fallen lassen? Und wieso sollte ich jemanden mitten in der Einöde beklauen.
Viel fang ich hier mit dem Gold nicht an. Wenn schon, würde ich es klauen und mich dann damit aus dem Staub machen.

Peregig schaute in die Runde, alle außer Andolin machten ein verständnisvolles Gesicht. Dieser allerdings blickte mit einer eisigen Miene des Zornes auf ihn herab.
Bedrohlich lag seine Hand am Griff seines noch in der Scheide steckenden Schwertes. Eine knisternde, ungute Spannung lag in der Luft.
Bevor diese jedoch ins Negative kippen konnte, stand Argrion ihm hilfreich bei.
Andolin. Wie wäre es wenn wir Peregig Sachen gemeinsam durchsuchen.
Ist der Goldbeutel dort, dann gibt es sicher eine gute Erklärung dafür. Ist er nicht bei seinen Sachen, dann ist er unschuldig. Was sagt ihr?

Andolin gab ein zustimmendes Kopfnicken und Iskara und Nathaniel breiteten langsam den Inhalt von Peregigs Rucksack vor ihnen aus. Kurz bevor der ganz Inhalt am Boden lag, hielt sie erschrocken inne.
Peregig schwarmte übles. Mit zerknirschter Miene beförderte sie Andolins Goldbeutel zu tage.
Die Welt schien stillzustehen, während sie den Goldbeutel hochhielt. Peregigs Blick wanderte vom Goldbeutel zu Andolin und zurück.
Das war unmöglich“, schoss es ihm durch den Kopf. Doch noch bevor er ein Wort herausbrachte, zog Andolin blank und richtete seine Klinge auf ihn.
Peregig war sich sicher das er gleich zustoßen würde, doch dann trat Argrion schützend vor ihn.
Wartet Andolin. Das beweist nicht seine Schuld. Es kön…[i]“
„[i]Schweigt!
“, fuhr Andolin ihm dazwischen.
Er hatte meinen Goldbeutel. Das beweist, dass er ihn gestohlen hat. Wie sonst kommt er in meine Tasche? “ Drohend hob er sein Schwert.
Und jetzt geht mit aus dem Weg oder ich sorge dafür das ihr es tut
Bevor Andolin eine weitere Dummheit begehen konnte kniete sich Nathaniel neben ihm auf den Boden. Verwundert hielt Andolin in seinem Tun inne.
Dann begann Nathaniel seine Geschichte zu erzählen.
Er begann damit wie grausame Adlige seine Stammesangehörigen massakriert hatten und endete damit wie er und seine zwei Gefährten von der Diebesgilde floh, die ihn damals aufnahm.
Vielleicht habt ihr jetzt ein schlechtes Bild von uns. Aber wir waren echte Diebe. Wir verstehen etwas von dem Handwerk. Niemand würde so eine Dummheit begehen.
Peregig wäre längst weg, wenn er uns wirklich beklauen hätte wollen. Und dann nicht nur mit deinem Goldbeutel. Sondern auch mit unsren. Lasst uns schlafen gehen.
Diesmal stellen wir zwei Wachen auf um zu sehen was in diesem Wald gespielt wird

Andolin schaute den noch immer knienden Nathaniel lange an. Peregig konnte förmlich spüren wie es in seinem Kopf ratterte, dass ihre drei Mitreisenden allesamt Diebe waren, hätte er auch nicht gedacht.
Langsam steckte er sein Schwert weg, in seinem Antlitz zeigten sich Misstrauen und Verwunderung.
Ihm schien die Wendung nicht zu gefallen. Aber einen offenen Kampf würde er hoffentlich nicht riskieren, dazu standen seine Chancen zu schlecht.
Auch wusste Peregig, dass der Tengu Seite an Seite mit Andolin vor dem Tor gekämpft hatte. Etwas das vielleicht, zu ihrer aller Glück, ein Art Band des Vertrauens von Andolin zu Nathaniel geknüpft hatte.
Gut“, sagte Andolin. „Dann lass ich es ihm diesmal durchgehen. Beim nächsten Mal aber wird er hängen.
Dann riss er Iskara den Goldbeutel aus der Hand und stapfte in sein Zelt zurück.
Peregig wurde daraufhin wieder schlafen geschickt, während Argrion und Nathaniel die nächste Wache übernahmen. Es dauerte eine Weile bis Peregigs Herz aufhörte wie wild zu schlagen.
Noch immer stand im kalter Schweiß auf der Stirn. Er war sonst immer so weit wie möglich von allem gefährlichen weggewesen.
Den blanken Stahl eines Schwertes nur Zentimeter vor seiner Nasenspitze zu haben, tat ihm nicht gut. Es dauerte eine Weile bis er einschlief.

