Schlafen / Ausruhen im Dungeon / unter Zeitdruck

Schlafen / Ausruhen im Dungeon / unter Zeitdruck

Beitragvon CrazyHorse » Dienstag 30. Mai 2017, 12:04

Den Göttern zum Gruß!

Mich würde einmal interessieren, wie ihr mit dem Thema Schlafen bzw. Ausruhen umgeht, insbesondere bei Zeitdruck und hoher Monsterdichte.

Ich spiele mit einer Gruppe unbescholtener Anfänger gerade die Falkengrund-Sequenz.

+ SPOILER
Bei der Krone des Koboldkönigs gibt es ja doch die ein oder andere Herausforderung im Dungeon. Doch es herrscht auch ein nicht unbedeutender Zeitdruck, die Kinder zu retten.


Für den Fluff ist es hinderlich nun bei dem enormen Zeitdruck einfach mal ein Nickerchen zu machen. Doch spätestens bei der Halbzeit des Dungeons wird zumindest der Großteil der Zaubersprüche verblasen sein, was nicht mit Heiltränken kompensiert werden kann.

Habt ihr gute Ansätze das handzuhaben? Oder muss der Fluff leiden? Oder die SC notfalls sterben?

Freue mich auf zahlreiche Anregungen und Diskussionen!
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Re: Schlafen / Ausruhen im Dungeon / unter Zeitdruck

Beitragvon Delethor » Dienstag 30. Mai 2017, 12:10

Ich löse solche Sachen in der Regel so, dass die Charaktere, wenn sie nicht wirklich rumtrödeln, genau zum passenden Zeitpunkt ankommen.

Gerade für Anfänger wäre die Alternative - also entweder sterben (? kenne das Abenteuer nicht) die Kinder, wenn gerastet wird, oder die Charaktere müssen Kämpfe mit deutlich reduzierten Fähigkeiten bestreiten, wenn nicht gerastet wird - nicht so schön. Könnte auf den ein oder anderen seltsam wirken.

Auf zufällige Überraschungen während der Rast verzichte ich meistens auch, wenn es nicht von der Story eh Sinn machen würde. Sonst kommt man schnell in einen Teufelskreis (Charaktere sind ausgepowert -> wollen rasten -> werden während der Rast angegriffen -> Charaktere sind noch ausgepowerter -> usw.), der in der Regel tödlich für die Charaktere endet. Die meisten Gruppen finden in der Regel eh Möglichkeiten, sicher zu rasten. Absperrbare Räume, Fallen, bestimmte Zauber, etc.
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Re: Schlafen / Ausruhen im Dungeon / unter Zeitdruck

Beitragvon Ju-mo » Dienstag 30. Mai 2017, 15:29

Wenn es keinen genauen Zeitpunkt gibt (den die Spieler kennen) dann kann man das töten der Kinder hinauszögern bis die SC da sind.


Also:
Alter Mann im Dorf:
" Bald werden die Kinder geopfert, bitte helft uns"
Dann beginnt das Ritual genau dann, wenn die SC den Ritualraum betreten
Sodass sie sich auch im Kampf um die Kindee kümmern müssen und trotzdem noch rechtzeitig sind

Je nach Präferenz kann man auch 10 min oder 1 Stunde vorher eintreffen.



Wenn es aber heißt:
Alter Mann:
"Heute Nacht werden die Kinder geopfert, bitte helft uns"

Und die SC wollen die Nacht über schlafen hast du die Wahl.
1.) alle Kinder sterben wie geplant
2.) es wurde angefangen Kinder zu opfern aber noch nicht alle
3.) es trat eine Verzögerung ein und die Opferung würde um 1 Tag vertagt


1.) kann zu Unwohlsein bei den SC führen, Verzweiflung und der Wut "es war zu schwer, wie hätten wir das schneller schaffen können?"

3.) kann zu Verstimmungen führen, weil es offensichtlich (sehr whs ist dass der SL was gedreht hat)

2.) naja ein Mittelding, wäre auch mein Favorit. Eine Art Ermahnung "nehmt die Zeitangaben ernst" aber auch keine pure "Niederlage" für die Helden


Kommt aber auf Spieler und SL an, was besser zu ihnen und zu ihren Spielstil passt.



