Praios Richtspruch ?

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Re: Praios Richtspruch ?

Beitragvon Heming » Montag 17. April 2017, 00:54

Ich werde das gefühl nicht los dass der Themenersteller unsere Beiträge nicht liest oder Teile gezielt ausblendet.

Es wurden genug sinnvolle Beispiele genannt und er/sie geht kein stück darauf ein sondern detailiert nur die situation... wozu machen wir uns eigentlich die mühe wenn drauf gepfiffen wird?
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Re: Praios Richtspruch ?

Beitragvon Satinavian » Montag 17. April 2017, 08:37

Immer noch viel zu viel unklar.

Vor allem, was genau die Natur des Zwistes zwischen den beiden ist. Wenn das eine Fehde zwischen Adligen ist (innerfamiliär sehr ungewöhnlich), gilt Fehderecht. Und welchen Status hat die Tochter denn ? Wenn sie Veteranin ist, ist sie ja wohl nicht mehr so jung und auch irgendwie in Hirarchien eingebunden. Hat sie eigene Lehnsherren, evtl andere ? Ist sie in der Reichsarmee und das ist ein Konflikt zwischen kaiserlichen Truppen und lokalen Adligen ? Weswegen und worüber streiten die sich denn überhaupt ? Dass da jemand Öl ins Feuer gießt, verrät uns gar nichts über den eigentlichen Zwist. Und wenn das ihre Gefolgsleute sind, über die da Gericht gehalten wurde, in welcher Funktion hat sie denn Gefolgsleute ? Ein Adliger, der über die Leute anderer, verfeindeter Adliger richtet, ist schon mal 'ne Situation, die rechtlich nicht einfach ist. Wer hat wem Lehnseide geschworen und sie wann weswegen gebrochen ? Was ist der nächste gemeinsame Lehnsherr und was sagt der zu dem ganzen Schlamassel ?

- Zuwiderhandlung gegen die göttliche Ordnung - Aufruhr und Aufwieglerei
- Störung eines göttergefälligen Gerichtes

Kann man nicht viel zu sagen ohne all die Details auseinanderzunemen. Sogar die Befreiung der Angeklagten könnte rechtsmäßig sein, wenn die Randbedingungen simmen. Und bei anderen Randbedingungen mögen es todeswürdige Verbrechen sein. Das einzige, das sicher ist, ist dass das ganze die Praioskirche nichts angeht und wohl gräfliches Hochgericht oder gar Reichsgericht gefragt ist. Der Vater ist ja nur Ritter.
- Diebstahl der Hilfslieferung
Was für eine Hilfslieferung von wem, an wen, weswgen, an was für eine "Front", wer hat die transportiert und was ist damit passiert ? Die Reichsarmee zu beklauen, ist Verrat an der Kaiserin. Einem Adligen, mit dem man in Fehde liegt, Wertgegenstände wegzunehmen, gar ohne Tote, mag völlig in Ordnung sein. Aber auch das ist nichts für die Inquisition.
- Angriff und schwere Verletzung ihres Vaters
Du hast von einem Duell gesprochen. Früher hätten beide Parteien damit gegen Landfrieden verstoßen, aber die Zeit des sicheren Mittelreiches sind lange her. Duellverletzungen ergeben keinerlei Strafen, besonders, wenn sie nicht schwerer ausfallen, als die vereinbahrten Duellbedingungen vorsahen. wenn der Vater dumm genug war, sich auf das Duell einzulassen, kann er sich jetzt nicht über die Verletzungen beschweren.
Was schlimmer ist, eigentlich sind Duelle da, Streitfälle zu lösen. und als Verlierer müsste der Vater damit aus Ehrengründen der Tochter Recht geben in dem, worüber das Duell war. Das hat sich jetzt zwar durch ein Überraschungsgeständnis einer dritten Partei erübrigt, aber, na ja.
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Re: Praios Richtspruch ?

Beitragvon Popander » Mittwoch 19. April 2017, 16:17

Hoppla .. hier geht es weiter. Ich habe nur gesehen, dass nix weiter geschrieben wurde aber mich dann gewundert warum ein aktuelleres Datum steht. Jetzt wird es klarer :-)

Zur Klärung der Fragen. Ich dachte das ganze genug klar dargestellt zu haben aber wohl ist dem nicht so.