Das Klirren von Schwertern weckte ihn auf. Blitzschnell vor er hoch.
Vor ihm stand Nathaniel, er hatte ihm den Rücken zugewandt und seinen Rapier gezogen.
Im Gegenüber stand Andolin, und sein Gesichtsausdruck spiegelte blanken Hass wieder.
Zwischen den beiden beleuchtete eine Fackel, die nähere Umgebung und lies Andolin noch unheimlicher und wütender erscheinen als er es war.
Verdutzt stelle Peregig fest, dass er sich nicht in seinem Schlafsack, sondern im Wald befand.
Argrion stand seitlich von Nathaniel und hatte seinen Bogen gespannt und zielt auf Andolin.
Wieder lag eine unheimliche Spannung in der Luft.

Glaubt ihr den noch immer, dass dieser Strolch mich nicht ausrauben wollte. Macht Platz damit ich dem Dieb sein gerechte Strafe zukommen lasse“, brüllte Andolin ihnen zu.
Iskara hatte sich inzwischen zu ihnen gesellt und erklärte Peregig kurz was geschehen war:
Andolins Zelt war in sich zusammengefallen, wodurch er wach wurde. Sein überraschter Aufschrei hatte sie alle geweckt, nur Peregig schien verschwunden und eine Spur führte in den Wald.
Andolin war, gefolgt vom Rest der Gruppe sofort dorthin gelaufen.
Sie fanden Peregig mit Andolins Goldbörse in seiner Hand am Boden liegend, den Kopf an einem Baum angehauen, nur wenige Meter nachdem sie den Wald betreten hatten.
Den Rest reimte Peregig sich schnell selbst zusammen, das sah nicht gut für ihn aus.
Wer zum Teufel spielte ihm diese Streiche?“, fragte er sich.
Da schoss ihm die Antwort in den Kopf.
Feen!“, schrie er hinaus.
Bevor jemand reagieren konnte, fing er hastig und ohne eine Pause an zu erzählen:
Feen sind bekannt dafür, dass sie Abenteurern die in ihre Gebiete kommen Streiche spielen. Anscheinend finden diese Exemplare es lustig jemanden einen Diebstahl in die Schuhe zu schieben.
Aber solange wir ihnen nichts Böses wollen können wir uns vielleicht mit ihnen anfreunden. Dazu ..ähm... brauchen wir irgendetwas glitzerndes, Funkelndes oder Tränke. Das mögen sie.


Erst jetzt wurde Peregig bewusst das ihn alle mit offenen Mund, und ein offener Schnabel, anschauten.
Dann wanderten ihre Blicke unter einander hin und her. Keiner war sich sicher, was er jetzt tun sollte. Anscheinend waren alle nicht wirklich von seiner Unschuld überzeugt.
Und die drei ehemaligen Diebe standen ihm nur zur Seite, weil sie sich nicht sicher waren und keinen überhasteten Fehler begehen wollten.
Es dauerte noch geschätzte zwei Stunden, bis auch Andolin davon überzeugt war das es Feen sein könnten. Peregig wurden daraufhin die Tränke gegeben, sowie das Amulett mit dem Hirschkopf.
Er ging ins Lager zurück, kniete sich dort neben ihrem Lagerfeuer ab und bot den Feen die Tränke und das Amulett als Zeichen ihrer Freundschaft an. Stille.
Nur das Knistern des Feuers und das Rauschen des Baches waren zu hören. Minuten vergingen und nichts geschah.
Dann kniete sich auch Iskara neben ihm hin und versuchte die Feen mit schönen Worten aus ihrem Versteck zu locken. Doch auch diesmal ließ sich keine Feenwesen blicken.
Andolin der bis jetzt ruhig hinter ihnen gestanden hatte, trat einen Schritt vor. Die Tatsache, dass er sein Schwert noch immer gezogen hatte, ließ Peregig erneut kalten Schweiß über den Rücken laufen.
Doch anstatt Scharfrichter zu spielen, rammte Andolin sein Schwert in den Boden und fing seinerseits an zu sprechen. Kurz wagte Peregig es aufzuatmen.
Zumindest bestand die Möglichkeit, dass Andolin ihm glaubte. Nach Andolin seiner Anspreche, warteten sie noch eine Weile gespannt ob etwas passierte, dann riss dieser sein Schwert aus dem Boden und drehte sich um. Kurz bevor er sein Zelt betrat, wandte er sich ein letztes Mal an Peregig und deute mit seinem Schwert auf ihn.
Halbling. Wenn sich bis morgen keine Feen zeigen wird es dir schlecht ergehen. Dessen kannst du dir sicher sein. Und dann werden deine Diebesfreunde dich nicht schützen können.
Dann verschwand er in seinem Zelt.
Peregig schluckte schwer, es kam ihm vor als hätte man ihm eine Galgenschlinge um seinen Hals gelegt. Beruhigend legte sich eine Hand auf seine Schulter. Argrion.
Keine Sorge mein kleiner Freund. Morgen schaut die Welt schon wieder freundlicher aus
Mit den Worten teilte er sich und Nathaniel zur Wache ein und entließ Peregig wieder einmal seinem Schlaf.
Obwohl er dachte, dass er viel zu aufgeregt zum Schlafen war, fielen ihm seine Augen schon bald zu und ein traumloser Schlaf umfing ihn.
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
Ju-mo
 
