Unmotivierte Spieler

Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon Christian Anders » Freitag 22. September 2017, 08:25

wydy hat geschrieben:ich habe in meiner Pathfindergruppe aktuell das Problem, dass die Spieler teilweise etwas unmotiviert wirken.
Wir spielen 1x pro Monat am Samstag und die Leute sind auch jedes mal motiviert und haben einen riesen Spass am Spiel. Aber zwischen den Spielabenden herrscht extreme Flaute. Sie haben zwar Freude ihren Char zu leveln, aber damit hat es sich.

Unmotiviert weil ich die Regeln nicht lernen möchte?
Ich dachte immer, ich betreibe ROLLENspiel,
was sind dann die Spieler der Regelfreien Rollenspiele?
Dilettanten; Boykottierer oder nur Dumm?
Wenn ihr beim Rollenspiel spaß habt, ist doch alles super, die Regeln hat sich auch nur jemand ausgedacht, warum muss ich für Rollenspiel regeln wissen.


wydy hat geschrieben:Wenn ich im Gruppenchat frage ob jemand mir etwas ausdrucken und mitbringen kann, ob jemand eine Musikplaylist für den Abend vorbereiten könne, ob jemand Kerzen kaufen könne um etwas Stimmung aufzubauen... fühlt sich keiner verantwortlich und am Schluss bleibt es an mir hängen.

Vielleicht solltest du auch mal abklären, ob Kerzen und Musik auch der Wunsch der anderen Spieler sind, ich finde es immer nur blöden Schnickschnack, besonders Kerzenlicht stört mich ehr, (Schlechte Beleuchtung usw.) als das ich es Spielfördernd finde, daher würde ich mich da drum niemals kümmern, wenn es den SL glücklich macht, gut, aber dann soll er sich auch drum kümmern.

wydy hat geschrieben:Ein Mitspieler hat den ganzen Loot auf notiert und in ein Excel gespeichert(Da war sehr viel Überzeugungsarbeit nötig). Ich habe die Leute mehrfach darauf hingewiesen, das Zeug untereinander aufzuteilen, aber am nächsten Spieleabend war das Excel immer noch leer. Den Leute hat dann plötzlich ein wichtiger Schlüssel gefehlt, einfach weil es niemand aufgeschrieben hat.

War den Spieler auch bewusst, dass er wichtig war? Oder sollen sie wirklich allen Scheiß aufschreiben und verteilen, 3 dutzend Teller den Kronleuchter, die dreckige Unterhose
Und es sind auch nur Menschen, 1 Monat ist eine lange Zeit um sich zu erinnern, aber in Game waren es nur 2 min.
Und es ist doch die Entscheidung der Spieler, ob sie alles Looten und aufsammeln, oder einfach sagen, wir nehmen es mit und verkaufen es, dann haben sie nichts spezielles und du sagst ihnen einfach nur die Summer an Gold für die sie das gefundenen Verkauft haben, Ich hätte auch keine bock Seitenweise listen für irgendeine scheiß Loot zu führen der anschließen nur verkauft wird.

Man kann es auch Kompliziert machen und sich dann Aufregen.
Rollenspiel ist ein Hobby und soll Spaß machen.
Rechtschreibfehler sind gewollt und unterstützen die persönliche note.
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Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon Ju-mo » Freitag 22. September 2017, 09:46

Unmotiviert weil ich die Regeln nicht lernen möchte?
Ich dachte immer, ich betreibe ROLLENspiel,
was sind dann die Spieler der Regelfreien Rollenspiele?
Dilettanten; Boykottierer oder nur Dumm?
Wenn ihr beim Rollenspiel spaß habt, ist doch alles super, die Regeln hat sich auch nur jemand ausgedacht, warum muss ich für Rollenspiel regeln wissen.

Der Spieler muss nicht alle Regeln kennen.
Ein Kämpfer muss keine Ahnung von Konzentrationswürfen haben und ein Magier muss nicht wissen was Wirbelwindangriff macht.
Weil sie es nicht benutzen.