1. Der Vater ist der "Lehnsnehmer" und im gegebenen Falle ein Edler jedoch handelt sich es um ein oberirdisches Lehen des Bergkönigreiches "Bergfreiheit" Eisenwald. Diese ernennen keine Barone oder dergleichen sondern nur Vögte -> daher ist er Vogt mit den Kompetenzen eines regulären Lehnsnehmers (ich würde es am ehesten mit einem Baronstitel vergleichen) ausgestattet.
2. Das der Lehnsnehmer nach der Inquisition ruft ist völlig nachvollziehbar aufgrund seiner Familiengeschichte. Außerdem ist er kein Diskussionsgegenstand da er von der Redaktion gesetzt wurde.
3. Es ist eine Fehde zwischen Vater und Tochter jedoch zeitlich noch nicht sehr ausgedehnt ... weniger als ein halbes Jahr. Davor war alles in Butter ...quasi.
Es geht im Grunde darum, dass der Vater alten Traditionen nachhängt und dem Praiosglauben sehr streng folgt -> ergo auch Überharte Entscheidungen trifft welche aber Landestypisch sind in den dortigen Nordmarken. Die Tochter stößt sich an der Denkweise da sie eher "verdreht" wurde in Richtung der Bekenner (Strömung innerhalb der Praioskirche) und demzufolge auch eher Mitgleid mit dem "Pöbel" hat und bessere Lebensbedingungen anstrebt. Das ganze wird auf der einen Seite durch eine sehr Traditionelle Praiosgeweihte auf Vaters Seite und einem wirklichen Bekennenden PRA-Geweihten befeuert. Diesen Zwist schürt ein Anhänger des Blakharaz (noch nicht wirklich da der Pakt fehlt aber die Aktionen von diesem sind schon klar).
4. Die Tochter ist nur Veterain der Reichsarmee und besitzt sonst keinerlei Titel oder dergleichen ... sie ist "nur" adlig. Vom Prinzip sogar die drittgeborene jedoch durch den Tod der beiden älteren Brüder die formale nächste Erbin des Lehens. Das macht die Situation auch ein wenig verzwickt.
5. besagte Tochter ist Ende 30/Anfang 40, hat Anhänger in ihren Reihen welche das Tun des Vaters ebenso nicht gutheißen. Sie fühlt sich aber für sie loyal zugehörig und Beschützt sie, befreit sie u.a. und hält am Ende auch den Kopf hin ... eine wirkliche Anführerin eben. Ihre Gefolgsleute sind Bauern, Jäger und Soldaten ihres Vaters welche "Übergelaufen" sind aber fast alle sind unfreie.
6. Ich erkläre nochmal, dass die Kentniss des Abenteuers Vorteile bringen würde.
7. Lehnseide wurden nie grbrochen da der Vater dem Bergkönig loyal ist ... und der sich aus allem soweit wie es nur geht heraushält.
8. Der Diebstahl passierte im Lehens des Vaters bevor die Grenzen verlassen wurden und die Reichsarmee ist noch nicht der Eigner.
9. das Duell ist eine eigene Krux da sie von keinem Geweihten überwacht worde oder akzeptiert wurde. Es war quasi ein Duellforderung aus dem "Affekt" welche der Vater annahm.

Jetzt klarer ?

Danke & Gruß
Popander
 
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Re: Praios Richtspruch ?

Beitragvon Satinavian » Mittwoch 19. April 2017, 19:57

Gut, das macht die Inquisition immer noch nicht zuständig, außer in beratender Funktion und was die Bekenner selbst angeht. Aber die ganzen Streitigkeiten zwischen Vater und Tochter sind ja eher weltlich.

Da die Gefolgsleute der Dame eigentlich Untertanen des Vaters sind, hat die Tochter weder Recht noch Pflicht, sie zu befreien. Entsprechend dürfte das Stürmen des Gerichtes und die Befreiung als ziemlich übles Verbrechen angesehen werden. Allein dafür blüht im Zweifel die Todesstrafe. Minimalstrafen sind weniger klar, Gerichte können Milde walten lassen, aber bei Allem unter Verbannung dürften wohl Vorwürfe laut werden.

Überhaupt Leibeigene anzustiften, einen Aufruhr anzuzetteln oder sich der Tochter anzuschließen, ist Aufwiegelei und strafbar. Für eine reuige Adlige würde aber hierfür keine Todesstrafe fällig. Höchststrafe hierfür wäre normalerweise so was wie Verlust des Erbes, Mindeststrafe dürfte eine harte Rüge sein. Zumindest, solange ernsthafte Kampfhandlungen ausgeblieben sind, sonst wird es härter.

Der Diebstahl ist Wegelagerei und Raub. Todesstrafe ist üblich, gerade bei Adligen wie Raubrittern kommen aber auch mildere Strafen vor, wenn denn der Räuber sich selbst stellt und nicht erst mit Waffengewalt vor den Kadi gezerrt werden muss. Was eine angemessene Mindeststrafe ist, hängt in der Praxis sehr an den Machtverhältnissen. Es wäre aber nicht ungewöhnlich, wenn die Adlige Anführerin eine mildere Strafe bekommt, ihre Handlanger aber hingerichtet werden.


Das Duell ist auch ohne Geweihten ein Duell. Das wird nicht bestraft.



In solchen Fällen haben die (typischerweise hochadligen) Richter extrem viel Ermessensspielraum. Normalerweise geht es auch nicht nur um die Taten an sich und deren gerechte Strafen, sondern auch darum, Zwistigkeiten zu begraben und die Zukunft der Lehnsstruktur zu sichern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass jemand, den man braucht, ein Pardon bekommt und vielleicht noch eine Reuegeste wie eine Bußqueste vollzieht, während die Verbrechen selbst unter anderen Umständen für eine Hinrichtung reichen sollten. Es kann auch vorkommen, dass unzuverlässigen Störenfrieden Erbansprüche oder Titel entzogen werden und bei jemand zuverlässigerem mit einem brauchbaren Anspruch landen, allerdings vermeidet man normalerweise, die ganze Familie zu enterben. Dass die Tochter hier einziges lebendes Kind ist, ist also ein Problem.

Nun sind politisch sinnvolle Kuhhändel allerdings nicht der Inbegriff der Praiosgefälligkeit. Hier kommen sich aber nicht so sehr Traditionalisten mit anderen Richtungen in die Quere, sondern die Aspekte von Gesetz und Herrschaft.
Satinavian
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