Beiträge: 2134
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:45

Re: [Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon Ju-mo » Donnerstag 28. Juli 2016, 13:13

Fazit der ersten Session.

Spieler sind alle motiviert.
Das Auswahlverfahren hat ihnen sehr gut gefallen, auch das sie am Anfang nicht alle im gleichen Team waren war mal was neues.
Wenn auch unerwartet, aber wie man es eh schon kennt: Spieler sind einfach unberechenbar.
Ihre Gegner waren einfach normale NSC aus dem NSC Kompendium, deren Ergbenisse ich im vorhinein ausgewürfelt habe.

Die zwei Stunden Diskussione zwischen Peregig und Andolin wegen dem Goldbeutel, wurde auch von den Charaktern ausgesrochen.
Es waren wirklich fast 2 Stunden von 23 - 1 Uhr. Man konnte sich einfach nicht einigen xD
Den anderen Spielern ist da sie hin und wieder auch etwas eingeworfen haben, zum Glück auch nicht fad geworden.

Und man sieht, das sobald man ans Gold geht, die Spieler/SC ziemlich happig werden.
Die Idee dazu hab ich mir ein bisschen von Art abgeschaut.
Und das alle Spieler durch die Bank durch ihre Diplomatie Würfe versauen, naja kann passieren.
Aber die Feen werden sich bei einem Höchstergebniss von 10 eher nicht zeigen.
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
Ju-mo
 
Beiträge: 2134
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:45

Re: [Spielbericht] Königsmacher: A Bedtime Story

Beitragvon art » Donnerstag 28. Juli 2016, 14:48

Ich hoffe der Rhythmus stabilisiert sich. Den Bericht von 4 Sitzungen zu lesen, war zum Ende doch ermüdend für die Augen. Vom Stil ist es ok, man kann der Handlung sehr gut folgen, auch wenn es für nen Bericht schon fast zu sehr Prosa ist, aber das sagtest du ja gleich in der Einleitung.

Zum Inhalt selber:
Ich überlege schon die Ganze Zeit was ein Sulli ist... ich muss heute Abend doch mal die Bücher rauskramen.

Einstieg mit Test der Junker war schön. Was ich witzig finde, dass wir beide die Schwertjunker scheinbar als ganz andere Organisationen verstehen - was durch eher dünnen Informationsgehalt zu den Junkern auch nicht verwundert. Deine Schwertjunker kommen etwas mehr wie die Kundschafterloge rüber... meine haben sich so bedeckt gehalten, dass sie eher wie reiche Edelmänner mit unbekannten Hintergedanken rüberkamen.

Die Charaktere find ich alle gut. Zusammenstellung ist etwas seltsam, aber da bin ich auf die Entwicklung gespannt. Vor allem wie sich der Hexenmeister macht, da ich hier im Forum mehrfach gehört habe, dass gerade die Gekreuzte Blutlinie sehr schlecht sein soll.

Ich hab keinerlei Probleme damit das du meine Berichte als Inspiration nutzt - dafür sind sie da :)
Du kannst froh sein, dass deine Spieler, dass schon nach dem ersten Streich durchschaut haben. Sich Feen Streiche onthefly einfallen lassen ist nämlich gar nicht so einfach - und bei meinen Spielern kam der Gedanke ja erst nach vier Tagen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung - wie ist denn euer Spielturnus? Wöchentlich, Monatlich?
~ Monster dont sleep under your bed... they sleep in your head ~

Aktuelle Projekte in der neuen art von Märchenstunde:
Königsmacher
Zerbrochener Stern
Erwachen der Runenherrscher
[beendet]
SL-Informationen. Kein Zutritt für Spieler!
Benutzeravatar
art
 
Beiträge: 708
Registriert: Freitag 26. April 2013, 07:13

Nächste

Zurück zu Spielleiterforum (Pathfinder)



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron