Schicksalspfade - Lauf, Forresch, Sohn des Gumpsch, lauf!

Schicksalspfade - Lauf, Forresch, Sohn des Gumpsch, lauf!

Beitragvon Andre.Wiesler » Freitag 15. November 2013, 12:12

»Verdammte Biester!«, fluchte der Angroschgeweihte und wischte sich Blut aus dem Bart. Zur Abwechslung war es sein eigenes Blut, das aus seinem Schopf tropfte, seit ihn die Höhlenspinne von hinten erwischt hatte. »Das werden ja immer mehr!«

»Ich kann da vorne Licht sehen, da muss der Ausgang ...« Weiter kam der Schütze nicht. Ein aufgedunsener, dunkler Leib tropfte vor ihm kaum hörbar von der Decke und scharfe Beißwerkzeuge schossen auf ihn zu. Instinktiv drückte er ab und der Bolzen schlug zwischen den zahlreichen Augen ein.

»Weniger reden, mehr laufen!«, knarrte der Geode und setze sich laut krachend in Bewegung.

»Das sagt genau der Richtige«, murrte die Schwertgesellin und eilte hinter dem Magier mit der steinernen Haut her.

Schicksalspfade ist per se erst einmal ein Spiel für zwei Personen. Was macht man also, wenn man drei Spieler für Schicksalspfade beisammen hat? Man lässt sich etwas einfallen. In unserem Fall lief es darauf hinaus, dass wir zuerst ein Monsterjagd-Szenario mit Helden und Schurken gegen Tulamiden spielten. Dabei teilten wir die sechs Helden und Schurken auf zwei Spieler auf, mit überraschendem Effekt. Statt alleine auf das Brett zu starren und Strategien zu entwickeln, haben Clemens (nicht der mit dem grünen Hut) und ich uns ausführlich ausgetauscht, sind dabei auf ganz neue Kombinationsmöglichkeiten der Fertigkeiten gekommen und haben Marus und Leviathan so weggeputzt, dass Christian mit seinen Tulamiden keine Chance hatte. Das lag aber nur zu einem geringen Teil an unserer taktischen Überlegenheit, sondern war auch darauf zurückzuführen, dass die Würfel für uns sehr gut und für Christian sehr schlecht fielen.

Während dieses ersten Szenarios hat sich der Monstermeister sehr bewährt. Dieser Ablaufplan, der im Kampagnenset eingeführt wurde und den Monstern ein intelligentes Handeln ermöglicht, wird von oben nach unten abgearbeitet und bringt eine ziemliche Dynamik ins Spiel.

Während Christian seine Tränen trocknete und wir versuchten, großzügige Gewinner zu sein, stellten wir uns die Frage: Kann der Monstermeister genug, um aus Schicksalspfade ein kooperatives Brettspiel zu machen? Versuch macht kluch!

Also kamen die Zwerge auf den Tisch und die beiden Höhlenkarten aus dem Zwergensöldnerset wurden mit den kurzen Seiten aneinandergelegt und mit Türen versehen. Heraus kam ein Hindernisparcours. Als Spielziel setzten wir uns, mindestens vier der sechs Zwerge binnen 12 Runden ans andere Ende der Karte zu bringen. Sollte nicht so schwer sein, was? Weit gefehlt.

Jeder von uns nahm sich zwei Zwerge. Ich bin eher der Mann fürs Grobe, also kamen der Mann mit der Drachenlanze und der Mann mit der dicken Axt zu mir. Clemens mag es eleganter, was bei Zwergen schon schwer wird, aber er fühlte sich mit dem Fernkämpfer und der Schwertgesellin wohl. Christian kriegte den Geoden und den Angroschgeweihten.

Als Gegner wurden die Höhlenspinnen aus dem Zwergensöldnerset gewählt – damit entsprach unser Szenario fast dem Szenariovorschlag aus dem Set, nur das wir das Lähmungsgift der Spinnen weggelassen haben, weil wir ja nur eine Fraktion gespielt haben.

Nach jedem Zug musste geprüft werden, ob eine Spinne in einem angrenzenden Feld landete. Bei einer 16-20 war das der Fall, es sei denn, es sind bereits sechs Spinnen auf dem Feld oder der Zwerg hatte in diesem Zug eine Spinne ausgeschaltet. Die Spinnen zogen nach ihrem Monstermeister, der so fiese Überraschungen wie den hinterhältigen Angriff umfasst.

Man hat noch nie so viele Zwerge mit dem Hintern an der Wand durch eine Höhle laufen sehen, damit die Viecher nicht im Rücken landen konnten. Was soll ich sagen: Im Laufe des Spiels töteten wir 18-20 Spinnen, die uns übel zusetzten. Es verging keine Runde, in der nicht eine oder zwei der erschlagenen Spinnen durch neue ersetzt wurden.

Buchstäblich mit der letzten Aktivierung der letzten Figur (zwei Zwerge waren schon gestorben) in der letzten Runde und mit Herzrasen retteten wir unseren Geoden ins Ziel und errangen damit den Sieg gegen das Brett. Und auch das nur, weil wir die Zusatzregel „Schritt zur Seite“ mit Schicksalspunkten nutzen konnten, um den Zwerg ein Feld weiter und ohne Passierschlag aus dem Angriffsbereich von gleich zwei Spinnen zu bekommen.

Man sieht: Schicksalspfade funktioniert, das passende Szenario vorausgesetzt, auch hervorragend als kooperatives Spiel oder sogar als Solo, wenn man fair gegen sich selbst würfelt. Wir drei hatten so viel Spaß dabei, gemeinsam auszutüfteln, wer wo langläuft, sich welche Spinne vorknöpft und welche Fähigkeit auf wen anwendet, dass wir bereits über weitere kooperative Szenarien für eine einzelne Fraktion nachdenken.

Man lernt die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Fraktion auf diese Weise sogar meiner Meinung nach besonders schnell und gut kennen, so dass ich gerade Einsteigern das gemeinsame Führen einer Fraktion mit mehreren Spielern empfehlen würde.

Und wenn ihr eine große Spielrunde habt, kann man sogar noch weiter gehen: Warum soll nicht jeder Spieler eine Figur führen? Oder man baut für eine Con ein Szenario, in dem immer wieder Spieler und Figuren nachrücken können. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und ich verspreche euch – wir werden sie mit euch ausloten! Wenn ihr eigene Ideen habt, postet sie ins Forum! Wir freuen uns auf eure Erfahrungen und Vorschläge.

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Re: Schicksalspfade - Lauf, Forresch, Sohn des Gumpsch, lauf

Beitragvon Belentor » Freitag 15. November 2013, 20:09

Warum soll nicht jeder Spieler eine Figur führen?

An dem sind wir auch gerade dran, also Heldengruppe gegen Spielleiter, bin schon gespannt was Euch dazu einfällt!
Unser Problem ist gerade der Fraktionsbefehl, wenn zu viele Fraktionen im Team sind, denn es wollen z.B.: nicht alle Tulamiden spielen.
Wir haben vier Spieler mit je einem Helden und ich als "Monstermeister" :D
Heißt das ein Spieler, als Söldner, außerhalb der Fraktion sein darf. Aber welche Fraktionsboni gewährt ein Boroni, ein Zwerg, ein Tulamide und ein Thorwaler? Nur die allgemeinen.

Finde aber Eure Idee auch sehr spannend.
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