Weiterer Faktor:
Ist es selbstverschulden der SC?
zB bei gerade mal 1 TP Verlust gleich einen schweren Wunden heilen Zauber wirken?
Obwohl schon ein leichter mehr als gereicht hätte Bzw 1 TP weniger eigentlich nicht stört.

Bei sowas würde ich eine eher etwas härtere Schiene fahren.
Je nachdem wie oft es vorkam
Sie sollen schon merken dass sich gewisses Verhalten negativ oder positiv auf ihre Reise auswirkt


Oder aber war der Dungeon einfach zu schwer für diese Art der Gruppe Bzw war es Würfelpech?
Nur weil da Kämpfer 3 Einser und der SL 2 Zwanziger gewürfelt hat, sodass der Kämpfer wirklich viel mehr Heilung braucht als gedacht, lasse ich keine Kinder sterben.


Zu dem Thema Angriffe während der Nachruhe.
Kommt auch immer auf den Gegner drauf an.
Weiß er das Gegner da sind?
Wie intellligent ist er?

Giblunhöhle?
Wenn die SC sich verspäten, passiert vielleicht was lustiges während die Goblins warten (zB ein verletztes Tier zum quälen stolpert in sie hinein)
Dann vergessen die Goblins leicht einmal dass eigentlich die SC sie bald angreifen sollten
Dann haben sie SC ihre normale nachruhe


Jetzt sind es keine Goblins sondern ein mächtiger Magier Stufe 18.
Nun der wird nach ihnen suchen lassen.
Sich zwar denken dass die doch nicht so Blöd sein können einfach eine Nachtruhe zu machen, aber trotzdem seine minions nachschauen lassen.
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Re: Schlafen / Ausruhen im Dungeon / unter Zeitdruck

Beitragvon Delethor » Dienstag 30. Mai 2017, 15:42

Was mir gerade noch eingefallen ist:

Wenn die Gruppe anfängt, in jedem Kampf aus vollen Rohren zu feuern und ihr gesamtes Arsenal verpulvern, um danach wieder zu rasten - der typische 5-Minuten-Abenteurer-Tag - würde ich da schon gegensteuern. Erst outgame die Gruppe darauf ansprechen, dass die Ressourcen eigentlich für einen ganzen Abenteurer-Tag gedacht sind und dann, wenn es sich nicht oder kaum ändert, ruhig öfter zufällige Monster bei der Rast auftauchen lassen.
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Re: Schlafen / Ausruhen im Dungeon / unter Zeitdruck

Beitragvon Ju-mo » Dienstag 30. Mai 2017, 17:34

Aber bitte auch bedenken, manchmal ist ein 5-min-Abenteuer Tag wirklich heftig und verbraucht alle
Ressourcen.

Angenommen sie stolpern über eine Gruppe intelligenter Trolle und haben gerade (unverschuldet) kein Alchemistenfeuer dabei.
Bis alle Trolle weit negativ sind und man ein Feuer angezündet hat um sie endgültig zu vernichten, wird man einiges an Heilung und TP verbrauchen.

Dann sind 5 min Kampf vorbei und trotzdem ist alles verbraucht.
Darunter sollen die SC nicht leiden
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Re: Schlafen / Ausruhen im Dungeon / unter Zeitdruck

Beitragvon Delethor » Dienstag 30. Mai 2017, 18:32

Blödes Beispiel... Fackel aus dem Rucksack holen und anzünden dauert maximal zwei Runden.
So eine Fackel kostet 1 KM.

Und nein, 5-Minuten-Abenteuertag hat immer was mit schlechtem Ressourcenmanagement oder anderer schlechter Planung zu tun.
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Re: Schlafen / Ausruhen im Dungeon / unter Zeitdruck

Beitragvon Ju-mo » Dienstag 30. Mai 2017, 21:04

Nein

Hin und wieder läuft es einfach blöd
1 KM ist gut und schön, weiß ich nicht dass ich auf Trolle treffe, ist aber die dauerhafte Fackel oder der Ionenstein dabei.