Aber man sollte die Möglichkeiten die der eigene Char hat, kennen und zumindest grob wissen wie sie funktionieren,
oder wo man es nachschauen kann.
Auch sollte man jederzeit wissen was der eigene Char kann, was die eigenen Talente, Klassen und Volksmerkmale sich bringen.
Das ist kein Aufwand das zu "lernen", und erst Recht nicht wenn man es mit dem Vergleicht was ein SL bei jedem neuen Monster aufs neue lernen/rausschreiben, nutzen darf.



Vielleicht solltest du auch mal abklären, ob Kerzen und Musik auch der Wunsch der anderen Spieler sind, ich finde es immer nur blöden Schnickschnack, besonders Kerzenlicht stört mich ehr, (Schlechte Beleuchtung usw.) als das ich es Spielfördernd finde, daher würde ich mich da drum niemals kümmern, wenn es den SL glücklich macht, gut, aber dann soll er sich auch drum kümmern.

Stimme ich dir zu.
Atmosphäre bringt sich nur dann was wenn die Spieler es wollen.
Man kann niemenden zu etwas zwingen und manchen ist das zu viel.
Verstehe ich auch, ich brauch beim Zocken eines RPG nicht auch immer die passende Zimmerbeleuchtung dazu.

Wenn die Spieler es allerdings wollen/es cool finden, dann sollten sie auch hin und wieder was dazu beitragen.

Also ja reden und fragen ob sie so was möchten.
Wenn nein bzw ihnen egal, dann ist es deines und das wird sich nicht so schnell ändern.
Wenn ja, dann müssen sie dafür auch selber was tun.



War den Spieler auch bewusst, dass er wichtig war? Oder sollen sie wirklich allen Scheiß aufschreiben und verteilen, 3 dutzend Teller den Kronleuchter, die dreckige Unterhose
Und es sind auch nur Menschen, 1 Monat ist eine lange Zeit um sich zu erinnern, aber in Game waren es nur 2 min.
Und es ist doch die Entscheidung der Spieler, ob sie alles Looten und aufsammeln, oder einfach sagen, wir nehmen es mit und verkaufen es, dann haben sie nichts spezielles und du sagst ihnen einfach nur die Summer an Gold für die sie das gefundenen Verkauft haben, Ich hätte auch keine bock Seitenweise listen für irgendeine scheiß Loot zu führen der anschließen nur verkauft wird.


Es ist recht wichtig zu wissen wer was trägt.
Nicht was dein eher blödes Beispiel mit Kronleuchtern angeht und dreckigen Unterhosen angeht, sondern zB Heiltränke.
Ich habe versäumt bei der letzten Sitzung zu fragen wer den welchen der frisch gekauften Heiltränke bei sich hat.
Als es im Kampf dann relevant wurde (hab ich jetzt noch einen eingesteckt, oder hat ihn der andere oder ist er gar am Wagen),
war es dann ziemlich blöd.
Unsere Lösung war, dass sie schnell gerecht aufgeteilt wurden, aber beim nächsten Einkauf, haben sie sich da schon mehr Gedanken gemacht.
Wer braucht sie mehr, bei wem ist es praktischer wenn er sie schnell bei Hand hat.
Das sollte man sich notieren.

Aber auch Kronleuchter und Teller können eine Rolle spielen:
zB beim Gewicht.
Wird sehr Häufig vernachlässigt, aber es spielt eine Rolle
So trägt ein Pferd "nur" 228 Pfund als leichte Last.
Wenn der Kämpfer mit seinen 160 Pfund und einer Rüstung (40pfd) aufsteigt, dann ist es vil nicht schlecht zu wissen:
Was trägt er denn noch?
Denn 3 dutzend Teller zu je 0,5 pfd und 1 Kronleuchter mit 10pfd, wären zu viel für das Pferd
und würden dessen RK, Fertigkeitswürfe und Bewegungsrate beeinflussen.

Und eben weil man sich schlechter daran erinnert, sollte man es aufschreiben.
Eine Excel Tabelle oder ein karierter Block sind nicht zu viel verlangt.
Man schreibt einmal alles auf und dann nur noch was hinzu und wegkommt.
Was relevante Gegenstände angeht (Seile, Kleidung für Kaltes Wetter etc)

Das was man eh verkauft, muss man ja trotzdem wo verstauen und auch tragen.
Jeder sollte wissen wie viel er und sein Reittier an Traglast noch frei haben, da lässt sich einfach bestimmen ob es sich ausgeht oder nicht.
Man teilt es halt auf, bei Tellern zB vollkommen egal, sollte man aber zB Waffen finden kann es relevant sein, wer sie trägt.
Der Kämpfer? Gut jetzt wird er entwaffenet und zack, eine der eben gelooteten Waffen ist in der Hand, Glück gehabt.
Der Magier? Der Kämpfer wird entwaffnet und einer schneller Blick über die Schulter zeigt ihm, dass der MAG die Verteilung genauso bereut wie er.

Kann man auch ignorieren, aber dann muss der Spieler es stilschweigend hinnehmen, wenn der SL es so verteilt wie er sich das vorstellt.
Da hat dann der MAG das Schwert und da gibt es kein Aufregen und kein: "Aber wir hätten das anders gemacht"
Sie haben es nicht gemacht und damit ist es egal.
Vil lernen sie was fürs nächste Mal


Man kann es auch Kompliziert machen und sich dann Aufregen.
Rollenspiel ist ein Hobby und soll Spaß machen.

Ja und zwar für alle. Auch für den SL
Der hat die meiste Arbeit und zwar mit Abstand.
Und wenn das nicht gewürdigt wird, verliert er den Spaß und damit geht das Spiel in denn Bach und keiner spielt mehr.
Ist ein blöder Ausgang.
Sich aufregen und die Sache verbessern wollen, ist das einzig Richtige.
Aufregen muss ja kein: " DAS MUSS SICH JETZT SOFORT ÄNDERN" sein,
sondern kann auch ein "He jungs so geht das nicht. Mir vergeht so der Spaß am Spiel, also sollten wir was ändern"
Und genau das macht der Herr hier.

Er fragt erfahrene SL's und Spieler um Tipps wie er es ändern kann, so dass es ihm wieder mehr Spaß macht.
Und das ist die richtige Lösung.
EPAS -Einheit zur Prävention der Ausnutzung von Spielmechaniken
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Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon Delethor » Freitag 22. September 2017, 10:11

Das Problem sind doch die Spieler bzw. deren Unwillen - unter anderem - den Loot zu verteilen. Da bringt es doch nichts, den Charakteren mechanische Nachteile deswegen aufzubürden. Das hat für mich immer den Anschein eines Oberlehrers. Die Spieler denken vielleicht nicht daran, den Loot vernünftig zu verteilen, die Charaktere aber sicherlich. Genauso, wie die Charaktere zwischendurch ihre Waffen und Rüstungen pflegen, essen, auf Toilette gehen, etc., ohne, dass die Spieler das jedesmal erzählen müssen.

Das wichtigste ist mMn, rauszufinden, warum die Spieler sich nicht beteiligen. Wollen sie nur bespaßt werden? Wissen sie nicht, was der SL für Aufwände betreibt? Das bekommt man nur raus, in dem man miteinander redet. Dann kann man auch herausfinden, welche Spielelemente der Gruppe insgesamt Spaß machen und welche nicht. Deswegen schließe ich mich den Anderen an, die sagen: Redet miteinander. Am besten außerhalb der normalen Termine, damit es nicht "rangetackert" wirkt.

Wenn die Spieler keinen Bock auf Lootverteilung haben, dann fällt das eben weg. Tut niemandem weh. Excel-Tabellen während des Spielens führen will garantiert nicht jede Gruppe. In vielen Gruppen gibt es ja nicht mal elektronische Geräte am Tisch. Ja, vielleicht haben die Charaktere dann ab und zu einen Gegenstand zur Verfügung, der eigentlich in der Satteltasche am Pferd ist. So what? Es gibt viele gute und erfolgreiche Systeme, in denen die Spieler rückblickend erklären können, warum sie einen Gegenstand, den sie brauchen, jetzt doch dabei haben.
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Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon wydy » Freitag 22. September 2017, 10:19

Naja die Regeln sind meiner Meinung dafür da, dass alle vom selben reden. Ich könnte zwar bei jedem Spieleabend spontan entscheiden ob etwas klappt oder nicht. Es gibt Gruppen wo scheinbar eine Attacke trifft, je nachdem wie gut der Spieler den Angriff beschreibt. Aber ich finde, wenn alle nach denselben Regeln spielen ist es fair und keiner wird bevorzugt oder benachteiligt. Mir sind Grundregeln wichtig, da es mir viel Arbeit abnimmt.