Wenn ich grad keine Fähigkeit habe, einfach so einender beliebigen Gegenstand aus dem Rucksack zu ziehen, dann wirds blöd

Außerdem war es nur ein Beispiel davon, dass auch ein eher kleiner Kampf echt anstrengend sein kann.

Plane ich ein, dass die SC keine Heilung und nur wenig Zauber für den Kampf brauchen (08/15 Reisebegegnung)
Die SC aber so mies würfeln, dass der Magier dem Kämpfer von hinten einen sengenden Strahl verpasst, sodass der KLE erst recht ordentlich heilen muss.

Und der gegnerische Bogenschütze mal nen Krit landet, sodass der SRK gleich mal negativ ist.

Und dazu vielleicht noch der missglückte Versuch des Kämpfers, den in für den SRK CdG Reichweite befindlichen Gegner, wegzustoßen.

Dann wirds schon happig
Klar, sengender Strahl getroffen, gegnerischer Bogenschütze verletzt, versucht MAG zu treffen, Kämpfer blockt das.
SRK Heimlichkeitswurf geschafft, bekommt keinen Pfeil ab

Macht schon ein komplett anderes Bild.


Und die Trolle passen als Beispiel, sowas ist mir mal passiert
Klar mehr Alchemistenfeuer oder normale Fackeln in Griffreichweite wären praktisch gewesen und hätten sicher sehr geholfen.
Allerdings wie es bei Zufallsbegegnungen so ist, mit allem kann man nicht rechnen.


Da musste aufgrund mangelnder Heilung (weil alles, Tränke/Schriftrollen/Zauber weg waren) eine Rast eingelegt werden

Schuld der SC?
Fast nicht vorhanden, nichts wofür ich sie ohne Heilung noch einen geplant harten Kampf bestreiten lasse.
Das wäre ein Wipe gewesen und das ziemmich unnötig.

Gut dass du dieses reale Beispiel als Blödsinn bezeichnest.

Eine Gruppe kann nicht auf alles vorbereitet sein.
Vor allem nicht auf Würfelpech.
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Re: Schlafen / Ausruhen im Dungeon / unter Zeitdruck

Beitragvon CrazyHorse » Dienstag 30. Mai 2017, 21:07

Vielen Dank schon mal für die vielen Beiträge. Sie sind auf jeden Fall sehr hilfreich für mich!

Kurze Erläuterung zu meiner Intension: Mir ging es in erster Linie darum: Man ist auf einer Verfolgungsjagd, die Zeitkomponenten sind unbekannt. Gerade eine "junge" Gruppe unerfahrener Spieler wird ihrem Realitätssinn nachgehen und fragen: "Wir sollen uns jetzt ausruhen?", wenn der Wink mit dem Zaunpfahl kommt... Ein Fluff-Kill, der das zuvor erzeugte Gefühl der Eile im Nu zerlegen mag...

Da ist der Tipp mit dem Informationen streuen sehr hilfreich. Da die SC schnell auf weitere wohlgesinnte und informierte NSC stoßen, werden diese den SC die nötige Zeit für die Vorbereitung geben: "Das Ritual soll am übermorgigen Tag zum Sonnenaufgang vollzogen werden..." o.ä.

Aber ja, das Thema ist sehr vielfältig und es ist eine Kunst den richtigen Pfad zwischen wohlbedachten Pausen, dauerhaftem "auf Sicherheit spielen" und dem Weg in den sicheren Tod zu finden.

Generell bin ich eher SC-wohlgesinnt. Ich muss aber sagen, dass es mir in meiner anderen Runde - mit über 2 Dekaden spielenden Rollenspielveteranen (hauptsächlich DSA, aber auch vieles andere) - im Schlangenschädel schon 2 x "gelungen" ist den Kleriker zu töten. Er konnte wieder zurückgeholt werden, aber man muss manchmal schon aufpassen, dass es nicht zu offensichtlich ist, dass man "nachgeholfen" hat. Die Spielmechanik ist für mich noch neu und wenn man nicht aufpasst, ist es bei Pathfinder ganz schnell um einen SC geschehen... :roll:

Aber das führt vom Thema weg.

Vielen Dank noch einmal, mit den Anregungen lässt sich auf jeden Fall etwas machen!
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