Ein Beispiel in Sachen Regeln:

Spieler: Ich benutze Grave Words auf die Leiche dort.
Ich: Ok was macht der Zauber?
Spieler: Die Leiche beantwortet mir jetzt Fragen.

Der Spieler hat seinen Charakter mit PCGen erstellt und auf dem Charsheet stand: "Force a corpse to babble". Sein Englisch war nicht perfekt und er dachte, es heisst reden/sprechen. Er hat nur die Kurzbeschreibung vom Zauber durchgelesen, ihn ausgewählt und gedacht, jetzt erhält er alle Infos von der Leiche die er möchte.
Ich finde halt schon, dass die Leute ihre eigene Zauber im Griff haben sollten.

Betreffend Zeitspanne etc.
Wir haben eine Whatsappgruppe. Ich streue auch zwischen den Spielabenden Informationen, beantworte Fragen etc. Ich habe ihnen mehrfach gesagt: Schaut euch das Excel im Dropbox an und nehmt was ihr wollt.
Wir haben es so gehandelt. Ein Spieler fungiert als Packessel und nimm das ganze interessante Zeug mit(Excel). Später sollten sie dann kontrollieren, was die Items genau machen und verteilen. (Der Loot ist etwas vom wenigen, dass ich nicht vorher nachschaue. Und ich will nicht den Spielfluss zu stark unterbrechen, weil ich 3 Items erstmal googeln muss)
Wegen der Atmosphäre habe ich vorher gefragt und sie kam auch gut an. Aber dabei helfen sie aufzubauen wollte keiner.

Ich habe hier nachgefragt, weil mir Pathfinder so langsam keinen Spass mehr macht. Ich wollte nach der Erfahrung von anderen Spielleitern fragen, Tipps erhalten wie man die Leute mehr einbinden kann/Hilfe bekommen, aber auch andere Sichtweisen kennen lernen.
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Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon Delethor » Freitag 22. September 2017, 10:34

Wenn ihr euch auf bestimmte Regeln einigt, sollten die schon eingehalten werden. Keine Frage. Zumindest, bis ihr etwas anderes entscheidet.

Was ich so ein bisschen bei dir raushöre, ist, dass Pathfinder vielleicht nicht das passende System für euch ist. Die Spieler wollen sich nicht (so tief) einarbeiten. Dir ist der Aufwand zu hoch für die (zu geringe?) "Dankbarkeit", die du erhälst. Wie sieht's denn in der Gruppe mit der Bereitschaft zum Systemwechsel aus? Wäre ja grundsätzlich auch ein gangbarer Weg. Bei mir war's ähnlich. PF machte mir - aus anderen Gründen - weniger Spaß und wir haben erfolgreich das System gewechselt. Ich hab jetzt weniger Aufwand, die Spieler müssen weniger Regeln "lernen" und wir haben mehr Zeit, coole Geschichten zu erleben. Es ist halt nicht mehr so detailliert in den Einzelbereichen, was dem ein oder anderen Spieler durchaus nicht gefallen kann...

Bzgl. Athmosphäre: Da würde mich jetzt tatsächlich der genaue Gesprächsverlauf interessieren. Hat tatsächlich jemand gesagt (so oder so ähnlich): "Ich find's toll, was du für eine Athmosphäre beim Spielen erzeugst, dir dabei helfen will ich aber nicht."?
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Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon stebehil » Freitag 22. September 2017, 15:21

Christian Anders hat geschrieben:Unmotiviert weil ich die Regeln nicht lernen möchte?
Ich dachte immer, ich betreibe ROLLENspiel,
was sind dann die Spieler der Regelfreien Rollenspiele?
Dilettanten; Boykottierer oder nur Dumm?
Wenn ihr beim Rollenspiel spaß habt, ist doch alles super, die Regeln hat sich auch nur jemand ausgedacht, warum muss ich für Rollenspiel regeln wissen.


Entschuldigung, aber hier möchte ich doch mal einhaken. Der Poster schrieb ja gerade, dass es ihm keinen Spass macht bzw. der Spass verloren geht. Wenn das der Fall ist, muss man schauen, woran es liegt, und das möglichst ändern.

Die Diskussion, ob nun Leute mit anderen Spielpräferenzen dumm sind oder wie auch immer ist so überflüssig wie unsinnig. Darum geht es hier auch nicht. Das ist Geschmackssache. Wer sich für Pathfinder entscheidet, entscheidet sich für ein regel- und würfellastiges System, eher das Gegenteil von regelfreiem oder -armem Rollenspiel. Wenn die Spieler nun merken, dass das nicht ihr Ding ist, was ja gut möglich ist, muss man überlegen, was man draus macht. Wie eine Runde spielt, ist eine Frage eines (vielleicht nicht ausgesprochenen) Konsenses, an den ich mich halten sollte, wenn ich mitspielen will.

Und ja, wenn ich in einer Runde mit einem festen Regelwerk (und eben nicht regelfrei oder -arm) spiele, sollte man als Spieler bestrebt sein, die Regeln, die den eigenen Charakter betreffen, zumindest einigermaßen zu kennen. Vielleicht nicht bei der ersten Session und auch nicht bei der zweiten, aber irgendwann sollte ich die Grundzüge der Regeln schon beherrschen. Wenn ich bei Pathfinder mitspiele und nicht mal weiß, wie die Regelmechanik für z.B. klettern funktioniert (die nun nicht so kompliziert ist), raube ich auch damit den anderen Spielspaß, wenn das jedesmal aufs neue erklärt werden muss, und somit der Spielfluss unterbrochen wird. Wenn ich das nicht will, bin ich vielleicht in der falschen Runde. Die Haltung "ich will spielen, aber der SL soll gefälligst den Alleinunterhalter machen" hat nichts mit regellastig vs. regelarm zu tun, sondern mit der Anspruchshaltung des Spielers, der dann wahrscheinlich wirklich besser mit einem FIlm oder einer Serie bedient ist. Ich persönlich erwarte von meinen Spielern zumindest Grundkenntnisse in den verwendeten Regeln, insbesondere was die eigenen Charaktere angeht.

Es stimmt: für Rollenspiel braucht man keinerlei Regelwerk. Das lernen wir schon als kleine Kinder. Warum sind dann die Regale in den Läden voll mit Regelwerken? Regeln sind ein Hilfsmittel, damit innerhalb der Runde nicht bei jeder Aktion die Diskussionen losgehen, welcher Charakter nun was wie gut kann, und werden oft auch verwendet, um bestimmte Ideen (aus dem Hintergrund) zu transportieren. Wer das alles nicht braucht, und wer eine Runde hat, in der das alles über einen Konsens so reibungslos funktioniert, dass Regeln überflüssig sind: Hut ab! Im Normalfall dienen Regeln aber dazu, den Spielern einen Bezugsrahmen zu geben, innerhalb dessen sie sich bewegen können. Im LARP ist das mit "Du kannst, was du darstellen kannst" noch etwas einfacher zu machen, weil man viele Dinge einfach ausspielt oder simuliert. Im Tischrollenspiel ist das bedeutend schwieriger.
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Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon wydy » Freitag 22. September 2017, 16:05

Delethor hat geschrieben:Wenn ihr euch auf bestimmte Regeln einigt, sollten die schon eingehalten werden. Keine Frage. Zumindest, bis ihr etwas anderes entscheidet.
Bzgl. Athmosphäre: Da würde mich jetzt tatsächlich der genaue Gesprächsverlauf interessieren. Hat tatsächlich jemand gesagt (so oder so ähnlich): "Ich find's toll, was du für eine Athmosphäre beim Spielen erzeugst, dir dabei helfen will ich aber nicht."?


So direkt hat es keiner gesagt. Aber eine Situation war.
Ich bat einen Spieler direkt, ob er nicht eine Playlist zusammenstellen könne für den Abend.
Am Schluss sendete er mir einen Link zur erstbesten "Pen & Paper" Playlist aus Spotify. Als ich ihn darauf Ansprach, meinte er, er hätte nicht das Engagement für mehr. Aber nach dem Spieleabend meinte er, dass er die Stimmung mit Kerzen, Musik etc. toll fand...

Und ja ich bin aktuell kurz davor zu sagen: er oder ich

Betreffend Regeln wie genau wir das mit dem Loot nehmen, ob wir mit offenen Karten spielen, ob der Spielleiter oder die Spieler ihre eigende HP eintragen etc. Das bespreche ich immer alles Gruppenintern und mache von meiner Seite nur Vorschläge. Aber schlussendlich schaue ich was die Mehrheit gerne hätte und richte mich danach.
Ich entscheide also eher selten im Alleingang wie wir spielen.
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Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon Günther Kronenberg » Freitag 22. September 2017, 19:14

wydy hat geschrieben:Ein Beispiel, wo ich fand, dass ich selber zu starr war:
Sie haben es im Kampf geschafft, einen Gegner in einer Zelle einzusperren, anstatt ihn zu töten. Also konnten sie die Person befragen. Nach ein paar Fragen hat sie sich aber selber die Kehle aufgeschlitzt. Grund war, dass der Gegner zu viele Informationen hatte und ich die Spieler noch unwissend lassen wollte. Ich habe die Fragen etwas kryptisch beantwortet und so versucht, sie nicht stundenlang den NPC löchern zu lassen. Nach dem Spieleabend habe ich das den Spielern so auch gesagt. Da hätte es sicher einen besseren Ansatz gegeben.

So etwas empfinden Spieler als Railroading.
Ich kann nur empfehlen, über deinen Schatten zu springen und den Impuls aufzugreifen:
Zwar wird vielleicht dein Plot etwas unvorhersagbarer, aber es könnte ja sein, dass der befragte Gefangene wesentliche Informationen vorenthält/ verschweigt (wie z.B. das Bossmonster, das die Gegner überraschen könnte) oder der Gefangene kennt bestimmte Informationen nicht/ interpretiert etwas Falsches hinzu usw. ...
Gerade als Neu-SL ist es beruhigend, sich an das Abenteuergerüst zu halten, aber es lohnt sich wirklich, sich davon etwas zu lösen, wenn die Handlungen der Spieler es erforderlich machen. Solltest du eine "Nachladepause" brauchen, weil du nach einer überraschenden Wendung erst mal durchdenken musst, so werden deine Spieler dafür Verständnis haben - du könntest z.B. ne kleine Spielpause einlegen, in der du ein paar Sachen vorbereitest und die Spieler ein wenig Smalltalk untereinander machen können. Für solche Situationen lohnt es sich u.U. auch, Zufallsbegegnungen für bestimmte Gegenden vorzubereiten, während denen du in Ruhe durchdenken kannst, wie es weiter gehen soll...
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Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon Günther Kronenberg » Freitag 22. September 2017, 20:33

wydy hat geschrieben:Betreffend Regeln wie genau wir das mit dem Loot nehmen, ob wir mit offenen Karten spielen, ob der Spielleiter oder die Spieler ihre eigende HP eintragen etc. Das bespreche ich immer alles Gruppenintern und mache von meiner Seite nur Vorschläge. Aber schlussendlich schaue ich was die Mehrheit gerne hätte und richte mich danach.
Ich entscheide also eher selten im Alleingang wie wir spielen.


Das klingt allerdings so, als ob du (bzgl. des Gesamtspiels) eh sehr stark auf deine Spieler eingehst.
Überlege mal, ob sie vielleicht nur etwas Eingewöhnung brauchen, um die Ergebnisse ihres Inputs zu spüren --> siehe Wirkung der Musik zur Stimmungsförderung, nachdem sich jemand die Mühe mit der Spotify-Playlist gemacht hat...

Wichtig sind die Grundregeln und Grundmechanismen. Die eingangs von dir erwähnten Kampfmanöver sind schon etwas erklärungsbedürftiger und selbst für fortgeschrittene Spieler nicht selbsterklärend. Wenn dein Gespür für die Regeln ausreichend gut ist und die Spieler damit einverstanden sind, kannst du auch die eine oder andere Situation mit einem Wurf abhandeln, bei dem du den Schwierigkeitsgrad je nach Situation festlegst. Ihr könnte von den Pathfinderregeln so viel oder wenig verwenden, wie ihr als Gruppe es für richtig empfindet.
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Re: Unmotivierte Spieler

Beitragvon orkenspalter » Montag 2. Oktober 2017, 10:58

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